5 Jahre Ryzen und Zen: AMD bringt sich gegen Alder Lake in Stellung
Diesen Monat jährt sich das Bestehen der Zen-Architektur zum fünften Mal. AMD veranstaltet deshalb heute um 16 Uhr ein Videointerview mit zwei Entwicklern, welches einen Einblick in Verbesserungen bezogen auf Leistung, Effizienz und Packaging sowie in die eigene Designphilosophie geben soll. Der anstehende Alder-Lake-Launch dürfte eine Rolle spielen.
Hinweis: Die Aussagen im Video analysieren wir im Artikel: AMD: Kein neuer Gegner für Alder Lake dieses Jahr, 2022 mit Zen 3 3D V-Cache und Zen 4
Die Ryzen-Prozessoren und die dahinterstehende Zen-Mikroarchitektur feiern diesen Monat ihr fünfjähriges Bestehen - zumindest laut AMD-Zeitrechnung, denn gezeigt wurde Zen bereits im Juni 2016. Zur Feier des 5. Geburtstages wird es heute um 16 Uhr auf der offiziellen Webseite von AMD ein Videointerview mit John Taylor, Chief Marketing Officer und Robert Hallock, Director of Technical Marketing, geben. Thema des Interviews sollen u. a. Verbesserungen bezüglich Leistung, Effizienz und Packaging sowie AMDs Designphilosophie sein.
Ein kurzer Rückblick auf 5 Jahre Ryzen
Als AMD mit den Ryzen-CPUs durchstartete, galt das Unternehmen in der Prozessorsparte bei PC-Enthusiasten fast als bereits abgeschrieben. Diese sollten eines Besseren belehrt werden, denn der Achtkerner Ryzen 7 1800X brachte damals eine Performance auf High-End-Desktop-Niveau im Vergleich zum Mainstream-Formfaktor. Sein Gegenstück, der Threadripper, soll Intels Core-Serie seitdem dominiert haben.
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Als Reaktion unternahm Intel eine Erhöhung der Anzahl der CPU-Kerne um 50 Prozent mit der Vorhersage, dass AMD nur einen marginalen Anstieg der IPC verzeichnen würde. In der Zeit, in der Intel mit starken Lieferengpässen zu kämpfen hatte und die Preise infolgedessen durch die Decke gingen, kam AMD mit dem Ryzen 7 2700X um die Ecke. Dieser brachte sowohl eine Erhöhung der IPC um 4 Prozent, als auch einen Preis von ungefähr 330 US-Dollar. Monate später zog Intel dann mit der 9. Core-Generation nach und schloss wieder mit dem Core i9-9900K zu AMD auf, was die Kernanzahl anging.
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AMD verdoppelte daraufhin die Kernanzahl auf 16 und verzeichnete mit der Zen-2-Mikroarchitektur einen prozentualen IPC-Anstieg im zweistelligen Bereich. Mit Zen 3 ging das Ganze auf diesem Niveau weiter, wodurch die Performance-Krone endgültig von Intel zu AMD gewandert ist. Intel wollte aber nicht klein beigeben und trotz 14 nm einen "Gaming-Powerhouse-Prozessor" herausbringen. Der Versuch wurde mit Rocket Lake gestartet, Intel blieb damit aber hinter den Erwartungen zurück. Somit blieb AMD bis dato weiterhin die Marke der Wahl für PC-Enthusiasten. Bekanntermaßen bringt Intel in wenigen Wochen die Alder-Lake-CPUs der 12. Generation heraus. Wie sich das auf den Konkurrenzkampf auswirkt, wird sich zeigen.
Quelle: AMD, via Techpowerup


"... nur der Vorwurf des Marketing-BlaBla's." Ja, vielleicht war das wirklich sein Ziel, nur geschickt(?) verpackt. Die Frage ist halt, ob AMD noch über mehrere Jahre hinweg mit nur einem einzigen Kerndesign den Entwicklungen bei Intel standhalten können wird, denn bspw. ADL mit Golden Cove und Gracemont ist ja gerade mal deren erster Wurf und es ist ja bereits gesichert, das Intel ihre Hybrid Technology über mehrere Jahre fortsetzen und sukzessive weiterentwickeln und ausbauen wird.
Wie schon oben skizziert, denke ich, dass zurzeit klar das Marketing bzgl. derartiger Aussagen hier AMDs Kommunikation diktiert, insofern würde ich da letzten Endes nicht allzu viel drauf geben und in zwei, drei Jahren könnte es bei denen auch ganz anders aussehen.
