1-Bit-Prozessor: Lächerlich langsamer Bausatz stößt auf großen Anklang

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1-Bit-Prozessor: Lächerlich langsamer Bausatz stößt auf großen Anklang
Quelle: Switch Science

In Japan wurde ein Bausatz für einen 1-Bit-Prozessor auf den Markt gebracht, der schnell ausverkauft war. An den technischen Daten liegt das aber sicher nicht.

Bei der Anschaffung eines neuen Prozessors steht zumeist die Rechenleistung im Fokus. In eine ganz andere Richtung geht hingegen ein Produkt aus Japan: Dort hat der Bastler naoto64 einen 1-Bit-Prozessor entworfen, und der passende Bausatz wird inzwischen vom Händler Switch Science angeboten. Wirklich kaufen konnte man die CPU aber nur kurz, denn sie war offenbar schnell ausverkauft.

Lernen statt rechnen

An den Leistungsdaten liegt das aber sicherlich nicht, denn der 1-Bit-Prozessor ist aus heutiger Sicht lächerlich langsam. Das verbaute "Rechenwerk" kann beispielsweise nur Zahlen addieren oder zu einem anderen Befehl springen, bei dem es mit nur 4 Bit Festspeicher - repräsentiert durch DIP-Schalter - aber nicht allzu viel Auswahl gibt. Zudem stellt auch die Taktrate keine Rekorde auf. Ganz im Gegenteil: Die Schaltung arbeitet nur mit einem Hertz, also einem Rechenvorgang pro Sekunde.

Der Schaltplan des 1-Bit-Prozessors ist vergleichsweise simpel. Quelle: naoto64 (Github) Der Schaltplan des 1-Bit-Prozessors ist vergleichsweise simpel.

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Tatsächlich irgendetwas rechnen dürfte mit dem Modell damit niemand, stattdessen dürfte sich der Bausatz an Bastler und Schulen oder Universitäten richten. Denn durch den vergleichsweise übersichtlichen Aufbau, bestehend aus einzelnen Standard-Logikbausteinen, lassen sich die Funktionen derselben gut nachvollziehen. Passend dazu bringt der Bausatz auch gleich einige LEDs mit, die die verschiedenen Abläufe sichtbar machen.

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Verglichen mit den einzelnen Bauteilen ist der Spaß mit 16 Euro aber nicht allzu günstig, zumal man die Komponenten selbst verlöten muss. Dazu kommt außerdem noch die potenziell lange Lieferzeit, schließlich ist der Bausatz aktuell ausverkauft und müsste aus Japan importiert werden. Wer sich den 1-Bit-Prozessor selbst nachbauen könnte, kann aber auch auf lokale Händler ausweichen: Die verwendeten Bauteile werden durchweg auch in Europa angeboten. Und wie oben im Video zu sehen ist, lässt sich die Schaltung auch auf einem Steckbrett aufbauen.

Quelle: naoto64 (Github) / Switch Science via Tom's Hardware

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    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Boolean50 Schraubenverwechsler(in)
        Ich habe mich für einen 1-Bit Prozessor interessiert und bin dann auch auf diese Schaltung gestossen. Ich würde gerne diese Schaltung diskutieren. Ich kenne Microprozessoren. Ich habe die Logik auch simuliert. Wie im Video gibt es bis zu vier Zustände. In der Beschreibung ist von einem Adressraum von 2 Bits (0..3) und einer ROM Kapazität von 4 Bits die Rede. Im uP's gibt es ein RegisterA/Accu und ein CarryBit. Hier ist ein Signal als PC (Programmcounter?) bezeichnet.
        Wie sind die Operationen zu verstehen? RegA XOR ??, RegA Add (RegA = RegA, Add (ev. 1), und JMP wohin oder JMP mit Bedingung.
        Kann ev. jemand einen "Assemblercode" für diesen Ablauf beschreiben. Die Zustände sind folgende:
        Reg A 0 1 1 0 usw.
        PC 0 1 0 1 usw.
        Wenn PC der Programmzähler ist, verwirrt mich auch, dass dieser nur zwei Zustände hat, während die Logik vier Zustände durchläuft. Mit nur zwei Zuständen wären wohl auch nur zwei Befehle möglich. Ein Eingangssignal gibt es wohl nicht oder wird durch einen der DIP-Schalter dargestellt.
        Wo/was ist der Programmzähler, Was entspricht dem ROM (Programmcode). Gibt es so etwas wie eine ALU?
        Oder ist der Vergleich mit einem uP (z.B. MC14500) gar nicht möglich.
      • Von Boolean50 Schraubenverwechsler(in)
        Ich habe mich für einen 1-Bit Prozessor interessiert und bin dann auch auf diese Schaltung gestossen. Ich würde gerne diese Schaltung diskutieren. Ich kenne Microprozessoren. Ich habe die Logik auch simuliert. Wie im Video gibt es bis zu vier Zustände. In der Beschreibung ist von einem Adressraum von 2 Bits (0..3) und einer ROM Kapazität von 4 Bits die Rede. Im uP's gibt es ein RegisterA/Accu und ein CarryBit. Hier ist ein Signal als PC (Programmcounter?) bezeichnet.
        Wie sind die Operationen zu verstehen? RegA XOR ??, RegA Add (RegA = RegA, Add (ev. 1), und JMP wohin oder JMP mit Bedingung.
        Kann ev. jemand einen "Assemblercode" für diesen Ablauf beschreiben. Die Zustände sind folgende:
        Reg A 0 1 1 0 usw.
        PC 0 1 0 1 usw.
        Wenn PC der Programmzähler ist, verwirrt mich auch, dass dieser nur zwei Zustände hat, während die Logik vier Zustände durchläuft. Mit nur zwei Zuständen wären wohl auch nur zwei Befehle möglich. Ein Eingangssignal gibt es wohl nicht oder wird durch einen der DIP-Schalter dargestellt.
        Wo/was ist der Programmzähler, Was entspricht dem ROM (Programmcode). Gibt es so etwas wie eine ALU?
        Oder ist der Vergleich mit einem uP (z.B. MC14500) gar nicht möglich.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Ich hatte mich auch erst gewundert, weil das Design wesentlich aufwendiger als ein 4-Bit-Volladder ist und ohne eine Möglichkeit zur sequentiellen Befehlsverarbeitung auch keinerlei Vorteile gegenüber diesem hat. Dann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass genau das der Sinn sein dürfte: Man reduziert die Fähigkeiten der Recheneinheit absichtlich auf ein Minimum, damit nachvollziehbar wird, wie ein von-Neumann-Systeme größere Probleme durch Nutzung von Speichern und schrittweiser Verarbeitung lösen kann.
      • Von sterreich BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        4 Bit Ein- und Ausgaben in einem 4-Bit-Rechner zu verarbeiten würde das Konzept der Taktung überflüssig machen.
        Ah, hab die 4 bit Festspeicher überlesen
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von sterreich
        Does it run Crysis?

        Aber ernsthaft: 1Hz mit LEDs versteh ich ja gut für Lernzwecke. Aber 1 Bit? Kommt mir gar arg wenig vor wenn ich so Dinge wie bit-weise Addition und Overflow verstehen will.
        4 Bit Ein- und Ausgaben in einem 4-Bit-Rechner zu verarbeiten würde das Konzept der Taktung überflüssig machen.
      • Von soulstyle Lötkolbengott/-göttin
        Bevor man laufen lernt muss mann vorher das Sprinten lernen...verrückte Welt.
      Direkt zum Diskussionsende
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