Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4

17 Jahre ist unser letzter Ausflug in die dystopische Unterwasserwelt Aqua nun her - höchste Zeit, wieder abzutauchen! Das Remake von Aquanox lässt uns erneut am Steuer verschiedener U-Boote platznehmen, um mit Torpedos und weiteren Waffen das Schicksal der Menscheit zum Guten zu wenden. PCGH prüft im Techniktest, welche Grafikkarten seit 2014 dem Tauchgang gewachsen sind.

41
Special Raffael Vötter Philipp Reuther David Krausbauer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4
Quelle: PC Games Hardware

Der Oktober 2020 mausert sich zum Wonnemonat für Hobby-Piloten. Kurz nach Star Wars Squadrons und viele Jahre nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne im Jahr 2015 ist das Aquanox-Remake namens Aquanox Deep Descent endlich fertig. Falls Sie nur mit den Schultern zucken, sind Sie womöglich zu jung: Der Startschuss für die Aquanox-Reihe fiel mit dem Spiel Schleichfahrt aus dem Jahr 1996, auf das im Jahr 2001 Aquanox und 2003 Aquanox 2: Revelation folgten. Die Kollegen bei PC Games haben dazu im letzten Jahr einen interessanten Rückblick formuliert. Bei allen Titeln handelt es sich um fahrzeugbasierte Shooter, die in einer dystopischen Zukunft spielen, in der die Menschheit von der Erdoberfläche fliehen musste und in Unterwasserstationen in den Ozeanen lebt. Die Aquanox-Spiele waren unter anderem bekannt für ihre fortschrittliche, effektschwangere Grafik auf Basis der KRASS-Engine (die deutsche Herkunft der Entwickler ist offensichtlich), welche auch die Verwendung in den populären Aquamark-Benchmarks erklärt.

Das mittels Kickstarter finanzierte Aquanox Deep Descent wurde von dem noch jungen Entwickler Digital Arrow entwickelt. Es handelt sich um das erste größere Projekt des im serbischen Novi Sad ansässigen Teams. Bei Aquanox Deep Descent handelt es sich obendrein um ein Reboot, vorherige Kenntnisse bezüglich Story und Spielewelt sind also nicht vonnöten.
Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (3) Quelle: PC Games Hardware Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (3) Die Welt von Aquanox ist eine trostlose - Kriege, Zerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen haben die Oberfläche der Erde unbewohnbar gemacht. Die reichen und mächtigen haben sich in die Tiefe der Meere gerettet, doch Gier, Zerstörungswahn und Irrglaube begleiteten die kümmerlichen Reste der Menschheit und ließen diese bald in verfeindete Fraktionen zerfallen. Sie übernehmen die Rolle von Kaelen, der zusammen mit drei Begleitern zu Beginn des Spiels aus dem Kälteschlaf erwacht und wie Sie als Spieler quasi in die postapokalyptische Welt von Aquanox hineingeboren wird und sich sofort mit deren Gefahren konfrontiert sieht. Ihre Begleiter werden von der KI gesteuert, auf Wunsch können sie aber auch mit bis zu drei Freunden im Coop abtauchen.
Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (16) Quelle: PC Games Hardware Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (16) Auch wenn es des Öfteren größere Gebiete zum Erkunden gibt, die meisten Umgebungen in Aquanox Deep Descent sind recht klein und werden durch die felsigen Wände von Unterwasser-Canyons und -Höhlen oder von Mauern versunkener Gebäude oder rostigen Industrieanlagen beschränkt. Aufgrund dieses Leveldesigns erinnert Aquanox häufig eher an den Klassiker Descent beziehungsweise an einen 360°-Egoshooter, als an Weltraum-Action wie beispielsweise Star Wars Squadrons. Auch wenn Aquanox designtechnisch eine zumindest etwas entferntere Verwandtschaft zu Letzterem erkennen lässt, die Unterwasser-Action unterscheidet sich doch merklich vom freiem Herumschweben im All, nicht zuletzt durch die höhere Träge des Mediums Wasser, durch das wir mit unseren kleinen Untersee-Booten treiben und die trotz des Unterwasserszenarios doch recht terrestrischen Umgebungen. Unser Boot orientiert sich in der Ausrichtung zudem immer am Meeresgrund, wodurch Aquanox Deep Descent teils mehr an einen Ego-Shooter mit schwebendem Protagonisten erinnert, denn an eine 360°-Simulation. Einen Test mit ausführlichen Abhandlungen zum Gameplay lesen Sie bei den Kollegen der PC Games.