Darüber hinaus, der vermeintliche Marketing/Mehr-Kerne-Ansatz als Begründung für Intels Strategie erscheint mir schon geradezu plump, da AMD mit dem 16-Kerner schon jetzt im Consumer-Markt Absatzprobleme hat und das wird mit bspw. einem 24-Kern-Raptor Lake in 2022, wenn er denn so kommt, nicht besser, schlicht weil die Workloads in diesem Marktsegment nicht in der Art mitwachsen, sodass man das noch sinnvoll anpreisen kann. MLiD nach hat AMD bspw. angeblich einn 3-CCD-Zen4 im Labor, den man möglicherweise jedoch erst in 2023 gegen Meteor Lake "auspacken" wird, aber das sind schon CPUs, mit denen der Großteil des Consumer-Marktes schon nichts mehr anfangen können wird. Insofern würde ich vermuten, dass für intel primär Performance und Effizienz bzw. eine Mischung aus diesem für ihre Strategie entscheidend sind. Die Möglichkeit zur Bewerbung von mehr Kernen dürfte quasi nur nebenbei abfallen und da Intel hier allem Anschein nach leistung bepreist, werden sie damit auch kein "Totschlagargument" haben, denn wenn ihr 8+8er mit bspw. dem 5950X(+) konkurriert und entsprechend bepreist wird, wird der ebenso nur etwas für eine kleine Zielgruppe sein. Der Großteil des Marktes würde eher auf etwas wie den 6+8er schielen, würde das Setup softwaretechnisch gar gut funktionieren, könnte selbst ein 4+8er bspw. noch im Gaming einen deutlich Mehrwert darstellen, wer weiß. Ich bin auf erste Tests auf jeden Fall gespannt, wobei das vermutlich eine längerfristige Angelegenheit wird. **)
Meine eigenen Gedanken habe ich ja weiter oben schon geschrieben: AMDs aktuelle Entwicklungslinie zielt auf einen (gelungenen) Kompromiss zwischen ausreichender Leistung pro Kern und der Fähigkeit, viele Kerne bezahlbar zu fertigen. Das heißt AMD hat weder Small- noch Big-Cores, sondern nur medium. Für ein Hybrid-Design müssen sie nicht nur die komplexe Verwaltung und die Interconnects eines big.Little-Ansatzes neu entwicklen, sondern auch zwei komplette Architekturen. Mit nur einem Design-Team, dass nach Abzug der Refreshs seit 2017 im wesentlichen zwei Chiplets und zwei APUs serienreif entwickelt hat, ist das eine Mammut-Aufgabe und nicht nebenbei zu bewältigen.
Ausserdem erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass der Bericht schon ein gutes Jahr alt ist. In dieser Zeit kann sich so einiges geändert haben. Damals ging AMD zu Recht noch davon aus, dass es gar keine softwareseitige Unterstützung für den Big/Little-Ansatz gibt, was sich bekanntlich aktuell mit WIN 11 geändert hat. Wie gut das funktioniert bei Alder Lake, wird sich AMD erst einmaligen genau ansehen, und vor Allem, ob es überhaupt Vorteile bringt gegenüber dem jetzigen Prozessordesign.
Ich würde erst einmal die ersten Tests zu Alder Lake abwarten und ein paar Monate ins Land ziehen lassen, bis die ersten Kinderkrankheiten behoben wurden. Dann kann man vielleicht abschätzen, ob der Ansatz von Intel gelungen ist und einen Mehrwert bietet. Alles andere ist meines Erachtens derzeit nur ein Blick in eine getrübte Glaskugel.
Ich finde die jetzige Zeit sehr interessant. Neue Chipdesigns kommen auf dem Markt, es kommen viele neue Innovationen. Ob die sich durchsetzen werden und einen Mehrwert bieten bleibt abzuwarten.
"Braucht man nicht, gibt nix auf dem Markt was PCIe 3.0 limitiert!"
Nun soll PCIe 5.0 kommen und exakt die gleiche Leserschaft ist sich einig:
"Todesurteil für AMD, die verschlafen die neue Technik."
Ich meine natürlich, die Technik entwickelt sich weiter aber es sind noch so viele Systeme mit 3.0 unterwegs die nicht nennenswert ausgebremst werden gegenüber 4.0.
