Balkonkraftwerke bald nur noch vom Elektriker? Neue Vorschriften geplant
Droht das Aus für Balkonkraftwerke in Deutschland? Eine neue EU-Norm könnte die einfache Nutzung deutlich erschweren - besonders für Mieter. Was sich ändern könnte und warum Bestandsanlagen vorerst sicher sind.
Mangelnde Planungssicherheit ist das, was dem Politbetrieb häufig vorgeworfen wird. Vor allem bei langfristigen Zielen wie der Energiewende. Die Balkonkraftwerke, nach Berliner Willen gefördert, stehen schon wieder vor dem Aus. Oder zumindest vor einer ungewissen Zukunft. Für Mieter sind die kleinen Energiespender trotz eines mittlerweile eingerichteten Anspruchs bisweilen immer noch eine Hürde, und nun drohen neue Regularien.
Immerhin eine gute Nachricht gibt es: Es gilt Bestandschutz, wie es auch bei E-Rollern der Fall ist. Wer ein Balkonkraftwerk hat, kann das in der Form auch so weiterbetreiben, weil es zu einem Zeitpunkt mit den da geltenden Rahmenbedingungen konform ging. Das war ab 2025 mit neuen Regeln besonders einfach. Doch jetzt sollen internationale Regelungen kommen, die für alle verbindlich sind.
Sicherheit bremst Adaptionsrate
IEC 60364-7-751 heißt das "Schreckgespenst" der Deutschen, das die Zulassung von Balkonkraftwerken und anderen Niederspannungsstromerzeugungsanlagen zur Energieeinspeisung international gleichbleibend regeln soll. Die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC) sieht dabei aus Sicherheitsgründen höhere Anforderungen vor, als sie in Deutschland aktuell gebräuchlich sind. Das klingt erst einmal nicht schlecht, würde die gerade erst reduzierten Hürden aber wieder erhöhen.
Zwei Punkte in der Norm werden aus Deutschland besonders kritisiert: Da ist einmal der Umstand, dass man das Balkonkraftwerk nicht mehr einfach in die hierzulande übliche Schutzkontaktsteckdose stecken könnte. Zum Anschluss wäre dann ein Elektriker verpflichtend und unter Umständen Bauarbeiten, die im Zweifel ein Vermieter genehmigen muss. In Deutschland, einem Land mit recht hoher Mietquote von über 50 Prozent, ist das schnell ein Bremsklotz.
Das andere ist die Regelung, dass die IEC 60364-7-751 keinen direkten Anschluss an den Verbrauchsstromkreis vorsieht. Das soll Überlastungen verhindern, ist aus reiner Sicherheit betrachtet vertretbar, verkompliziert die Lage aber weiter. Der separate Stromkreis musste wieder installiert werden - in einem Land mit hoher Mietquote ist das wieder bremsend.
Deutsche Interessenverbände wettern
Es dürfte daher nicht überraschen, dass insbesondere die deutschen Interessenverbände gegen die Pläne wettern, und für Social Media ist die Energiewende schon gescheitert. Letztere haben aber durchaus Gewicht, wenn sich Unbedarfte über die Anschaffung eines Balkonkraftwerkes informieren wollen. Klar ist, dass die internationalen Regeln nicht ganz im Einklang mit den deutschen Regeln stehen, die generell auf eine Vereinfachung setzen, um hohe Adaptionsraten zu erreichen. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass Deutschland von Haus aus recht hohe Baustandards hat, während internationale Regeln auch ganz andere Fälle abdecken müssen.
Wie das Gerangel um die Standards ausgehen wird, ist im Moment nicht wirklich absehbar, was die Planungssicherheit untergräbt. Gerade die ist neben Bürokratieabbau und Kleinstaaterei wichtig, wenn man Projekte wie eine Energiewende erfolgreich durchführen will. Bestandssysteme werden erst einmal nicht betroffen sein und solange die internationale Regelung ein Entwurf ist, ist sie auch keine Gefahr. Im September beabsichtigen die Deutschen zudem mit einer Produktnorm für Balkonkraftwerke nachzulegen, die mehr Rechtssicherheit liefert.
Eine höhere Planungssicherheit wäre aber sicher wünschenswert, nicht nur über Legislaturperioden hinaus. Zwar glaubt man im Moment nicht daran, dass die deutsche Regierung die Rahmenbedingungen verschlechtert, doch die ersten Wahlversprechen wie eine Senkung der Stromsteuer wurden bereits annulliert und generell können Regierungswechsel das Narrativ schnell ändern - selbst ohne internationale Regelungen. So bleibt am Ende die Erkenntnis: Wer kann und will, sollte bei einem Balkonkraftwerk zuschlagen, solange die Bedingungen günstig sind.