Aquanox Deep Descent im Techniktest: Technik

Aquanox war 2001 eines der ersten Spiele, welche die Möglichkeiten des Pixel-Shadings zur Schau stellten. Der zweite Teil erhielt einige Monate nach dem Erscheinen gar als erstes Spiel - oder zumindest als eines der ersten - überhaupt Support für Direct X 9 und Pixel Shader 2.0. Die Spielwelt protzte mit einer fantastischen Oberflächendarstellung, dichtem Partikelplankton und damals sehr beeindruckende Kaustiken sowie Lightshafts, die durch die Meeresoberfläche in das düstere Nass herunterschienen. Die in Aquanox und Aquanox 2 Revelation eingesetzte, hauseigene Krass-Engine fand außerdem im ersten Spellforce Verwendung und ergötzte viele Spieler mit der für die damalige Zeit sehr effektvollen und polygondichten Grafik.
Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (20) Quelle: PC Games Hardware Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (20) Aquanox Deep Descent setzt indes auf die Unreal Engine. Zu Beginn der Entwicklung und zur Konzeptionierung eines Prototypen für die Crowdfinanzierung unter anderem via Kickstarter kam noch die Unreal Engine 3 zum Einsatz, eine solche Demo haben wir bereits 2014 auf der Gamescom begutachten können. Mehr als sechs Jahre später zeigt sich das Spiel indes in einem deutlich moderneren Gewand: Nun bildet die Unreal Engine 4 das grafische Fundament. Die Grafik ist effektvoll und generell recht hübsch, die Farbgebung orientiert sich dabei eher am farbenfrohen ersten Teil aus dem Jahre 2001, denn am düsteren Aquanox 2 Revelations. Auffällig und stilgebend sind dabei vor allem die vielen Unterwassereffekte. Eine kräftige Tiefenschärfe sorgt zusammen mit volumetrischem Nebel für eine glaubwürdige Trübe der Unterwasserwelt, Verzerrungen simulieren bei Bewegung unterschiedlich dichte Wasserschichten, die durch die Interaktionen des Spielers durcheinandergeraten und dadurch das Licht unterschiedlich brechen, Plankton und Luftbläschen sorgen für ein gutes Geschwindigkeitsgefühl, zeigen die Fortbewegungsrichtung auf und sind so eine atmosphärisch glaubwürdige, optische Stütze bei der Orientierung.

Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (12) Quelle: PC Games Hardware Aquanox Deep Descent im Techniktest: Sehenswertes Unterwasser-Ballern mit Unreal Engine 4 (Bilder: 4K-DCI downsampled @ 1440p) (12) Die Möglichkeiten der Unreal Engine wurden aber nur rudimentär übernommen. Das Grafikmenü, siehe Bild über diesen Zeilen, fällt eher übersichtlich und schmal aus. Dinge wie Raytracing und DLSS oder Support für Direct X 12 sucht man ebenfalls vergebens. Dabei lädt gerade eine Unterwasser-Welt mit zahlreichen Möglichkeiten für Licht- und Schattenspiele für atmosphärischen Tiefgang ein. Gleichwohl sorgen die Entwickler aber für Atmosphäre, was vor allem der Tiefenschärfe zu verdanken ist. Dennoch gelangt man nach einiger Zeit zu dem Schluss, dass Ende 2020 grafisch mehr drin sein müsste, ein Plus an dynamischen, schattenwerfenden Lichtquellen etwa für die Scheinwerfer der Unterseebote wäre beispielsweise nett und optisch auffällig gewesen, zumindest für den Scheinwerfer des Spielers. Denn wenn Sie mit Ihrem Gefährt durch dichte Kelp-Wälder oder düstere Höhlenkomplexe tauchen, so wirft Ihre Lampe keine dynamischen Schatten. Das ist schade, denn gerade bei den genannten Beispielen würde es der Atmosphäre sehr zugute kommen, wenn etwa der Lichtkegel Details erst aus der Dunkelheit herausschälen müsste oder Objekte und dichter Bewuchs stimmungsvoll Schatten auf Höhlenwänden tanzen lassen würden. Weitere Eindrücke zur Grafik finden Sie in der Bildergalerie.

Bildergalerie

41
  1. Seite 1 Aquanox Deep Descent im Technik-Test: Basiswissen
  2. Seite 2 Aquanox Deep Descent im Technik-Test: GPU-Benchmarks
    • Kommentare (41)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von mkm2907 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Celinna
        anscheinend soll es aber kein Joystick Support geben hier hätte ich mir den gewünscht!
        Wie spielt es sich denn so mit Maus und Tastatur?
        Eigentlich sehr gut. Ich habe auch die beiden Vorgänger Versionen nur mit Maus und Tastatur gespielt. Es ist einfacher und genauer, zumindest für mich.
      • Von mkm2907 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Celinna
        anscheinend soll es aber kein Joystick Support geben hier hätte ich mir den gewünscht!
        Wie spielt es sich denn so mit Maus und Tastatur?
        Eigentlich sehr gut. Ich habe auch die beiden Vorgänger Versionen nur mit Maus und Tastatur gespielt. Es ist einfacher und genauer, zumindest für mich.
      • Von Research Lötkolbengott/-göttin
        Mal sehen ob die ein NoManSky pullen. Denke aber nicht.
      • Von HisN Trockeneisprofi (m/w)
        Versteh das nicht.
        Warum titelt ihr das Spiel "sehenswert". Scheinbar konntet ihr euch das Game schon vorab anschauen. Während die User das Game als Anno 2001 beschreiben von der Aufmachung her.

        Wer hat jetzt den Knick in der Optik? Der Redakteur oder die User?

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von ceramicx PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Rolk
        War das schon mal anders?
        Nee
      • Von CrimsoN 2.0 Volt-Modder(in)
        Also bin ein riesen Aquanox fan aber (siehe meinen Name) aber dieses Spiel ist eine frechheit sonders gleichen.

        Das Spiel hat für diesen Optik eine eher schlecht FPS Leistung wenn ich das so sagen darf.
        Sobald mehr als 2 oder 3 Schiffe ballern bricht es bei mir von 60/70 FPS auf 40 oder weniger FPS eins. Und dabei ballern die nur...
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk