Chinesisches AMD-Joint-Venture THATIC bekommt keine Zen-2-IP von AMD

18
News Mark Mantel Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Chinesisches AMD-Joint-Venture THATIC bekommt keine Zen-2-IP
Quelle: AMD

2016 gründete AMD mit dem chinesischen Unternehmen Nantong Fujitsu Microelectronics Co., Ltd. das Joint-Venture THATIC, um angepasste Zen-Prozessoren auf Basis von Epyc in China fertigen lassen und verkaufen zu können. Wie AMD bestätigte, gebe es aktuell keine Pläne, das Lizenzabkommen auf Zen 2 oder Zen 3 zu erweitern.

2016 standen AMDs ersten Prozessoren auf Basis der damals grundlegend neu entwickelten Architektur Zen in den Startlöchern. 2017 machten zuerst die Ryzen-CPUs für den Desktop den Anfang, später folgte Epyc für den Server-Markt. Vorher konnte sich AMD finanziell nur noch über Wasser halten. Ein Lizenzabkommen mit dem chinesischen Unternehmen Nantong Fujitsu Microelectronics Co., Ltd. spülte wichtige 293 Millionen US-Dollar in Form einer Einmalzahlung sowie laufende Gebühren in die Kassen.

Joint-Venture THATIC hat bisher nur Zugriff auf Zen 1

Neben der Finanzspritze brachte der Deal AMD einen weiteren Vorteil: Ein Eintrittsticket in den chinesischen Markt. Die beiden Partner gründeten verschiedene Unternehmen, um im Rahmen des Joint-Ventures THATIC die Zen-IP nach China zu bringen und den dortigen Regulationen Folge zu leisten - eine Auslieferung von Epyc-Prozessoren wäre nicht möglich, weil die Regierung bestimmte kryptographische Teile in den Siliziumchips vorschreibt. THATIC produziert CPUs, die Epyc weitgehend ähneln sollen, jedoch die nötigen Anpassungen enthalten, um in China verkauft werden zu dürfen. Laut AMD dürfe der Partner nur bestimmte Teile des Designs ändern, nicht aber den kompletten Kern.

Lesenswert: Zen 2: AMD zeigt Epyc mit 9 Dies - ca. 1.000 mm² Silizium

In den folgenden Jahren wurde es um das Joint-Venture ruhig. Klar ist, dass unter dem Label Sugon entsprechende Dhyana-Prozessoren vertrieben werden. Große Stückzahlen scheinen den Markt jedoch nie erreicht zu haben. Bekannt sind zudem nur Modelle mit maximal acht Zen-Kernen. Hygon entwickelt Server auf Basis der Dhyana-CPUs. Pläne sollen darauf hingedeutet haben, dass die Chinesen nach Zen 1 auch auf Zen 2 und Zen 3 geschielt hätten, wobei die Namen unseres Wissens nach nie explizit genannt wurden.

Zen 2 und Zen 3 bleiben bei AMD

Wie die Webseite tomshardware.com nach einem Gespräch mit AMDs CEO Lisa Su berichtet, soll das Joint-Venture zwar bis auf Weiteres bestehen bleiben, das Lizenzabkommen aber nicht auf Mikroarchitekturen über Zen 1 hinaus ausgeweitet werden. Das stelle keinen abrupten Abbruch der Geschäftsbeziehungen dar, der bisherige Vertrag habe Zen 2 und Zen 3 lediglich nicht behandelt. Über die Gründe spricht AMD nicht. Fraglich ist, wie die jüngsten US-Regulationen ein solch komplexes Joint-Venture rechtlich beeinflussen würden. Auf der anderen Seite könnte der Chiphersteller in wirtschaftlich besseren Zeiten davon absehen, seine Kronjuwelen so günstig zu verkaufen.

18
    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MoneyRulez
        Zitat von empy
        Dann nenn mir doch mal eine Supermacht, die ohne irgendwelche Menschenrechtsverletzungen daherkommt oder -kam. Ich lerne ja gerne was dazu. Ich habe übrigens nicht gesagt, dass Nichtsupermächte keinen Dreck am Stecken haben.
        Sie haben meine Aussage missinterpretiert, so gut wie alle haben "Dreck am Stecken" aber nur Deutschland arbeitet diese Schuld so Gründlich auf, dass sich die Deutschen weltweit als moralisches Vorbild betrachten dürfen. Bedauerlicherweise sehen viele andere das lediglich als gute Gelegenheit, sich Vorteile zu verschaffen, anstatt sich nun ihrerseits für die Opfer der Vergangenheit zu entschuldigen und Wiedergutmachung zu leisten.
      • Von MoneyRulez
        Zitat von empy
        Dann nenn mir doch mal eine Supermacht, die ohne irgendwelche Menschenrechtsverletzungen daherkommt oder -kam. Ich lerne ja gerne was dazu. Ich habe übrigens nicht gesagt, dass Nichtsupermächte keinen Dreck am Stecken haben.
        Sie haben meine Aussage missinterpretiert, so gut wie alle haben "Dreck am Stecken" aber nur Deutschland arbeitet diese Schuld so Gründlich auf, dass sich die Deutschen weltweit als moralisches Vorbild betrachten dürfen. Bedauerlicherweise sehen viele andere das lediglich als gute Gelegenheit, sich Vorteile zu verschaffen, anstatt sich nun ihrerseits für die Opfer der Vergangenheit zu entschuldigen und Wiedergutmachung zu leisten.
      • Von Rotkaeppchen
        Zitat von takan
        ... die chinesen waren schlau mit ihrem markt und den joint ventures....
        Dann frag mal "Die Chinesen", wie schlau es ist, für wenige Euro am Tag härteste Arbeiten unter unerträglichenm Bedingungen zu machen.

