Balkonkraftwerke: Unsicherer Fernzugriff als Risiko für das Stromnetz

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Balkonkraftwerke: Unsicherer Fernzugriff als Risiko für das Stromnetz
Quelle: KI generiert mit Firefly Image 3

Sicherheitslücken im Internetzugriff von Balkonkraftwerken stellen ein potenzielles Risiko für die Stabilität des Stromnetzes dar. In mindestens einem Fall können Unbefugte so auf den Wechselrichter zugreifen und damit das Netz angreifen.

Balkonkraftwerke haben in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Boom hingelegt: Inzwischen sind laut der Bundesnetzagentur rund 1,18 Millionen entsprechende Einspeiseanlagen mit einer Leistung von unter 2 kW mit dem Stromnetz verbunden. Private Haushalte können so ihre Stromkosten senken und bei der Energiewende mithelfen. Gleichzeitig gibt es durch den oft verbauten Internet-Zugang der Geräte aber auch ein Risiko. Spiegel (Paywall) berichtet derzeit über eine Masterarbeit von Valentin Conrad, in der sieben gängige Balkonkraftwerk-Wechselrichter auf Sicherheitslücken untersucht wurden.

Ein Risiko

Konkret ging es um Geräte von Anker, AP Systems, Deye, Ecoflow, Growatt, Hoymiles und NEP. In fast allen diesen wurden demnach Probleme gefunden. In einem Fall konnte der Wechselrichter sogar komplett aus dem Internet ferngesteuert werden. Als Einzelfall wäre das kaum kritisch: Pro Balkonkraftwerk dürfen maximal 800 Watt in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden, und das hat wiederum kaum einen Einfluss auf dieses. Problematisch wäre es aber, wenn ein Angriff auf alle Modelle eines Herstellers gleichzeitig erfolgt - und das wäre über eine verwundbare Cloud, wie es sie in mindestens einem der Fälle offenbar gibt, durchaus möglich.

Insgesamt beträgt die Leistung der verbundenen Balkonkraftwerke derzeit rund ein GW, damit bleibt das potenziell angreifbare Energiepotenzial unterhalb der im Netz vorgesehenen Regelenergie von 3 GW. Selbst falls alle Geräte gleichzeitig angegriffen werden könnten, was aufgrund unterschiedlicher Plattformen unwahrscheinlich ist, dürfte das Netz damit wohl nicht zusammenbrechen. Kombiniert mit anderen Angriffen könnte eine entsprechende Attacke aber durchaus Auswirkungen haben - zumindest lokal.

Ebenso interessant: Balkonkraftwerke bald nur noch vom Elektriker? Neue Vorschriften geplant

Theoretisch kann eine Internetanbindung von Stromverbrauchern und Stromerzeugern durchaus Vorteile haben. Deshalb wird unter anderem der Ausbau von Smart Metern derzeit vorangetrieben. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass Angriffe möglichst unwahrscheinlich bis unmöglich sind. Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fehlt zumindest bei Balkonkraftwerken derzeit aber noch eine rechtliche Handhabe, um Sicherheitsstandards durchzusetzen. Gleichzeitig warnen Balkonkraftwerk-Hersteller laut Spiegel vor zusätzlichen Regelungen. Sie verweisen stattdessen auf den Cyber Resilience Act der EU. Dieser gilt aber erst ab Dezember 2027, und bestehende Geräte dürften auch danach noch verwundbar bleiben. Immerhin: Zumindest manchmal hat man eine recht einfache Handhabe dagegen. Denn wenn Balkonkraftwerke ohne Internetverbindung betrieben werden, ist auch kein Fernzugriff möglich.

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Quelle: Spiegel (Paywall) via Golem

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schori Volt-Modder(in)
        Jeder Furz braucht heute eine Internetverbindung. Egal ob's nötig ist oder nicht.
        Und dann wird sich beschwert wenn die Server abgeschaltet werden und nix mehr funktioniert.
      • Von Schori Volt-Modder(in)
        Jeder Furz braucht heute eine Internetverbindung. Egal ob's nötig ist oder nicht.
        Und dann wird sich beschwert wenn die Server abgeschaltet werden und nix mehr funktioniert.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von MajoPCGH
        Ich weiß echt nicht warum so ein einfacher Mikrowechselrichter eine Internetanbindung benötigt
        This.

        Vor kurzem musste ich unsere Kühltruhe wegen Altersschwäche ersetzen. Nichts was einigermaßen anständig ist von den Eigenschaften kommt heute ohne Wlan und Touchscheiße aus. Erklären warum es nicht einfach 2 Knöpfe tun für an/aus und kalt/warm und es ein (ja, eins!) Touchfeld sein muss wi man dann über Zeiträume die man es gedrückt hält irgendwas einstellen soll und warum in aller Welt ich die Temperatur meiner Kühltruhe per Wlan einstellen können muss konnte keiner.

        Mein Gott son Solarding braucht kein Internet!
        Alles was da einstellbar sein sollte muss lokal einstellbar sein und wenns wirklich mal ein Firmwareupdate braucht würde das auch im lokalen Wlan über eine App die das vorher runterlädt oder sogar per Stick gehen.
        Die Dinger online zu halten ist doch nur zum flexen des Eigentümers da
      • Von MajoPCGH PC-Selbstbauer(in)
        Ich weiß echt nicht warum so ein einfacher Mikrowechselrichter eine Internetanbindung benötigt. Meiner ist um die wlan Antenne erleichtert uns tut seinen Job. Erzeugungsdaten liefert mir die fritz Steckdose.

        Als ich damals noch bei senec gearbeitet hab und die Bude noch richtig klein war, gab's auch noch eine lokale GUI die man einfach über die IP aufrufen konnte. Wurde dann alles deaktiviert und durch ein online Monitoring mit Pflicht zur Anbindung an das Internet ersetzt. Für die Funktion unnötig, aber es machen ja alle möglichen Hersteller bei allen möglichen Geräten. Der Kunde nimmt es mindestens in Kauf.
      • Von Andy123Andy1 Schraubenverwechsler(in)
        Das geht doch weiter mit Staubsauger, Rasenmäher, LWPs und den ganzen anderen IoT kram den man per App Steuern kann.
      • Von HisN Trockeneisprofi (m/w)
        Klar, die meisten Hersteller können Firmware-Updates über das Internet aufspielen.
        Und wenn ich mich in den Solar-Foren so umsehe, dann zerkonfigurieren die Menschen ihre Solar-Anlagen genau so häufig wie ihre Computer, und sind auf die Fernwartung der Hersteller sogar angewiesen.
      Direkt zum Diskussionsende
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