Ryzen 7000: AMD hebt Langlebigkeit von AM5 gegenüber Intel-Sockeln hervor
AMD hatte zuletzt gegenüber Intel bei der Langlebigkeit des AM4-Sockels die Nase vorn. Bei AM5 soll dies beibehalten werden. Dazu gibt es nun einen Seitenhieb gegen Intel.
In einem neuen Blog-Eintrag auf seiner Community-Webseite vergleicht AMD seine neue AM5-Plattform mit Intels aktueller LGA 1700-Plattform in Bezug auf Kosten, Langlebigkeit und Gegenwert. Dabei wird behauptet, dass Intels Plattformen auf eine oder zwei Generationen von Prozessoren beschränkt sind.
Mit AM4 hat AMD bekanntlich bewiesen, dass ein einziger Sockel ausreichend sein kann, um Leistungssteigerungen von Generation zu Generation zu ermöglichen. AM4 wurde im Jahr 2016 eingeführt und die Plattform hat seither mehrere Generationen von Ryzen-Prozessoren beherbergt. AMD liefert hier auch ein Beispiel: Wer 2017 einen Ryzen 3 1300 gekauft hat, konnte im Jahr 2022 gegebenenfalls noch ohne Mainboard-Wechsel auf einen Ryzen 7 5800X3D aufrüsten.
"Die Konkurrenz hingegen macht keine Zusagen für zukünftige Upgrade-Unterstützung auf ihrer neuesten LGA1700-Plattform. Intel hat die Plattformen stets auf einen oder zwei Prozessoren beschränkt, sodass Nutzer, die eine Intel Core-Plattform der 12. oder 13. Generation kaufen, wahrscheinlich viel mehr Geld für ein komplett neues Motherboard ausgeben müssen, wenn sie auf einen Prozessor der 14. Generation oder darüber hinaus aufrüsten wollen", so der Blog-Eintrag.
Intel bei CPU-Sockeln limitiert
Wie Tomshardware.com bezugnehmend berichtet, ist AMD unter dem Gesichtspunkt der Langlebigkeit zweifelsohne mehr daran interessiert, zukünftige Prozessoren auf seinen Plattformen zu unterstützen. Intel hatte derweil seit dem LGA775 mit seinerzeit sieben Jahren Bestand keine derart langlebige Plattform in petto und tatsächlich ist es damit schon eine Weile her, dass eine Intel-Plattform mehr als zwei Generationen von Prozessoren unterstützt hat.
Ebenso war die spätere LGA1151-Plattform die letzte, die Skylake-, Kaby Lake-, Coffee Lake- und Coffee Lake Refresh-Chips aufnehmen konnte. Dennoch musste man im Verlauf für mehr Pins zur Spannungsversorgung das Mainboard wechseln, obwohl Intel grundlegend am LGA1151-Sockel festhielt. Darüber hinaus gab es zwar inoffizielle Workarounds in Form von modifizierten Firmwares, um ältere Prozessoren auf neueren Platinen zum Laufen zu bringen, was Intel aber natürlich missbilligte.
Chipsatz-Vorteil
Ein weiteres Argument von AMD ist, dass der "preisgünstige" B650E-Chipsatz des Unternehmens mehr Vorteile bietet als Intels "Premium"-Chipsatz Z790. Hinsichtlich des Feature-Sets versprechen B650E-Mainboards die volle Gesamtbandbreite für Grafikkarten und Speichergeräte mit PCI-E 5.0. Im Vergleich dazu verliert die Intel Z790-Hauptplatine 50 Prozent der Grafikkartenbandbreite, wenn eine PCI-E-5.0-SSD auf derselben Hauptplatine installiert ist - der primäre Erweiterungssteckplatz fällt von einer x16-Verbindung auf eine x8-Verbindung zurück.
Quelle: AMD
Ryzen 7000: AMD hebt AM5-Langlebigkeit gegenüber Intel hervor (2)
AMD stellt diese Einschränkung laut Tomshardware.com größer dar, als sie ist, da moderne Top-Grafikkarten, wie die Geforce RTX 4090, auch mit der Bandbreite einer PCIe 5.0 x8-Schnittstelle mehr als zufrieden seien. Unterdessen beginnen B650E-Mainboards preislich bei 240 US-Dollar, während im Gegensatz dazu die billigste Intel Z790-Platine 180 US-Dollar kostet. Für preisbewusste Käufer gibt es aber B650-Modelle mit PCI-E-Einschränkung in der Regel schon ab 150 US-Dollar.
Quelle: AMD
Ryzen 7000: AMD hebt AM5-Langlebigkeit gegenüber Intel hervor (3)
Zukunftsausblick
Bislang unterstützt Intels LGA1700-Plattform die Alder Lake- und Raptor Lake-Prozessoren. Es ist unwahrscheinlich, dass Intels kommende Meteor Lake-Chips in 7 nm weiter unterstützt werden, die 2023 erscheinen sollen. Dahingehend sind bereits Bilder des LGA1800-Sockels durchgesickert, die allerdings Berichten zufolge die exakten Abmessungen des LGA1700-Sockels aufweisen. In der Zwischenzeit hat AMD bestätigt, dass AM5 eine lange Lebensdauer haben wird, die mit der von AM4 vergleichbar ist. Besitzer von Mainboards mit AMDs 600er-Serie könnten demnach beruhigt sein.

