E-Auto: Laut BMW ist eine Reichweite von 600 Kilometern genug

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E-Auto: Laut BMW ist eine Reichweite von 600 Kilometern genug
Quelle: BMW

Es ist wohl für viele Interessenten, aber auch für Zweifler, das Argument bei Elektroautos - die Reichweite. Laut BMW sollen 600 Kilometer Reichweite genügen, mehr Kilometer soll es - nach derzeitigem Stand - nicht geben.

Im Jahr 2012 brachte der amerikanische Hersteller Tesla Motors die Limousine Model S auf den Markt. Es sollte das weltweit erste Elektroauto werden, mit dem sich auch größere Distanzen von 400 Kilometern mit nur einer Akkuladung bewältigen lassen. Inzwischen gibt es auch andere Automobilhersteller von Elektroautos mit derartigen Reichweiten. Laut dem bayerischen Hersteller BMW ist bei 600 Kilometern das Ende der Fahnenstange erreicht, wie der Chef des Projekts BMW i4 David Ferrufino gegenüber der Webseite Whichcar erläutert. Vielmehr sei neben der Reichweite die Ladegeschwindigkeit entscheidend bei längeren Wegstrecken. Wenn man in wenigen Minuten an Schnellladesäulen nachladen kann, dann sollen auch mehrere Ladestopps vertretbar sein.

Darum macht BMW nicht mit beim Reichweiten-Rennen

Laut BMW seien Elektroautos mit über 600 Kilometern Reichweite - nach derzeitigem Stand der Akkutechnik - nicht sinnvoll, weil man keinen zu großen und schweren Akku mitschleppen will. Wenn die Ladetechnik und -infrastruktur schnell genug ist, dann kann man auch Langstrecken von 1.000 Kilometern mit wenigen, kurzen Pausen bewältigen. Zudem will BMW die zur Verfügung stehende Reichweite bei Elektroautos künftig nach Fahrzeugsegmenten einteilen. So soll es etwa nur ab der Mittelklasse - wie beispielsweise beim Elektroauto BMW i4 - Reichweiten von 600 Kilometern geben. Bei kleineren Autos, wie etwa einem BMW X1 oder einem Mini hingegen will der Konzern nur niedrigere Reichweiten anbieten, so der Projektleiter.

"Tausend Kilometer Reichweite sind kein Ziel, das wir mit unseren vollelektrischen Autos verfolgen. Wir streben 600 Kilometer [Reichweite] für unsere vollelektrischen Autos und 100 Kilometer für unsere Plug-in-Hybride im Alltag an." - David Ferrufino, Projektleiter BMW i4.

BMW i4. (1) Quelle: BMW BMW i4. (2) Quelle: BMW Abmessungen des Elektroautos BMW i4. Quelle: BMW BMW i4 eDrive 40: Antrieb. Quelle: BMW BMW i4: Interieur. Quelle: BMW

Der BMW i4 ist eine Limousine mit großer Heckklappe, die in etwa die Größe eines aktuellen BMW 3ers besitzt und die ich bereits als Plug-in-Hybrid testen durfte. Mit dem i4 will BMW vor allem in der Mittelklasse das Tesla Model 3 angreifen. Der BMW i4 eDrive 40 leistet umgerechnet 340 PS und soll 590 Kilometer weit kommen laut WLTP-Messzyklus. Preislich geht es bei rund 58.300 Euro (ohne Förderung) los. Ein von der Leistung und Größe vergleichbarer BMW M440i mit Verbrennungsmotor und 374 PS kostet 67.200 Euro. Tesla hingegen verlangt für das Model 3 mit einer Reichweite von 614 Kilometern nach WLTP-Messzyklus knapp 50.000 Euro (ohne Förderung).

Mercedes bringt EQS mit fast 800 Kilometern Reichweite

Mit der Haltung, nicht am Reichweiten-Rennen teilzunehmen, steht BMW ziemlich alleine dar. Nur die beiden japanischen Hersteller Honda und Mazda denken ähnlich. BMWs direkter Konkurrent Mercedes hat jüngst mit der Luxus-Limousine EQS 450+ eine vollelektrische S-Klasse auf den Markt gebracht, die - laut WLTP-Messzyklus - 780 Kilometer weit kommt. In einem realen Test auf der deutschen Autobahn mit Geschwindigkeiten von 130 km/h und - kurzzeitig - noch schneller, hat Auto Motor und Sport herausgefunden, dass man mit dem Mercedes EQS 450+ über 630 Kilometer weit fahren kann.