Glaube nicht das 5.0 jetzt der große Wurf wird und den PC-Markt Anfang 2022 revolutionieren wird. Das wird wie bei 4.0 seine Zeit dauert bis es sich etabliert.
Durch die Gigabyteleaks
"AMD's AM5 platform will support DDR5 and PCIe 5 at launch in 2022" (PCGamer)
Einfach mal abwarten, aber wie schon erklärt, ein Verzicht auf PCIe5 würde zu einem schweren Stand für die AM5-1st-Gen führen, Gründe dafür führte ich schon oben zuvor aus, inkl. "echtem PCIe5-ready" und langfristigen Überlegungen.
"Günstigere Boards", ja, wäre eine legitime Überlegung, aber während AMD der Community das einzureiben versuchen würde und sicherlich keine Spottpreise verlangen würde, da man sich einen Teil der "Einsparungen" als zusätzliche Marge einverleiben wollen wird, werden Intel und möglicherweise auch nVidia ihren Kunden gleichzeitig zu erklären versuchen, warum es Ende 2022/Anfang 2023 nun unbedingt PCIe5 sein muss und das könnte für das anspruchsvollere Consumer-Marktsegment bei AMD zum Problem werden. Entsprechend würde ich vorerst erst mal weiterhin von einem Gerücht bzgl. kein PCIe5 auf AM5-1st-Gen ausgehen (was aber nicht heißt, dass das nicht dennoch kommen könnte). Ich würde dennoch schätzen, dass es wahrscheinlicher ist, dass PCIe5 kommt, als dass es nicht kommt in 2022.
Intel released momentan jedes Jahr eine neue CPU Generation. Das bedeutet Intel hat 3 Generationen mehr Zeit ihr Big/Little Design zu verbessern, bevor überhaupt das erste Design von AMD zu dem Thema kommt. Hier lasse ich mich aber gerne von AMD überraschen.
Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass die auch schon seit Jahren an dem Thema werkeln nur eine deutlich umgebaute uArch die auf Effizienz getrimmt ist, fällt auch nicht mal ebenso vom Himmel, erst recht nicht bei AMD.
Intel hat AMD übrigens ebensowenig die letztenJahre hinweg verkannt oder unterschätzt, auch wenn manche das gerne so darstellen (wollen), aber was sich auf geschäftlicher Ebene abspielt ist nun einmal was völlig anderes, als das, was ich mir als Daddel-Enthusiast für meine nächste Plattform wünsche. Das kann stellenweise mal "deckungsgleich aussehen", aber selbst diese Wahrnehmung kann falsch sein und mein aktueller Vorteil als Konsument ist vielleicht nur das Nebenprodukt einer gänzlich anderen Zielsetzung der Firma.
Da Core12 ganze 27% schneller ist als Core11 und Core11 so schnell wie Zen3. Werden die +15% durch den 3D Cache nicht reichen. Das sind alles Fakten, die überall (außer hier) anerkennt sind.
Das AMD die Modelle nicht so ganz freiwillig im Consumer-Markt bringt, ist natürlich klar, denn das wird für AMD teuer, aber hier bewertet man den Beibehalt der Consumer-Krone wahrscheinlich höher ein als die Umsätze, auf die man hier vermutlich verzichten wird, da man das Mehr an Fertigungskosten wohl eher nicht vollständig an die Consumer durchreichen können wird. Konsumenten können davon natürlich profitieren. Und bspw. AM4-400er-Besitzer mit einem "ollen" 6/8-Kerner könn(t)en auf die verbleibenden Tage der Plattform noch einmal ein richtig "dickes Dingen" draufpacken. Also Konsumer grundlegend vorteilhaft ... zumindest wenn die Material/Fertigungsknappheit mal so langsam abebben wird/würde/...
Dass du keine "tollen Produkte" bei Intel sehen kannst liegt schlicht daran, dass du nicht zur Zielgruppe gehörst. Intel hat nicht umsonsten den Rest des FPGA-Marktes (Aufteilung Xilinx : Intel etwa 60 : 40) als Kunden, d. h. für den Markt hat Intel offensichtlich schon "tolle FPGA-Produkte". Anwendungen im Consumer-Segment auf Basis von FPGAs sind dagegen eher weniger interessant und zudem teuer. Das ist ein Massengeschäft und da plant vorerst keiner flexibel konfigurierbare Hardware zu implementieren. AMD wird mit Xilinx vorerst auch primär den industriellen/Datacenter/HPC-Bereich im Auge haben und keinesfalls Consumer.
