WWDC 2020: Apple soll Wechsel von Intel auf ARM-Prozessoren bei Macs bekanntgeben

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Apple soll Wechsel auf ARM-Prozessoren bei Macs auf WWDC 2020 bekanntgeben (1)
Quelle: Ampere

Das Wirtschaftsmagazin Bloomberg will erfahren haben, dass Apple zur hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC in diesem Jahr den Wechsel von Intel-CPUs zu eigens entwickelten ARM-Prozessoren bekanntgeben wird.

Wer sich ein Gerät mit MacOS kauft, erhält bei allen aktuellen Macs eine Intel-CPU. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass Apple weg möchte vom Chipriesen aus Santa Clara. Nun gießt das Wirtschaftsmagazin Bloomberg Öl ins Feuer. Von mit der Sache vertrauten Personen will Journalist Mark Gurman erfahren haben, dass es ein neues internes Projekt namens Kalamata gibt. Hiermit ist gemeint, dass Apple von Intel-CPUs auf ARM-Chips wechselt. Dieser neue technische Unterbau soll auf der Entwicklermesse WWDC am 22. Juni offiziell angekündigt werden.

Lange Akkulaufzeit für Nutzer bei ARM-Chipsatz - OS-Updates nur noch für ausgewählte Macs

Erste Macs mit dem neuen Herzen wird es wohl im kommenden Jahr geben. So sollen die App-Entwickler Zeit haben, ihre Software fit zu machen für den Einsatz mit einem ARM-Chipsatz. Schließlich arbeitet der ARM-Befehlssatz grundlegend anders im Vergleich zum x86-Befehlssatz von AMD- und Intel-Prozessoren. Die meisten Programme für Mac sind allerdings für den x86-Befehlssatz geschrieben worden, da nach diesem Prinzip eben alle AMD- und Intel-CPUs arbeiten. So müssen diese Programme wohl erst neu kompiliert werden durch die Software-Entwickler, um auf einem Endgerät mit ARM-Prozessor gestartet werden zu können.

Ein ARM-SoC hat jedoch auch Vorteile. Der wohl größte Faktor ist die gesteigerte Effizienz im Vergleich zu Intel-/AMD-CPUs. Die ARM-Prozessoren arbeiten nach dem Big-Little-Ansatz, sodass unterschiedlich leistungsstarke Kerne verbaut sind, die je nach Anwendung angesteuert werden. Im Smartphone-Bereich, bei dem jedes aktuelle Endgerät einen ARM-SoC besitzt, werden so sehr lange Akkulaufzeiten möglich sowie ein Instant-On.

Für Apple selbst ergibt sich der Vorteil, dass man vollständige Kontrolle über Hardware und Software auch bei den Macs mit einem eigenen Prozessor erreichen würde. Für jede neue MacOS-Version ist aber auch eine manuelle Anpassung der Software mittels eines Board Support Packages notwendig, damit der Prozessor ordnungsgemäß mit der neuen Betriebssystemversion umgehen kann. Dies liegt im ARM-Befehlssatz begründet, bei AMD- und Intel-CPUs hingegen ist nicht derartig viel Aufwand für die Softwarehersteller zu betreiben. Welcher Mac dann eine neue MacOS-Version bekommt und welcher auf der Strecke bleibt, könnte Apple so selbst entscheiden.

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Sammlung zum möglichen Wechsel von Intel-CPUs auf Apples ARM-SoCs bei Macs:

  • Bloomberg will erfahren haben, dass es ein neues internes Projekt namens Kalamata gibt. Hiermit ist gemeint, dass Apple bei seinen Macs von Intel-CPUs auf ARM-Chips wechselt.
  • Diesen neuen Unterbau soll der Konzern bei der Entwicklermesse WWDC am 22. Juni vorstellen, so die Gerüchteküche.
  • Im kommenden Jahr könnten dann die ersten Macs und Macbooks mit ARM-Chipsatz auf den Markt kommen.
  • Für Nutzer bietet ein ARM-Chipsatz vor allem eine längere Akkulaufzeit sowie schnelles Erwachen aus dem Stand-by. Der ARM-Befehlssatz jedoch arbeitet grundlegend anders als der x86-Befehlssatz von Intel-Prozessoren (und AMD-Pendants), sodass sämtliche x86-Programme erst angepasst werden müssen, ehe sie mit einem ARM-Prozessor gestartet werden können.
  • Apple wiederum muss MacOS ebenfalls erst kompatibel mit ARM-Chips machen und kann dann bei Macs mit ARM-Prozessor selbst entscheiden, welches Gerät eine neue Betriebssystemversion bekommt.

Quelle: Bloomberg

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Claus
        In Verbindung mit ARM-Chipsätzen kommt es entscheidend auf die Software-Optimierung an. Theoretisch jedoch sind aktuelle Highend-ARM-Prozessoren auf dem Leistungsniveau eines Intel Core i5 aus der U-Serie (etwa Intel Core i5-7200U mit zwei Kernen).
        -> Folge: Wenn und nur wenn es gut optimierte Programme gibt, dann sollten Anwender nichts davon merken, ob jetzt ein ARM-Chipsatz oder ein Intel Core werkelt.
        Sag das mal den Leuten, die mit Photoshop arbeiten.
        Die kommen aus dem Lachen nicht mehr raus.

        Zitat von PCGH_Claus
        Man muss halt immer bedenken, dass der User mit einem ARM-Chipsatz eine bessere Akkulaufzeit erhält als mit einer x86-CPU.
        Tja, aber auf die Dauer ... .
        Für ein Tablet reicht ein ARM, aber nicht für einen Power MAC.

