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Kann man einen CPU-Test "fälschen"? Wir bauen uns den Ryzen 7 7700X3D einfach selbst
Unser selbsterschaffener Ryzen 7 7700X3D zeigt, was er draufhat. Getestet werden über 20 Spiele und Anwendungen, inklusive Eintrag in den CPU-Index.
In diesem Artikel
Die Basis der Prozessor-Tests bildet der hauseigene Testparcours. Dieser entsteht in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachredakteuren und beruht auf den Erfahrungen aus über einer Million durchgeführter Benchmarks. Kombiniert werden dabei ausgewählte Spiele und Anwendungen, die dazu in der Lage sind, einen Prozessor aus verschiedenen Gesichtspunkten zu bewerten. Bei den Gaming-Benchmarks gilt dabei ein zentraler Grundsatz: Sämtliche Tests laufen in der niedrigstmöglichen 16:9-Auflösung bei maximalen Details ab. Das inkludiert ein Upsampling-Verfahren unserer Wahl, etwa DLSS im Preset Ultra Performance, was eine effektive Auflösung von nur noch 427 × 240 Pixel ergibt (ca. 1/9 der ursprünglichen Auflösung, was 102.480 Pixeln entspricht). Die Kritik an diesem Vorgehen ist uns bekannt, denn höhere Auflösungen gelten vielen als praxisnäher ("Niemand spielt in 720p!"). Ziel eines CPU-Tests ist jedoch die isolierte Betrachtung der Prozessorleistung. Diese lässt sich nur ermitteln, wenn andere limitierende Faktoren möglichst ausgeschlossen werden. In der Praxis betrifft dies vor allem die Grafikkarte.
Auf dieser Seite:
Der PCGH-CPU-Testparcours
| Benchmarks | Engine/Besonderheiten |
|---|---|
| Baldur's Gate 3 | Divinity Engine 4.0, sehr CPU-lastig, skaliert extrem gut mit 3D V-Cache |
| Cities: Skylines 2 | Unity Engine, extrem Kernlastig, kaum flüssig mit weniger als acht Kernen |
| Death Stranding 2 | Decima Engine, stabile Performance, sehr gut reproduzierbar |
| Dragon Age: The Veilguard | Frostbite Engine, extreme CPU-Last hinsichtlich dem Energie-Management |
| F1 25 | Ego Engine 4.0, belohnt viele Kerne und skaliert exzellent mit 3D V-Cache |
| Gothic Remake | Unreal Engine 5.4.3.0, sehr gute Kernskalierung, generell hohe Last |
| Indiana Jones und der Große Kreis | id Tech 7, extrem performante Engine, welche CPUs perfekt auslastet |
| Kingdom Come: Deliverance 2 | Cryengine, sauber optimiert, belohnt Kerne und Cache |
| Spider-Man 2 | Inhouse-Engine von Insomniac Games, Intel-affin, schlanke Skalierung |
| Resident Evil Requiem | Reach for the Moon Engine (RE), Pathtracing, Zen-5-Stärke, Kern-Bonus |
| Starfield | Creation Engine 2, sehr kernlastig, hohe Skalierung mit 3D V-Cache |
| The Outer Worlds 2 | Unreal Engine 5.4.4.0, Hardware-Lumen, CPU-lastigste Titel im Testparcours |
| Anno 117 | Empire Engine, außergewöhnliche Skalierung mit 3D V-Cache, latenzempfindlich |
| Star Wars Outlaws | Snowdrop Engine, gute Skalierung mit Kernen/Threads (SMT) und Cache |
| Cyberpunk 2077 | Red Engine 4, nahezu perfekte Auslastung aller Bereiche einer CPU |
| 7-Zip V26.01 | Integrierter Benchmark, 100 Prozent Threads, 10 Durchläufe, 128 MiB Wörterbuchgröße |
| Handbrake V1.11.1 | Super HQ 2160p60 4K AV1 Surround, HEVC Surround, 30-Sekunden-Jellyfish-Clip (HEVC, 10-bit, 400 mpbs) |
| Cinebench R24 | Multi- und Single-Core-Benchmark |
| V-Ray 6 | Integrierter Raytracing-Benchmark mit extremer Last |
| Corona 10 | Integrierter Raytracing-Benchmark mit extremer Last |
| Blender 5.0 | Berechnung Szene fishy_cat, sehr kernlastig |
[PLUS] Der CPU-Index 2026: So testet die PCGH-Redaktion Prozessoren
Der PCGH-CPU-Index ist eine umfangreiche Sammlung aus Tests, Benchmarks, Bewertungskriterien und Excel-Formeln. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, wie wir Prozessoren testen und fair bewerten. Mithilfe dieser Informationen ist es Ihnen möglich, unsere Benchmarks nachzustellen.