Mercedes EQS. Quelle: Mercedes Mercedes EQS mit optionalem MBUX Hyper-Screen mit Nvidia Chipsatz und drei Bildschirmen unter einer Glashaube. Quelle: Mercedes Nio ET7 Elektroauto mit 1.000 km Reichweite. Quelle: Nio Nio ET7: Interieur. Quelle: Nio Tesla Model S 2022. Quelle: Tesla Motors

Tesla schafft beim neuen Model S 2022 mit umgerechnet 670 PS eine Reichweite von 652 Kilometern (Werksangabe) und verlangt dafür knapp 87.000 Euro, während Mercedes für den EQS 450+ mit umgerechnet 333 PS mindestens rund 107.000 Euro überwiesen haben möchte. Eine S-Klasse mit konventionellem Verbrennungsmotor kostet gut 10.000 Euro weniger als der Mercedes EQS. Die Konkurrenz aus China schläft nicht, so will die unter anderem vom chinesischen PC-Hersteller Lenovo unterstütze Firma Nio mit der Limousine ET7 1.000 Kilometer Reichweite durch ein 150 kWh großes Akkupaket bieten, allerdings nur nach der alten NEFZ-Messmethode. Nach der WLTP-Messung dürften es ein paar Kilometer weniger sein.

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Ebenfalls lesenswert: E-Auto: Umstrittene Ladesäulenverordnung kommt

Sammlung zur Reichweiten-Frage bei Elektroautos:

  • Der Projektleiter des Elektroautos BMW i4 hat erklärt, dass E-Autos bei BMW maximal 600 Kilometer Reichweite bieten werden. Noch mehr Reichweite sei nicht sinnvoll, da man so nur einen noch schwereren Akku verbauen muss. Entscheidend für längere Wegstrecken ist die Ladetechnik und -infrastruktur.
  • Zudem will BMW die Reichweite abhängig von der Fahrzeugklasse machen, sodass kleine Autos wie etwa ein BMW X1 oder ein Mini weniger als 600 Kilometer Reichweite als Elektroauto bieten werden.
  • Konkurrent Mercedes hingegen bietet bereits mit der Limousine EQS 450+ eine vollelektrische S-Klasse mit 780 Kilometern Reichweite (Herstellerangabe) an, wobei man auf der deutschen Autobahn - realistisch - über 630 Kilometer mit einer Akkuladung fahren kann. Kostenpunkt: Rund 107.000 Euro.

Quellen: Whichcar, Auto Motor und Sport, BMW, Tesla, Nio, Areamobile

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    • Kommentare (90)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Wenn du mir zustimmst, dass Leute da leben sollten, wo sie arbeiten, und nicht in ettlichen km Entfernung, dann solltest du das entweder nicht als Widerspruch formulieren oder aber sehr ausführlich schildern, was du eigentlich meinst, damit jeder versteht, dass es das gleiche ist...
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Wenn du mir zustimmst, dass Leute da leben sollten, wo sie arbeiten, und nicht in ettlichen km Entfernung, dann solltest du das entweder nicht als Widerspruch formulieren oder aber sehr ausführlich schildern, was du eigentlich meinst, damit jeder versteht, dass es das gleiche ist...
      • Von DaStash Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von ruyven_macaran
        Reden wir jetzt davon, Rahmenbedingungen zu ändern, oder davon, einfach weiterzumachen, bis Hannover Strandlage hat?
        Ein bisschen übertrieben. Eine Bauordnung zu ändern ist wohl aufwändiger, als das nachzuholen, was eh notwendig ist, nämlich der Ausbau digitaler Infrastruktur. Genau so wie das Rehabilitieren von Dörfern und die Nutzung der zahlreichen, leerstehenden Häuser und Bebauen von ausgeschriebenen, unbebauten Grundstücken.
        Mit deiner Megacitylösung sorgst du nur dafür, dass die Schere zwischen arm und reich größer wird oder was meinst du wer dann die unten liegenden, schattigen Wohnungen bewohnt und, schaue dir andere Städte an, die noch höhere Wohnungskosten haben, trotzt vertikaler Verdichtung oder vielleicht auch gerade deswegen?

