Epyc: Naples-16-Kerner ab 650 US-Dollar veröffentlicht, Hinweise auf Ryzen Threadripper
AMD hat seine Server-Prozessoren mit Codenamen Naples offiziell angekündigt. 12 Epyc-CPUs aus der 7000er-Serie machen den Anfang, wobei vor allem ein Blick auf die 16-Kerner interessant ist. Bei 650 US-Dollar soll es losgehen, ähnlich günstig könnten AMDs Ryzen-Threadripper-CPUs für den Desktop werden.
AMD hat gestern Abend seine Epyc-Prozessoren auf Basis von Naples offiziell für den Server-Bereich veröffentlicht und damit erstmals sein Line-Up inklusive Spezifikationen und Preisen vorgestellt. 12 Modelle aus der 7000er-Serie machen den Anfang, von denen drei ausschließlich auf Mainboards mit einem einzelnen Sockel laufen und sich neun wahlweise als 1- oder 2-Sockel-Systeme konfigurieren lassen. Für Enthusiasten ist ein Blick auf die 16-Kerner interessant, anhand deren man in etwa die zu erwartenden Preise der kommenden Ryzen-Threadripper-CPUs abschätzen kann.
650 US-Dollar kostet der Epyc 7301 mit 16 Kernen und 2,1 GHz Basistakt sowie einem maximalen Boost von 2,7 GHz - generell takten die Server-Ableger deutlich niedriger als die Desktop-Ryzen-Modelle, um effizienter zu arbeiten. Ein etwas höher getakteter Epyc 7301 mit 2,2 bis 2,7 GHz soll etwas über 800 USD kosten. Eins zu eins kann man natürlich nicht von den Epyc-CPUs auf Ryzen Threadripper schließen, da im Server-Bereich vier Zeppelin-Dies zum Einsatz kommen. Bei allen sind vier CPU-Kerne pro Die deaktiviert (vermutlich zwei pro CCX), wohingegen das Speicher-Interface und der I/O-Bereich komplett aktiviert bleiben. AMD kann bei den Epyc-16-Kernern also ziemlich schlechte Siliziumchips einsetzen, die mehrere Fehler haben und keine hohen Taktraten mitmachen. Bei den Ryzen-Threadripper-16-Kernern kommen hingegen zwei vollaktivierte Zepellin-Dies mit jeweils acht Kernen zum Einsatz, eine Resteverwertung kann deshalb nicht stattfinden. Interessenten sollten also nicht direkt die 650 USD im Desktop erwarten, trotzdem dürften die Preise nicht viel höher ausfallen.
Bisher hat AMD die Preise von Zen-basierten CPUs verglichen mit Intel sehr kompetitiv angesetzt. Das fing bei Ryzen 7 (ausgenommen der R7 1800X) an, zog sich bei Ryzen 5 weiter und zeigt sich nun auch bei Epyc. Mehr als 1.000 US erwarten wir deshalb nicht für das hochtaktende Topmodell. Denkbar wären erneut günstige Non-X-Modelle, die mit einem niedrigen Basistakt ab Werk erscheinen, aber per Multiplikator übertaktet werden können und damit auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis kommen.
Quelle: via Golem
| Modell | Kerne/Threads | Basistakt | Max. Boost | TDP (DDR4-2400/-2666) | Preisbereich |
|---|---|---|---|---|---|
| Dual-Sockel | |||||
| Epyc 7601 | 32/64 | 2,2 GHz | 3,2 GHz | 180/180 Watt | Ab 4.000 US-Dollar |
| Epyc 7551 | 32/64 | 2,0 GHz | 3,0 GHz | 180/180 Watt | 3.400 US-Dollar |
| Epyc 7501 | 32/64 | 2,0 GHz | 3,0 GHz | 155/170 Watt | unbekannt |
| Epyc 7451 | 24/48 | 2,3 GHz | 3,2 GHz | 180/180 Watt | Ab 2.400 US-Dollar |
| Epyc 7401 | 24/48 | 2,0 GHz | 3,0 GHz | 155/170 Watt | 1.850 US-Dollar |
| Epyc 7351 | 16/32 | 2,4 GHz | 2,9 GHz | 155/170 Watt | Ab 1.100 US-Dollar |
| Epyc 7301 | 16/32 | 2,2 GHz | 2,7 GHz | 155/170 Watt | Ab 800 US-Dollar |
| Epyc 7281 | 16/32 | 2,1 GHz | 2,7 GHz | 155/170 Watt | 650 US-Dollar |
| Epyc 7251 | 8/16 | 2,1 GHz | 2,9 GHz | 120/120 Watt | 475 US-Dollar |
| Single-Sockel | |||||
| Epyc 7551P | 32/64 | 2,0 GHz | 3,0 GHz | 180/180 Watt | Ab 2.100 US-Dollar |
| Epyc 7401P | 24/48 | 2,0 GHz | 3,0 GHz | 155/170 Watt | 1.070 US-Dollar |
| Epyc 7351P | 16/32 | 2,4 GHz | 2,9 GHz | 155/170 Watt | 750 US-Dollar |

Ryzen 5 im Test: 1600X, 1600, 1500X und 1400 gegen Core i5 - ComputerBase
Innerhalb eines DIE ist die Verteilung der Kerne auf beide CCX symmetrisch.
@ mrmurphy007
Hast du mehr Informationen über eine 3 + 3 Beschaltung? Würde mich schon interessieren. Soviel ich weiß, können beim Ryzenmodul mit seinen 2 x 4 Kernen 2, 4, 6 oder 8 Kerne aktiv sein. Beim Ryzen 6-Kerner sind es 4+2 Kerne.
Es war ja die Überlegung, ob man z.B. nen 6 Kern DIE und nen 4 Kern DIE aufs MCM schmeissen kann, um einen 10 Core zu bekommen.
Aber inzwischen glaube ich auch, dass es nur 12 und 16 Kerner (evtl. noch 8 Core) geben wird. Macht am meisten Sinn und bisherige Datenbankeinträge gab es nur für 12 und 16 Core Whitehaven CPUs.
Geradezahlig sicher nicht, sonst könntest du die 6-Kerner nicht realisieren (3+3).
Entgegen der Meinung einiger Kommentatoren vor mir denke ich, Threadripper wird es nicht mit 10 Kernen geben. Wie ich das verstanden habe, sind bei einem Ryzenmodul wegen des Infinity fabric immer nur gleiche und geradzahlige aktive Kerne möglich – also 2, 4, 6 oder 8 Kerne. Da Threadripper aus 2 Ryzenmodulen besteht, könnten theoretisch 4, 8, 12 und 16 Kerne aktiv sein.
Einen Threadripper mit 4 Kernen wird’s wahrscheinlich nicht geben, obwohl der das geringste Temperaturproblem hätte und damit am höchsten getaktet werden könnte. Threadripper wird es demnach mit 8, 12 und 16 Kernen geben. Wobei der 8 Kerner sehr interessant ist, weil er wegen des besseren Wärmemanagement schneller als der R7 1800x sein könnte und dann auch noch 64 Lanes bietet.