Anthem im Technik-Test: Spektakuläre Grafik, coole Luftakrobatik, enttäuschendes Spiel-Design und sehr hohe Hardware-Anforderungen
Mit Anthem ist Bioware leider nicht der Hit geglückt, auf den viele Spieler gewartet haben. Das Spiel wirkt in vielerlei Hinsicht unfertig, einzelne Elemente, die Story und der leblose Hub des Spiels wirken wie einzelne, zusammenhaltlose und nicht selten erschreckend unkreativ gestaltete Bausteine, die Bioware durch lästige Ladescreens miteinander verknüpft hat. Trotzdem kann Anthem in einigen Punkten Akzente setzen. So macht das Herumfliegen in der erfreulich vertikalen, sehr ansehnlichen, "offenen" Welt Bastion viel Spaß, das Gunplay und die effektgeladenen Gefechte sind sehr befriedigend und die Grafik ist stellenweise atemberaubend. Die Hardware-Anforderungen haben es allerdings in sich - wir machen den Technik-Test.
Anthem im Test: Gameplay
Es ist ein Jammer, doch es gibt vieles, was man in Biowares Loot-Shooter bemängeln kann und wohl auch sollte. Ein großer Teil davon betrifft das Gameplay, darunter die sich stetig wiederholenden Missionsstrukturen, die seltsam inkohärent wirkende Spielewelt, mangelndes Feedback sowie unzureichende Informationen, was Ausrüstung und Statuswerte angeht. Dazu kommen der knappe Inhalt, der zum Launch sehr schmächtige End-Game-Content und die Story sowie Charaktere, die leider nicht das gewohnte Qualitätsniveau vergangener Bioware-Zeiten erreichen. Viele andere Probleme sind dagegen technischer Natur, darunter häufige Verbindungsprobleme, Disconnects, eine Unzahl extrem störender Ladezeiten sowie einige Schwachstellen bei der Performance.
Dabei kann Anthem beim zentralen Element, dem Herumdüsen mit den Javelins - einer Mischung aus metallener Körperrüstung und Jet-Pack -, sowie dem eigentlichen Teamplay überzeugen. In den besten Momenten kann Anthem zünden: Wenn Sie mit ihrem Javelin und ihren Freunden gemeinsam und mächtig wie Iron Man durch die Lüfte düsen und die wundervolle Grafik genießen können, ist Anthem ein gutes Spiel. Auch wenn Sie in den ausgesprochen effektgeladenen Gefechten die Fähigkeiten ihres Javelins mit jenen Ihrer Mitspieler abstimmen und Geschick und Timing einsetzen können, um gewaltige Combos zu initiieren, trifft das zu. Doch abseits dieser positiven Eindrücke fällt Anthem bei beinahe jedem Aspekt ab. Das Spiel wirkt seltsam gespalten, als wären verschiedene Bausteine des Spiels einfach lose aneinandergeklebt. Einen Spiele-Test lesen Sie bei den Kollegen der PC-Games.
Anthem - Tolle Grafik, zusammenhaltloses Design
Den zentralen Hub, den Sie häufig betreten müssen, um die Story voranzubringen und neue Missionen zu erhalten, erkunden Sie beispielsweise in Ego-Perspektive. Dabei ist das Fortbewegungstempo geradezu schmerzlich träge, ein völliger und absoluter Gegensatz zum geschwinden und befreiten Herumfliegen in der offenen Spielewelt. Dazu wirkt Fort Tarsis - jener erwähnte Hub - trotz NPC-Bevölkerung seltsam leblos und steril, kaum eine Figur bewegt sich von ihrem Platz und selbst die Audiokulisse ist beinahe erschreckend dünn. Im späteren Spielverlauf gibt es zwar zusätzliche Charaktere, mit denen Sie reden können, doch ändert das kaum etwas daran, dass Fort Tarsis wie ein an den Open-World-Loot-Shooter angetackerter Wander-Simulator wirkt, den man ärgerlicherweise beständig von einem bis zum anderen Ende durchqueren muss - im Schneckentempo. Diesem Umstand ist auch nicht geholfen, dass die grafische Präsentation von Fort Tarsis zwar ansehnlich ist, aber meilenweit hinter dem auf der E3 2017 gezeigten Reveal-Trailer bleibt. Fort Tarsis ist optisch wie spielerisch langweilig. Die Ladezeiten, die benötigt werden, um es zu betreten oder zu verlassen, was sie vor und nach beinahe jeder Mission tun müssen, sind dagegen geradezu lästig und betonen die schizophren wirkende Teilung von Story-Elementen und Gameplay zusätzlich - trotz Day-1-Patch. Was ebenfalls irritiert, sind die hohen Anforderungen an Grafikkarte, vor allem indes den Prozessor im eigentlich ziemlich beschränkten und statischen Hub - selbst der übertaktete Intel-Sechskerner unseres Spieletest-Systems kämpft fühl- und sichtbar.
