3DCenter-Umfrage: HEDT-Prozessoren für Spieler immer uninteressanter
Das 3DCenter hat seine Leser gefragt, wie groß aktuell das Interesse an High-End-Desktop-Prozessoren (HEDT) wie Skylake-X und Ryzen Threadripper ausfällt. Unterm Strich sinkt die Nachfrage, selbst unter den bisherigen HEDT-Käufern. Hauptverantwortlich sind wahrscheinlich die Kernsteigerungen bei den Mainstream-Sockeln durch AMDs Ryzen und Intels Coffee Lake.
Vor ein paar Jahren waren Intels High-End-Desktop-Prozessoren in Hardware-affinen Foren durchaus verbreitet, weil sie die einzige Option darstellten, um mehr als vier performante Rechenkerne zu erhalten. Die zusätzlichen PCI-Express-Lanes waren daneben immer ein beliebtes Argument für die teureren Plattformen, stellen in Zeiten von aussterbenden Multi-GPU-Lösungen und wachsenden Mainstream-Plattformen - beispielsweise durch größere "Chipsätze" - aber nur noch ein Randthema dar.
Mehr Kerne im Mainstream lassen Interesse an HEDT-CPUs sinken
Inzwischen hat sich auch die Thematik rund um Kerne zu großen Teilen erübrigt. Mit den ersten beiden Ryzen-Generationen hat AMD acht Rechenherzen in den Mainstream gebracht. Intel konterte mit Coffee Lake-S samt Refresh und bietet somit immerhin Sechskerner zu gut bezahlbaren Preisen an - die Achtkerner Core i7-9700K und Core i9-9900K gehören zwar dem kleinen Sockeln an, mit 400 Euro und mehr aber nicht mehr wirklich zum Mainstream. 2019 und 2020 wird das Wettrüsten aller Voraussicht nach weitergehen: Ryzen 3000 soll bis zu 16 Kerne für den Sockel AM4 bringen, Comet Lake-S zehn für Intels LGA 1151 beziehungsweise dessen Nachfolger. Gleichzeitig werden Intels High-End-CPUs für Spieler uninteressanter, weil der Mesh-Interconnect anstelle des Ring-Busses Leistung kostet.
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Die Marktsituation spiegelt sich nun in einer Umfrage vom 3DCenter wider, das seine Leser nach dem Interesse rund um HEDT-Prozessoren gefragt hat. Knapp 1.400 haben an der Umfrage teilgenommen. Zusammengefasst möchten fast 70 Prozent sicher auf "Consumer"-CPUs in Zukunft setzen, das heißt Modelle für AM4 oder 115x. 21,5 Prozent überlegen noch, nur 8,8 wollen sicher im HEDT-Segment bleiben. Interessant ist die Aufschlüsselung unter Nutzern, die aktuell eine High-End-Plattform einsetzen, das früher getan haben oder noch nie. Selbst in der ersten Gruppe, die es gewohnt ist, mehr Geld auszugeben, entschied sich nur gut ein Drittel für den Kauf einer neuen HEDT-CPU.

Funktioniert eine Umfrage, wenn man Wahrscheinlichkeiten zufügen muss?
Ich sehe eher als Grund, dass Spiele immer noch nicht befriedigend mit steigender CPU-Kernzahl (bzw. Threads) skalieren.
Ein Threadripper mit 32 Kernen und 64 Threads sollte einer CPU mit 8 Kernen und 16 Threads eigentlich deutlich überlegen sein.
In Spielen ist aber immer noch der CPU-Takt der bestimmende Leistungs-Faktor.
Zudem ist wieder zunehmend die GPU der Flaschenhals.
Ein höherer CPU-Takt (Overclocking) bringen dann meistens keine Steigerung der Bildwiederholrate mehr.
Ich wette AMD und Intel arbeiten dran das es bald (?) Gründe gibt wieder (deutlich) tiefer in die Taschen zu greifen.
NV hatte es ja vorgemacht (=> ua. Titan)
Für den durchschnittlichen Spieler standen die Vorteile eigentlich nie in einem Verhältnis zu den Kosten. Singlethreadperformance ist und bleibt extrem wichtig und da hatten die Plattformen oft sogar Nachteile, die Speicherbandbreiten von Dual-Channel sind spätenstens mit schnellem RAM immer locker ausreichend gewesen und die Mainstreamplattformen hatten in aller Regel genug Anschlussmöglichkeiten für alles, was man zum Zocken brauchen könnte.