AM5 war für mich der größte Reinfall bisher.
Du kannst es drehen und wenden wie Du möchtest, die Option HEUTE fast jedes AM4 Board noch mit einem Ryzen 5000 aufzuwerten, gab es sooo von Intel _leider_ noch nie.
Ungeachtet dessen bekommen wir heutzutage so verschissene Boards, weil fast durch die Bank die Anzahl der USB-Ports bei "Presse Tests" offensichtlich wichtiger war als zB die Leistungsaufnahme im Idle usw, kannst dir (und Kollegen) also gratulieren.
Du kannst es drehen und wenden wie Du möchtest, die Option HEUTE fast jedes AM4 Board noch mit einem Ryzen 5000 aufzuwerten, gab es sooo von Intel _leider_ noch nie.
Ungeachtet dessen bekommen wir heutzutage so verschissene Boards, weil fast durch die Bank die Anzahl der USB-Ports bei "Presse Tests" offensichtlich wichtiger war als zB die Leistungsaufnahme im Idle usw, kannst dir (und Kollegen) also gratulieren.
Hat AMD auch betont, dass wer 2017 einen Ryzen 3 1300 gekauft hat, in den Jahren 2020 und 2021, als der 1300er endgültig unspielbar wurde, garantiert nicht ohne Mainboard-Wechsel auf einen Ryzen 7 5800X3D oder irgend einen anderen Ryzen 5000 aufrüsten konnte, weil ein gewisser AM4-CPU-Hersteller künstliche Sperren eingebaut hat? Dass dies gemäß AMDs ursprünglicher Planung auch allen so ergangen wäre, die Anfang 2019 ein 300-Euro-X470-Board gekauft haben? Dass beiden Nutzergruppen bis heute PCI-E 4.0 verweigert wird, auch dort wo die Routing-Qualität der Platine ausreichen würde und der Mainboard-Hersteller bereit war, die nötige Zertifizierung nachzuholen? Dass selbst die Ryzen-3000-/-5000-Unterstützung auf älteren Platinen kein AMD-, sondern ein Asrock-/Asus-/Biostar-/Gigabyte-/MSI-Feature ist, da AMD auch nach dem Mega-Shitstorm nur zu einer nicht garantierten Beta-Kann-Möglichkeit bereit war, deren Umsetzung und Qualitätssicherung die Mainboard-Hersteller stemmen müssen? Dass umgekehrt Käufer eines 2020er Ryzen 2700X bis heute nicht offiziell auf B550-Mainboards aufrüsten dürfen (auch wenn es, erneut dank Einsatz der Mainboard-Hersteller, vereinzelt geht)? Und was ist eigentlich mit den 2016er Bristol-Ridge-Systemen, die AMD jedes Mal mitzählt, wenn es um die kalendarische Lebensdauer des AM4 geht? Die wahre erste (nullte?) AM4-Generation blieb genauso eine totale Aufrüstsackgasse wie alle TRX4-Mainboards, nachdem schon TR4-Enthusiasten im Regen stehen gelassen wurden. (Nicht das die Aufrüstmöglichkeiten bei Intels konkurrierendem 2066 prall wären.
Der AM4 hat sich sicherlich als eine der bessten Plattformen der letzten Jahre entpuppt, vor allem dank der exzellenten CPU-Entwicklung. Oder zumindest dank des Kontrasts zu Intels miserabler 1151(SKL)-1151(CFL)-1200-Politik. Aber gerade aus Sicht eines Mainboard-Fachredakteurs lag und liegt noch vieles im Argen und dies oft wegen Versäumnissen oder sogar purer Absicht AMDs. Da stößt die Selbstbeweihräucherung doch etwas sauer auf, zumal z.B. ein B650E Master genauso teuer wie das Z690-Gegenstück ist, aber nur halb so viel USB 3.2 und nur halb so viel sharing-freie M.2 bietet, weil der B650E halt konzeptionell ein B(udget)-I/O-Hub ist. Bei den Preisen vieler X670E-Mainboards stellt sich dagegen die Frage, ob man von der gleichen Summe nicht auch jetzt eine LGA1700-Platine und in ein paar Jahren die Aufrüstung auf eine dann aktuelle Intel-Plattform finanzieren kann. AMD dagegen verweigert dagegen weiterin jede Aussage zum Aufrüstpotenzial von B650(E) und X670(E), es geht immer nur um den Sockel. Nur diesen drei+ Jahre lang zu unterstützen, aber keine dann drei+ Jahre alten I/O-Hubs mehr, würde Käufern heutiger Luxus-Platinen wohl wenig nützen.
Anm.: Natürlich ist es auch ein Wechselkursartefakt, dass 1700er-Mainboards mit PCI-Express 5.0 für 130 Euro zu haben sind. Die 700er-Generation wird schon allein deswegen spürbar teurer, weil sie im Winter 2022/23 und nicht im Winter 2021/22 importiert wird und auch der Preisvorteil aktueller 600er Platinen könnte bald schwinden. Aber wer, wie AMD, im platinbeschichteten Bergkristallhaus sitzt, sollte meiner Meinung nach etwas vorsichtiger die Steine schwingen.