Haben Sie den Hub verlassen, so zeigt sich die Spielwelt Bastion von attraktiver Seite - auch wenn die schicken Umgebungen ebenfalls weit hinter der optischen Güte des auf der E3 2017 gezeigten Trailers bleiben. Das Layout der Umgebungen ist erfreulich vertikal und erinnert beim Herumfliegen mit dem Javelin nicht selten an die von Felsen und Bergen umsäumten Dschungel-Täler des Mondes Pandora aus James Camerons Avatar. Die grafische Umsetzung via Frostbite-Engine lässt selbst verwöhnten PC-Spielern das Wasser im Mund zusammenlaufen. Feinste Effekte, darunter unzählige schicke Partikel, eine sehr ansehnliche Wasserdarstellung samt mittels sauber gefiltertem, durchscheinenden volumetrischem Nebel aufgehübschten Wasserfällen, eine sehr hohe Sichtweite, die kaum mit störendem Pop-Up auffällt, dichte Vegetation und hochauflösende Texturen samt tessellierter Oberflächen machen Anthem zu einem grafischen Genuss. Und wenn Sie dazu auch noch Ihren schick animierten Javelin gekonnt durch die detaillierten Umgebungen jagen, kommt echtes Superhelden-Feeling auf.
Allerdings hat die grafische Pracht ihren Preis. Mit Ultra-Details liegen die Anforderungen um eine ganze Ecke höher, als man es von anderen aktuellen Titeln gewohnt ist, dabei wird sowohl die Grafikkarte als auch der Prozessor stark belastet. Und selbst unsere anspruchsvolle Benchmarkszene zeigt nicht das ganze Ausmaß des Hardware-Hungers: In großen Gefechten, wenn viele bildfüllende Effekte zugleich abbrennen, kann die Bildrate nochmals um 30 und in Ausnahmefällen gar bis zu 50 Prozent absacken.

Du bekommst selber auch nix mehr mit oder ? Also was du schreibst, bist wohl mitn Gesicht zuerst aufgestanden heute
Diese Aussage ist lächerlich und Kindisch,
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Anthem schlittert in die Downgrade-Falle
Was habt ihr denn bei den Vega Tests gemacht? Das was ihr im FullHD angebt habe ich unter QHD mit Ultra Preset. Sollten eure zusätzlichen Einstellungen so viel FPS kosten?
Lasst ihr die Karten eigentlich im Wattman in Normal oder Turbo laufen? Silent oder normale Firmware?
Mit Ultra @QHD bin ich immer so bei ~70fps. (allerdings ist der PC ein Backofen bei dem Game)
Zu den Ladezeiten, sind vieeeeel zu lang und zu oft.. StarCitizen hats doch auch hin bekommen... (MegaMap feature)...
Für 14€ aber ein gutes Spiel. (Origin Access Premier, Abo gleich wieder kündigen, Spiel für 14€ zocken, länger als ein Monat braucht man das eh nicht)
PS: seit wann unterstützt die PCGH eigentlich kein HTTPS mehr??
Das Spiel hat man btw ziemlich krass gedowngradet:
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