        Zitat von PCGH_Claus
        Ein x86-Prozessor arbeitet also stromfressender, als ein ARM-Chipsatz.
        Klar.
        Er hat ja meist auch mehr Rechenleistung.

        Na, wir werden sehen, wie sich das entwickelt.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Claus
        In Verbindung mit ARM-Chipsätzen kommt es entscheidend auf die Software-Optimierung an. Theoretisch jedoch sind aktuelle Highend-ARM-Prozessoren auf dem Leistungsniveau eines Intel Core i5 aus der U-Serie (etwa Intel Core i5-7200U mit zwei Kernen).
        -> Folge: Wenn und nur wenn es gut optimierte Programme gibt, dann sollten Anwender nichts davon merken, ob jetzt ein ARM-Chipsatz oder ein Intel Core werkelt.
        Sag das mal den Leuten, die mit Photoshop arbeiten.
        Die kommen aus dem Lachen nicht mehr raus.

        Zitat von PCGH_Claus
        Man muss halt immer bedenken, dass der User mit einem ARM-Chipsatz eine bessere Akkulaufzeit erhält als mit einer x86-CPU.
        Tja, aber auf die Dauer ... .
        Für ein Tablet reicht ein ARM, aber nicht für einen Power MAC.

        Zitat von PCGH_Claus
        Ein x86-Prozessor arbeitet also stromfressender, als ein ARM-Chipsatz.
        Klar.
        Er hat ja meist auch mehr Rechenleistung.

        Na, wir werden sehen, wie sich das entwickelt.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Damit verliert Apple auf einen Schlag alle Kunden, die parallel noch Windows nutzen wollen oder müssen.
        Zusätzlich werden die Leute abspringen, deren Software dann nicht mehr von Drittanbietern weiterentwickelt oder portiert werden.
        Und wenn dann noch aus Bequemlichkeit oder Gewinnmaximierung die Produktwartung und Unterstützung auf 2 oder 3 Jahre limitiert werden sollte, haben wir den gleichen Salat wie bei den Smartphones.
        Hinzu kommt die wesentlich geringere Performance von solchen für Mobilsysteme optimierte Aufbauweise der ARM-Prozessoren.
        Im Workstation-Bereich eh ein No-Go, aber privat würde ich mir so ein Teil dann auch nicht hinstellen wollen.
        Also ich sehe das als Rückschritt für die PC-Gemeinde an.
      • Von PCGH_Claus Freizeitschrauber(in)
        Zitat von wuselsurfer
        Sehr fraglich, ob dann bei Programmen mit intensiven Leistungsbedarf genügend Rechenleistung zur Verfügung steht.

        Gut, Apple hat schon zwei harte Umstellungen überlebt.


        In Verbindung mit ARM-Chipsätzen kommt es entscheidend auf die Software-Optimierung an. Theoretisch jedoch sind aktuelle Highend-ARM-Prozessoren auf dem Leistungsniveau eines Intel Core i5 aus der U-Serie (etwa Intel Core i5-7200U mit zwei Kernen).
        -> Folge: Wenn und nur wenn es gut optimierte Programme gibt, dann sollten Anwender nichts davon merken, ob jetzt ein ARM-Chipsatz oder ein Intel Core werkelt.

        Man muss halt immer bedenken, dass der User mit einem ARM-Chipsatz eine bessere Akkulaufzeit erhält als mit einer x86-CPU. Das sieht man wunderbar am Datenblatt des neuen Samsung Galaxy Book S, welches ein Ultrabook ist. Dieses gibt es wahlweise mit einem Qualcomm Snapdragon 8cx (ARM-Prozessor) oder einem Intel-Lakefield-Prozessor, der das Big-Little-Prinzip von ARM nachahmt.
        - Samsung Galaxy Book S mit ARM-Prozessor: Ca. 23 Stunden Akkulaufzeit (laut Hersteller),
        - Samsung Galaxy Book S mit Intel-CPU (Lakefield, also U-Serie): Ca. 17 Stunden Akkulaufzeit (laut Hersteller)

        Ein x86-Prozessor arbeitet also stromfressender, als ein ARM-Chipsatz. Allerdings kommt diese bessere Akkulaufzeit immer nur dann zum Tragen, wenn der Nutzer speziell für den ARM-Befehlssatz optimierte Programme benutzt. Wer etwa auf eine Software-Emulation setzt, um ohne Anpassung durch den App-Entwickler das Programm starten zu können, der erlebt weniger Performance und eine schlechtere Akkulaufzeit mit einem ARM-Prozessor im Vergleich zu einer x86-CPU. Diesen Umstand bemerkt etwa Microsoft mit "Windows on ARM", welches auf eine softwareseitige Emulation setzt, weil viele Software-Entwickler nicht bereit sind, extra ihr x86-Programm neu zu kompilieren und zu optimieren für Geräte mit ARM-Chipsatz.
        Siehe: https://www.pcgameshardwa...
        https://www.pcgameshardwa...
      • Von Peter-Pe Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Darüber wird schon so viele Jahre spekuliert, dass es mich wundert, dass die Ankündigung erst jetzt kommt. Um die Entwickler tuts mir leid. Erst ppc zu x86, dann 64 bit only und jetzt x86 zu arm. Aber am Ende auch ein logischer Schritt. Sollte ja theoretisch dann möglich sein ein OS aus einem Guss für alles zu haben. iPhone iMac appletv laufen mit dem gleichen iOS und man braucht nur eine App zu entwickeln, die auf allen Geräten läuft.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von BlackPredator
        Denke die meiste Pro Software wird, im Gegensatz zu Windows, innerhalb von 2 Jahren dann auch auf Arm umgestellt.
        Und Du denkst, daß das Adobe und Co. freiwillig machen?
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