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Der Fokus unserer Auswahl liegt klar auf modernen 3D-Spielen. Diese werden anhand verschiedener Kriterien ausgewählt, wobei die Grafikengine die wichtigste Eigenschaft darstellt. Die Unreal Engine etwa gehört zu den verbreitetsten Grafikengines, da diese vergleichsweise schnell anschauliche Ergebnisse liefert, auch bei kleineren Entwicklerteams. Da der CPU-Index jedoch am Ende eine Aussage darüber treffen soll, wie sehr sich eine CPU von einer anderen unterscheidet, und dies auch erklären können muss, vereint der Testparcours nicht nur eine Grafikengine, sondern gleich 15 verschiedene. Jedes Spiel bringt damit eigene Besonderheiten mit sich und verhält sich je nach Aufbau eines Prozessors anders.
Ein prominentes Beispiel dafür ist der 3D V-Cache von AMD: Viele Titel skalieren außerordentlich gut mit dem Plus an L3-Cache, andere dagegen machen sich nicht viel daraus. Das ermöglicht uns, Aussagen darüber zu treffen, wie wichtig solch ein Feature für PC-Spieler ist. Ein anderes Beispiel ist die Anzahl der Kerne. Ob ein Prozessor nur auf vier oder gleich 64 Kerne zugreifen kann, ist ein wichtiger Indikator für die Leistung. Neben den genannten Dingen ermöglicht unser Testparcours auch die Bewertung der Single-Core-Leistung, der Kern-Latenzen, der korrekten Zuweisung der Last (Scheduling), möglicher Affinitäten, der Effizienz, des generellen Ansprechverhaltens oder des Einflusses des Arbeitsspeichers über den integrierten Speicher-Controller.
Die PCGH-CPU-Testsysteme
| Sockel | AM5 | AM4 | 1851 | 1700 |
|---|---|---|---|---|
| Mainboard | Asrock X670E PG Lightning | MSI B550 Tomahawk | Gigabyte Z890 Aorus Master | Gigabyte Z790 Gaming X |
| RAM | 32 GiB, G.Skill F5-6000J2836G16GX2 (UDIMM, SR), EXPO, Takt nach Herstellervorgabe | 32 GiB, Corsair CMT64GX4M4Z3600C16 (DR), XMP, Takt nach Herstellervorgabe | 32 GiB, G.Skill F5-6000J2836G16GX2 (UDIMM, SR), XMP, Takt nach Herstellervorgabe | 32 GiB, G.Skill F5-6000J2836G16GX2 (UDIMM, SR), XMP, Takt nach Herstellervorgabe |
| CPU-Kühler | Asus Ryujin 3 360 ARGB | Asus Ryujin 3 360 ARGB | Asus Ryujin 3 360 ARGB | Asus Ryujin 3 360 ARGB |
| Netzteil | NZXT C1500 | NZXT C1500 | NZXT C1500 | NZXT C1500 |
| Grafikkarte | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC | Zotac Geforce RTX 5090 Solid OC |
| SSD | Corsair MP600 Elite | Corsair MP600 Elite | Corsair MP600 Elite | Corsair MP600 Elite |
| Telemetrie (Effizienz) | Benchlab | Benchlab | Benchlab | Benchlab |
| Tools | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo | CapframeX, Benchlab Software, HWInfo |
Benchmarks (Spiele)
Wir beginnen wie immer mit der Analyse der Spiel-Performance: Generell ist das der wichtigste Bereich bei einem Prozessor mit 3D V‑Cache, und das gilt jetzt auch für unsere Simulation des Ryzen 7 7700X3D, denn hier warten wie beim 7800X3D 96 MiB L3-Cache darauf, Spiele zu befeuern. Wenn Sie sich durch die Benchmarks klicken, dürfte Ihnen wie uns auffallen, dass sich der neue Achtkerner praktisch immer zwischen 7800X3D und 7600X3D positioniert. Eine so klare Positionierung hat AMD beim Vorgänger verpatzt (ein Ryzen 5 5600X3D ist hier oft schneller als ein Ryzen 7 5700X3D, aufgrund des höheren Boosttakts). Es gibt somit keine Überraschungen, da sich die CPU genauso wie ein Ryzen 7 7800X3D verhält. Alles andere hätte uns auch gewundert. Dafür benötigen wir nicht einmal ein echtes Sample: Wenn sich zwei CPUs bis auf den Takt identisch sind, warum sollten sie sich dann, außer bei der Performance, anders verhalten?