        Zitat von takan
        ... die chinesen sind nicht dumm.
        Richtig, denn in einem menschenverachtendem System, mit Terror und willkürlichen Verhaftungen lässt sich "Der Chinese" wunderbar unterdrücken und ausbeuten, während sich eine kleine Clique gnadenlos bereichert. Ja, wirtschaftlich erfolgreich ist das für wenige, ein Vorbild für andere Länder sollte es nicht sein,
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von MoneyRulez
        Das entspräche zwar der Deutschen Mentalität und so geht man auch mit der eigenen Geschichte um, aber da sollte man nicht von Deutschland auf andere Nationen schließen, schon gar nicht auf die Supermächte.
        Dann nenn mir doch mal eine Supermacht, die ohne irgendwelche Menschenrechtsverletzungen daherkommt oder -kam. Ich lerne ja gerne was dazu. Ich habe übrigens nicht gesagt, dass Nichtsupermächte keinen Dreck am Stecken haben.
      • Von takan BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von spawa93
        Sie achten eben auch nicht fremdes Eigentum, sie stehlen es oder sie erpressen es. Sie verlangen Zugang zu fremder IP aber verwehren Zugang zu eigener. Trump lässt sie nun ihre eigene Medizin kosten und in den deutschen Foren regen sich darüber die Amerikahasser auf. Die Dummen sterben halt nicht aus
        ist mir schon klar das sie es mit ausländischen patenten nicht ernst nehmen. haben ja ihren eignene patentmarkt. gibt den amerikanischen, europäischen und halt den chinesischen.
        funfact, damals wurde echelon benutzt um deutsche hersteller auszuspionieren. in dem konkrekten fall bei dem ich es weiß wurde ein patent bzw die anmeldung geklaut über windkraftwerke. da die amis früher das patent anmelden konnten und somit den zuschlag bekamen durfte der deutsche zugucken wie die us firma profit mit der geklauten IP machen konnte. Ich finds amüsant wie Blind und absichtlich dumm die Leute rumlaufen.
        Enercon – Wikipedia
        Nun kannste auch bei Netzpolitik weitersuchen und wirst feststellen die USA sind absolut kein weißes Blatt. Statt Verträge zumachen klauen sie einfach die Patente.

        Ich weiß nicht wie es bei Joint Venture aussieht mit IP der Firmen vorher. Soweit ich weiß definiert man im Vertrag welche Patente des Voint Jenture vorher benutzen darf und die Ursprungsfirmen welche der anderen Firmen auf fremden Märkten.

        Es stimmt es gibt Patentklau etc. Huweai hatte das früher gemacht und dementsprechend billig ihre Produkte damals angeboten.
        Mittlerweile zieht die Firma davon weil kein anderes Unternehmen da was anzubieten hat. Oder sie kaufen die Ursprungsfirma gleich auf wie Kuka, wir erinnern uns.
        Trump ist nur ein dummes Kind in der Weltpolitik. Es war von Anfang an klar das er gewinnt weil die Clinton schon vorher in der Regierung war etc. Eigentlich wäre Sanders der Demokraten Kandidat gewesen, aber es gibt in den USA auch korruption etc.
        Infomiere dich mal über die USA über deren Präsidentschaftswahl, es gibt mehr als 2 Kandidaten. Die werden aber bei FOX etc. nicht insGebäude gelassen bei Debatten.
        Oder infomiere dich mal über die Flint Water Crisis wo aus Gier Menschen/Kinder mit Blei vergiftet wurden und die Aufklärung systematisch vertuscht wurde.
        Kann sein das ich die USA hasse, aber nicht Blind genau so wenig wie ich Mao oder Kim Jong Un hinterherlaufe.
        Die Chinesen sind nicht dumm. Als es anfing damals mit der Produktion in CHina durch den Westen mussten die auch ihre Joint Ventures gründen. Gier frisst ja bekanntlich das Hirn. Nun haben chinesen viel IP weil ein paar meinten wir bräuchten etwas mehr Geld fürs nächste Quartal und die Börse mit den Investoren sitzt uns im Nacken.
        Tja Shit happens die westlichen Firmen stehen nun blöd da und schaffen es den chinesen als böse darzustellen, obwohl der Westen und die Firmen VERTRAGLICH ZUGISICHERT haben ihre IP zu TEILEN.
      • Von MoneyRulez
        Zitat von empy
        Kann man sich nicht darauf einigen, dass eigentlich alle Supermächte, durch die gesamte Geschichte hindurch, Dreck am Stecken hatten oder muss der Dreck jetzt noch bis auf's Milligramm nachgewogen und auf Konsistenz und Geschmack geprüft werden?
        Das entspräche zwar der Deutschen Mentalität und so geht man auch mit der eigenen Geschichte um, aber da sollte man nicht von Deutschland auf andere Nationen schließen, schon gar nicht auf die Supermächte.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk