Kolumne - User-Artikel von MrButz: Age of Empires 4 - ein Spiel für die Ewigkeit?

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Age of Empires 4 - ein Spiel für die Ewigkeit? (1)
Quelle: ageofempires.com

Kennt ihr das? Ihr habt vor längerer Zeit ein Spiel gespielt, das euch extrem begeistern konnte und zerbrecht euch förmlich den Kopf darüber, wieso es keinen Nachfolger gibt? Age of Empires-Fans können wohl ein Lied davon singen, denn 16 Jahre hat es gedauert, bis endlich am 28. Oktober 2021 Age of Empires 4 das Licht der Welt erblickte. Doch kann es die ausgehungerten Fans und mehr noch die Neulinge fesseln?

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Age of Empires - was ist das?
Vor allem die jüngeren Gamer unter euch werden sich wahrscheinlich fragen: Age of Empires, spielt das überhaupt noch jemand? Und die klare Antwort ist: ja, sogar circa 20.000 Spieler täglich kann die Age of Empires 2 Definitive Edition auf Steam verbuchen. Die alteingesessene Community ist also durchaus vor allem im kompetitiven Mehrspielermodus noch aktiv.

Age of Empires 4 legte zum Release am 28. Oktober einen großartigen Start hin und übertrumpft den zweiten Teil bei Weitem. Der all-time-peak liegt bei 73.629 Spielern, und das wohlgemerkt nur auf der Plattform von Valve. Das Interesse an RTS-Spielen (RTS = real time strategy) ist also durchaus vorhanden. Die Entwickler der Microsoft Studios Relic Entertainment und World's Edge scheinen es geschafft zu haben, nicht nur die RTS-Neandertaler aus ihren schon etwas muffeligen Age-of-Empires-2/3-Höhlen herauszulocken, sondern auch neue Spieler zu begeistern, die vielleicht noch nie in Berührung mit einem Echtzeitstrategiespiel gekommen sind.

Wenn eine Community sich festsaugt
Die Macher von Age of Empires 4 haben etwas geschafft, an dem sich so manch anderer Entwickler schon die Zähne ausgebissen hat. Die altehrwürdige Marke Stronghold zum Beispiel wanderte schon durch viele Studios, konnte aber nie an den andauernden Erfolg der alten Titel wie Stronghold Crusader anknüpfen, auch nicht mit dem jüngsten Stronghold Warlords.

Natürlich muss sich das neue Age of Empires auf lange Sicht erst noch beweisen, doch das Entwicklerstudio scheint relativ genau zu wissen, was die Spieler wollen und hat definitiv schon eine starke Basis aufgebaut, die nebenbei bemerkt - bis auf ein paar Performance-Probleme - auch technisch überzeugt.

Stronghold Crusader HD ist und bleibt einer der bekanntesten Titel der Burgenbau-Strategiereihe Quelle: fireflyworlds.com Stronghold Crusader HD ist und bleibt einer der bekanntesten Titel der Burgenbau-Strategiereihe
Langzeitspaß muss sein
Laut GameStar soll Age of Empires 4 genau wie sein Vorvorgänger satte 20 Jahre lang mit Updates versorgt werden. Microsoft hat also scheinbar Großes mit der Marke vor. Die Frage ist jedoch, ob das Spiel seine Spielerzahlen halten kann, sprich die Gamer auch wirklich fesselt. Der Mehrspielermodus ist hier natürlich der Grundpfeiler, denn die Kampagne hat irgendwann einfach jeder durchgespielt.
Das Problem: ein Echtzeitstrategiespiel ist lange nicht so massentauglich wie ein Shooter. RTS-Games sind eher für Komplexität und - zumindest für mich - auch für ihren potenziellen Stressfaktor bekannt. Wenn die feindliche Armee an 3 Fronten gleichzeitig angreift, man gerade aber eigentlich seine Burg aufbauen wollte, kann man nun mal nicht einfach auf Pause drücken. Das kann vor allem noch unerfahrene Spieler schnell frustrieren.

Simple Komplexität - der Schlüssel zum Erfolg
Dessen scheinen sich die Entwickler durchaus bewusst und haben einige Anpassungen gegenüber den Vorgängern vorgenommen, um das grundlegende Gameplay zu entschlacken und andernorts sinnvoll zu erweitern.

Der Anfang einer jeden Mehrspieler-Partie verläuft zum Beispiel etwas zügiger. Man befindet sich nicht mehr so lange in der Aufbauphase wie früher und sehr kleinfummelige Mechaniken wie das Anlocken von Wildschweinen als Nahrungsquelle wurden einfach entfernt. Stattdessen gibt es jetzt Schafe, die ganz komfortabel dem Späher hinterherlaufen, wenn sie sich in dessen Aufsammelradius befinden.
Generell wurde das nötige Micromanagement etwas zurückgefahren. Felder brauchen nun nur noch einmal Holz, um gebaut zu werden. In Age of Empires 2 war Ackerbau noch mit einem laufenden Holzverbrauch verbunden, den man einkalkulieren musste.

Des Weiteren hat sich auch an der Grafik einiges getan. Obwohl die Einfachheit manche als störend empfinden, ist das Spielgeschehen so meiner Meinung nach besser lesbar. Einheiten sind im Vergleich zu Häusern etwas überproportional groß, um sie besser abgrenzen zu können und auch die verschiedenen Gebäudetypen lassen sich sehr gut voneinander unterscheiden.

Insgesamt wird schnell deutlich, dass Relic versucht, eine angenehme Komplexität zu schaffen. In einem Interview mit GameStar bemerkt Adam Isgreen, Creative Director des Partnerstudios World's Edge hierzu: "Es geht nicht so sehr darum, so viele Aktionen pro Minute wie möglich auszuführen. Du kannst es wie die Profis spielen, aber wir wollen alle Spielertypen zufriedenstellen".

Was ist mit den Pros?
Es gibt also Entwarnung. Nerds müssen sich nicht in ihre Age-of-Empires-2-Höhlen zurück verkriechen. Trotz der oben genannten Anpassungen bewahrt die Marke ihre Stärken. Gerade gegen andere Spieler stellt das Spiel den Burgherren weiterhin vor große Herausforderungen. Es gibt immer etwas zu optimieren, um zum Beispiel noch etwas schneller ins nächste Zeitalter vorzupreschen oder eine noch etwas effizientere Wirtschaft hochzuziehen. Und die sehr unterschiedlichen Völker laden zu immer neuen Taktiken ein, um euer Gegenüber zu überraschen. Das Spiel schafft somit den Spagat zwischen den Profis und den Neulingen, wobei eine angenehme Lernkurve Frust vermeidet.

Nicht selten kommt es auch zum Kampf sowohl auf See als auch an Land. Um all seine Einheiten und seine Basis unter Kontrolle zu halten, braucht es schon etwas Multitaskingfähigkeiten. Quelle: store.steampowered.com Nicht selten kommt es auch zum Kampf sowohl auf See als auch an Land. Um all seine Einheiten und seine Basis unter Kontrolle zu halten, braucht es schon etwas Multitaskingfähigkeiten. Ein Spiel für die Ewigkeit
Mit Age of Empires 4 wurde an genau den richtigen Stellen geschraubt, ohne dabei die Identität des Spiels zu verlieren. Sicherlich sind nicht alle Fans überzeugt - die andauernde Kritik am Grafikstil beweist das eindrücklich. Mit dem erfolgreichen Startschuss des Spiels ist das besagte Festsaugen der Community an den älteren zwei Titeln jedoch vorerst umschifft. Wenn Relic Entertainment seine Karten nun richtig ausspielt, qualitativ hochwertige Updates liefert und so den jüngsten Ableger weiterhin frisch hält, dann werden sich auch genug Spieler finden, die sich regelmäßig die Nächte mit spannenden Mittelaltergefechten um die Ohren schlagen.

Also "lasset uns reiten, Ritter", "mich gelüst's nach Ehre".

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MrButz Schraubenverwechsler(in)
        Hallo Schinken!
        Danke für dein Feedback. Ich hätte sicherlich noch auf einige Kritikpunkte eingehen können und sollen, da hast du recht. Konkrete Beispiel für Mechaniken habe ich aber eigentlich im Text doch genannt, zum Beispiel die Aufsammelmechanik des Spähers? Oder habe ich dich da falsch verstanden. Freut mich auf jeden Fall dass du meinen Text gelesen hast! Danke!
      • Von MrButz Schraubenverwechsler(in)
        Hallo Schinken!
        Danke für dein Feedback. Ich hätte sicherlich noch auf einige Kritikpunkte eingehen können und sollen, da hast du recht. Konkrete Beispiel für Mechaniken habe ich aber eigentlich im Text doch genannt, zum Beispiel die Aufsammelmechanik des Spähers? Oder habe ich dich da falsch verstanden. Freut mich auf jeden Fall dass du meinen Text gelesen hast! Danke!
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Hm.
        Schön geschrieben und sicher viel Arbeit reingesteckt.
        Danke erstmal dafür.
        Aber auch etwas unkritisch, liest sich fast wie ein Werbetext.
        Konkrete Beispiele, ein genaues Beleuchten der ein oder anderen Mechanik vielleicht, hätten als Substanz auch nicht geschadet.
      Direkt zum Diskussionsende
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