        Soll man doch erst einmal das nutzen was man hat, bevor man das Rad neu erfindet.

        Zitat von ruyven_macaran
        Wofür zum Teufel brauchst du digitale Infrastruktur, wenn du willst, dass die Leute aus dem Dorf mit PKW in die Städte pendeln?
        Mir scheint du verstehst den Sinn der Argumentation diesbezüglich nicht. Warum sollte man pendeln, wenn man im Homeoffice arbeiten kann? Genau darum geht es doch, die Städte zu entlasten, in dem man digital die Arbeitsplätze auf der Fläche verteilt, mit genannten Vorteilen. Auch das Pendeln bei Arbeiten die sich nicht so digitalisieren lassen, könnte perspektivisch abnehmen, nämlich wenn durch den ländlichen Zuzug, die lokale Wirtschaft angekurbelt wird und dort neue Dienstleistungsarbeitsplätze entstehen. Quasi in jederlei Hinsicht eine winwin Situation.

        MfG
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von DaStash
        ...hier gibt es i. d. R. Bauverordnungen ... Bauland ausgewiesen...


        Reden wir jetzt davon, Rahmenbedingungen zu ändern, oder davon, einfach weiterzumachen, bis Hannover Strandlage hat?

        Zitat
        da gibt es so viel Potenzial, was man nur abschöpfen muss und kann, wenn die digitalte Infrastruktur stimmt, denn das ist ein Kernfaktor,
        Wofür zum Teufel brauchst du digitale Infrastruktur, wenn du willst, dass die Leute aus dem Dorf mit PKW in die Städte pendeln?

        Zitat von wuselsurfer
        Noch nie das Konzept von VW betrachtet?
        Zwei Motoren für alles.

        Und ein Auto mit einem Luftwiderstand von 0,95 (Tiguan 1) säuft halt das 1,5-fache von dem mit einem Luftwidersrand von 0,6 (Golf 7/8) ab 80 oder 100km/h.
        https://automobil-guru.de...
        1. Thx für den Link.
        2. WTF??? Ich wusste ja, dass die Kisten nicht optimal sind, aber dass es SO schlimm ist, überrascht mich dann doch.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von mylka
        aber irgendwann werden die trotzdem kaputt. alles hat irgendwann ein ende und es wird dann kontinuierlich neuen batteriemüll geben. das was neu dazukommt, wird irgendwann müll sein egal was dazwischen alles passiert
        Hast du dich schon mal gefragt, was mit dem Altöl aus deinem Auto gemacht wird, nachdem der Ölwechsel erledigt wurde?
      • Von mylka Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Threshold
        Der Bedarf ist sicher da. Wenn jeder zu Hause laden kann und es immer mehr Solaranlagen gibt.

        Die Feuerwehr ist ja entsprechend vorbereitet.
        Bei uns im Dorf hat die Feuerwehr extra ein neues Fahrzeug mit großen Wassertank bekommen.
        Da mache ich mir keine Sorgen.
        aber irgendwann werden die trotzdem kaputt. alles hat irgendwann ein ende und es wird dann kontinuierlich neuen batteriemüll geben. das was neu dazukommt, wird irgendwann müll sein egal was dazwischen alles passiert
        die person, der 2 e-autos abgebrannt sind hatte übrigens auch große probleme diese zu entsorgen, weil niemand diesen giftmüll will
        wird sich natürlich alles ändern, aber es zeigt doch, wie umweltbelastend diese akkus sind

        wie reden hier noch immer von einer garage mit 100ten autos. vielleicht reicht der tank für 1 auto, aber wenn dann schon 2-3 andere brennen, bis die feuerwehr vor ort ist...hmmmm
        auf yt gibts riesige contain, in die man das auto reinzieht und dann flutet.
        jetzt ist die frage wie kriegt man diesen riesen container in die garage und zieht das brennende e-auto da rein, damit man ihn fluten kann?
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