Und bei Intel erwirtschaftete die Programmable Solutions Group in 2020 rd. 1,9 Mrd. Umsatz und dennoch scheint Intel keine Ambitionen zu haben den Markt aufzugeben, weil man das als ein wichtiges Segment erachtet, mit Blick auf industrielle Kunden sicherlich auch nicht verkehrt, die für diverse Produkte auf programmierbare Hardware setzen.
Und Xilinx ist ja auch schon kein reiner FPGA-Hersteller mehr, sondern hat in den letzten Jahren einen Teil seiner Kompetenzen hinzu AI/ML hin weiterentwickelt, weil der FPGA-Markt insgesamt natürlich beschränkt ist und dort hat AMD ebenso einen Blind Spot, den Xilinx voraussichtlich zu schließen helfen kann, was absehbarmittelfristig zu neuen Datacenterbeschleuniger führen wird.
Wie gesagt, am Ende für AMD und Xilinx höchstwahrscheinlich ein Win-Win.
Wie schon oben skizziert, denke ich, dass zurzeit klar das Marketing bzgl. derartiger Aussagen hier AMDs Kommunikation diktiert, insofern würde ich da letzten Endes nicht allzu viel drauf geben und in zwei, drei Jahren könnte es bei denen auch ganz anders aussehen.
Darüber hinaus, der vermeintliche Marketing/Mehr-Kerne-Ansatz als Begründung für Intels Strategie erscheint mir schon geradezu plump, da AMD mit dem 16-Kerner schon jetzt im Consumer-Markt Absatzprobleme hat und das wird mit bspw. einem 24-Kern-Raptor Lake in 2022, wenn er denn so kommt, nicht besser, schlicht weil die Workloads in diesem Marktsegment nicht in der Art mitwachsen, sodass man das noch sinnvoll anpreisen kann. MLiD nach hat AMD bspw. angeblich einn 3-CCD-Zen4 im Labor, den man möglicherweise jedoch erst in 2023 gegen Meteor Lake "auspacken" wird, aber das sind schon CPUs, mit denen der Großteil des Consumer-Marktes schon nichts mehr anfangen können wird. Insofern würde ich vermuten, dass für intel primär Performance und Effizienz bzw. eine Mischung aus diesem für ihre Strategie entscheidend sind. Die Möglichkeit zur Bewerbung von mehr Kernen dürfte quasi nur nebenbei abfallen und da Intel hier allem Anschein nach leistung bepreist, werden sie damit auch kein "Totschlagargument" haben, denn wenn ihr 8+8er mit bspw. dem 5950X(+) konkurriert und entsprechend bepreist wird, wird der ebenso nur etwas für eine kleine Zielgruppe sein. Der Großteil des Marktes würde eher auf etwas wie den 6+8er schielen, würde das Setup softwaretechnisch gar gut funktionieren, könnte selbst ein 4+8er bspw. noch im Gaming einen deutlich Mehrwert darstellen, wer weiß. Ich bin auf erste Tests auf jeden Fall gespannt, wobei das vermutlich eine längerfristige Angelegenheit wird. **)
*) Letzten Endes weiß man ja nocht nicht einmal, wie sich Intel ihre Hybrid Technology in einigen Jahren vorstellt. Vielleicht wird es dann auch bei x86 unterschiedliche ISAs auf den Cores geben? Letzten Endes muss Intel ja auch den Migrationsprozess der Softwareindustrie berücksichtigen, die sich und ihre Software erst mal schrittweise an die neue Bauweise heranführen müssen. Hier gleich alles auf einen Schlag radikal umstellen zu wollen wäre so, als wenn man die zwingt auf eine komplett andere Plattform wechseln zu müssen und damit würde man einen der wesentlichen Vorteil von x86 verspielen und es würden sich auch gleich weitere Überlegungen aufzwängen in der Art, warum man nicht auch noch gleich ARM, etc. mit in die Evaluierung miteinbeziehen sollte? So etwas wird Intel naütürlich zu vermeiden suchen und auch derartige Design sollten natürlich weiterhin die x86-Vorteile in die Waagschale werfen können.
**) Möglicherweise muss Win11 noch etwas reifen, wie lauft dann Bestandssoftware, aktuelle, wie etwas ältere und was wird mit später dann neuerer Software möglich sein, die diese Hybrid Technology gar explizit berücksichtigt? Fragen über Fragen