Benchmarks (Anwendungen)
Was für die Spiele gilt, das gilt auch für die Anwendungen. Hier bewegt sich unsere Simulation des 7700X3D eher in Richtung Ryzen 5 9600X und teils rückt sogar ein Intel Core Ultra 5 225F recht nahe auf. Schon der 7800X3D war hier kein Prozessor, den man zum Arbeiten kauft. Durch den geringeren Takt von minus 500 MHz kann der 7700X3D hier nur noch langsamer sein. Übrig bleiben die acht Kerne und 16 Threads, die zwar nett für Gaming sind, bei Anwendungslast jedoch niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken.
CPU-Index
Im großen CPU-Index gelingt es dem "7700X3D" gerade noch so im oberen Mittelfeld zu bleiben. Das ist gemessen an einer Architektur, die vor fast vier Jahren ihr Debüt feierte, kein schlechtes Ergebnis, jedoch nur im Zusammenspiel mit dem 3D V-Cache möglich. Denn 60 Prozent der Gesamtwertung kommen aus der überdurchschnittlich hohen Bewertung im Spiele-Index, die bei 78,6 Prozent beinahe sämtliche Intel-Dekstop-Prozessoren unangespitzt in den Boden rammt. Der Konkurrent benötigt seine zwei mächtigsten Pferde im Stall, die dreimal so viele Kerne besitzen und fast dreimal so viel Energie wie die AMD-CPU aufbringen müssen, um Schritt halten zu können. Die gewaltige Rohleistung so vieler Kerne schlägt sich dann logischerweise im Anwendungs-Index nieder, wo der 7700X3D seinen Cache-Turbo schleunigst zünden muss, um Platz für all die anderen Prozessoren zu machen: Mit 44,5 Prozent liegt AMD hier näher am R5 9600X als beim großen Bruder 7800X3D. Das sorgt am Ende für eine Gesamtwertung von 62,6 Prozent, wenn unsere Simulation recht behält. Leistung abgehakt; es geht weiter mit der Effizienz. Auch, wenn wir über gar kein Sample verfügen, können wir die Leistungsaufnahme festhalten. Wir haben schließlich einen 7800X3D mit weniger Takt erschaffen, der das Defizit dank V/F-Table in höhere Fps pro Watt ummünzt. Oder?


Aber aus meiner Sicht schlüssig, wie er sich genau zwischen dem 7500X3D und dem 7800X3D in Spielen platziert, die genau mit dem Cache gut skalieren. Für mich absolut interessant, da ich soeben mir dem erstgenannten ein System aufbaue.
Aber, was soll man sagen. Windows-Bordmittel regeln.
Also die üblichen 5-10%. Der Rest muss der Preis regeln. In 5 Jahren stehen wir dann an dem Punkt, wo es einen 7800X3D-Re-Release gibt, weil gerade wieder DDR6-Knappheit herrscht und sich alle wundern, warum der 500 € kostet, während der 7700X3D EOL ist.
MfG
Raff