Danke für die Info!
Ich werde mich in der Hinsicht mal schlau machen.
Ich nehme allerdings nicht an, dass das die Person für den konkreten Fall genau wusste
sondern nur allgemein direkt mal gegen gesteuert hat. Manche ticken so, ist ja nix neues
Vermutlich wird es aber sinnvoller sein wenn ich das Geld in diesem
speziellen Fall spare und besser woanders investiere.
Schon alleine die Überzeugungsarbeit wäre äußerst aufwendig.
Und was heute in zehn Jahren ist weiß ich sowieso nicht.
Eine Hausanlage vernünftig aufzuteilen ist leider tatsächlich ein Bürokratischer Monster. Insbesondere wenn die Variante Hausanschluss auf einen einzigen Zähler legen die Grenzen für Privatanschlüsse reißt, was ein Mehrfamilienhaus ab spätestens 8 Parteien tut.
Persönlich hab ich daher die Variante ausgemacht dass meine Wohnung ein (natürlich bezahltes) Nutzungsrecht für das ganze Dach bekommt und ich alleine die Anlage bauen lasse und betreibe. Sobald es ein Modell gibt mit dem man zu wirklich sinnvollen Konditionen (ergo der Messstellenbetreiber ermöglicht verrechnen zwischen den verschiedenen Messstellen der Bewohner) verteilen kann, kann ich das Ding immer noch an die Gemeinschaft verkaufen.
Fenster ist ja nun Sondereigentum, sprich, jeder löhnt selbst.
Nie im Leben wären mir neue gezahlt worden, soviel ist sicher.
Ein Argument gegen PV war damals auch, man wäre dann Unternehmer und müsse das versteuern etc pp.
Der Hauptgrund fürs Abwürgen. Naja, die eine Tusnelda ist eh etwas eigen.
Ist aber übrigens selbst selbstständig
Was das vorhandene Kapital angeht weiß ich es natürlich nicht genau.
Bei mindestens vier Parteien dürfte das aber nicht mal ansatzweise ein Problem darstellen.
Insgesamt sind wir übrigens 14 an der Zahl, vier Wohnungen werden aber nur als Kurzzeitwohnungen
genutzt - jeweils durch die Eigentümer selbst. Die sind dann alle zwei, drei Monate mal drei, vier Wochen da.
Vermietet sind fünf der Wohnungen, restliche Nutzung durch Eigentümer.
Was ich auch noch zwischendrin angemerkt hatte war eine Fassadendämmung.
Sowas würde allerdings richtig Geld kosten. Allerdings wurde nicht mal drüber nachgedacht wenigstens mal
eine Anfrage zu machen. Das fand ich schon etwas traurig.
So hätte man wenigstens mal nen Anhaltspunkt gehabt wo man da liegen würde. Keine Chance.
Naja, egal. Irgendwann vermiete (normal oder FeWo) ich sie oder sie wird wieder verkauft.
Dank Vater Staat wird das aber nicht vor 2033 passieren.
FeWo ginge, da das Haus ursprünglich als solches erbaut wurde und das explizit erlaubt ist.
Allerdings ist das auch der Grund, dass damals nicht wirklich das teuerste verbaut wurde.
Und nun, nach knapp 40 Jahren geht es halt langsam los mit den Investitionen.
Zwischendrin waren noch drei äußerst unfähige Hausverwaltungen am Ruder, die jetzige ist auch nicht
gerade eine Offenbarung aber wohl um Welten besser als die früheren.
Das reingesteckte Geld werde ich aber sicherlich (mit Plus) wieder rausbekommen, da habe ich wenig
Sorgen - davon ausgehend dass gewisse "Kandidaten" (u.a. RUS etc.) nicht noch weiter durchdrehen.
Jetzt bin ich erstmal neugierig auf den kommenden Winter. Mal sehen wie sich die Fenster auswirken werden
Da wird erstmal genau nix passieren, das ist noch sicherer als das Amen in der Kirche
Was die Heizung angeht jedenfalls.
Als ich bei der letzten Versammlung sagte, ich mache neue Fenster rein und man könnte ja bei
einer größeren Menge andere (bessere) Konditionen aushandeln war die Resonanz exakt NULL.