AMD R9 300 für OEMs veröffentlicht: Bisher nur abgespeckte Rebrands
Parallel zum gestrigen Financial Analyst Day, kurz FAD, hat AMD seine 300er-Grafikkartenserie in ersten Teilen für OEMs veröffentlicht. Das beinhaltet die R9 380 OEM, R9 370 OEM und R9 360 OEM, alle drei stellen Rebrands bekannter Modelle da. Die R9 370 OEM reicht sogar noch bis Pitcairn/Curacao zurück. Bleibt zu hoffen, dass die Retail-Produkte anders aussehen werden.
Gestern Abend fand der Financial Analyst Day von AMD statt, wo man einen mehr oder weniger ausführlichen Ausblick auf die kommenden Jahre gab. Die neue Desktop-Grafikkartengeneration kündigte man für die "kommenden Wochen" an, konkrete Details gab es abseits der Nennung von HBM aber nicht. Offiziell veröffentlicht wurde dafür die M300-Serie für Notebooks, allerdings auch hier ohne Details zu den eingesetzten Grafikchips. Auf der Produktseite führt AMD lediglich die R9 M375, die ein Rebrand der R9 M275 mit Venus-GPU (640 Shader) samt 4 GiByte DDR3-VRAM darstellt.
Ungenannt blieben die 300er-Radeons für den Desktop-OEM-Markt auf dem FAD, zu der lediglich eine Pressemitteilung veröffentlicht wurde. AMD nennt hier zunächst drei Modelle, die R9 380 OEM, R9 370 OEM und R9 360 OEM (die R7-Nomenklatur führen die Texaner bei den OEM-Grafikkarten erst weiter unten, dort gibt es sogar eine R9 255). Die Produktseite nennt zwar nicht explizit die eingesetzten GPUs, dafür aber die vorhandenen Compute Units und unterstützten Funktionen – was wiederum auf die eingesetzten GPUs schließen lässt.
Die R9 380 OEM stellt eine R9 285 dar und kommt dementsprechend mit Tonga Pro (28 CUs, 1.792 ALUs) daher. Immerhin nennt AMD "bis zu" 4 GiByte GDDR5-VRAM, die man bei der R9 285 immer noch vermisst. Die R9 370 OEM ist ein Rebrand der R7 265 (Pitcairn/Curacao Pro, 16 CUs, 1.024 ALUs), die immerhin ein Taktupgrade von 50 MHz erhält und ebenfalls bis zu 4 GiByte besitzt. Freesync und True Audio werden wegen GCN 1.0 nicht unterstützt. Zu guter Letzt ist die R9 360 OEM eine R7 260 mit Bonaire Pro (12 CUs, 768 ALUs) und 2 GiByte VRAM. Interessant: Bisher handelt es sich ausschließlich um beschnittene Pro-GPUs, Vollausbauten als "X"-Grafikkarten fehlen noch gänzlich, ebenso eine R9 390(X).
Rückschlüsse auf das Retail-Portfolio lassen die OEM-Modelle nicht zu – trotz gleichem Namen können sich dahinter grundlegend unterschiedliche Grafikkarten verbergen. Ein Hoffnungsschimmer besteht noch, dass AMD seine alten Lagerbestände über den OEM-Markt vertreiben will und für den Retail-Markt mehr als nur ein neuer Chip (Fiji als R9 390[X]) erscheinen wird. Mit Pitcairn/Curacao gewinnt AMD in der 300er-Serie jedenfalls keinen Blumentopf mehr.
| R9 380 OEM | R9 370 OEM | R9 360 OEM | |
|---|---|---|---|
| Fertigung | 28nm | 28nm | 28nm |
| VSR | Ja | Ja | Ja |
| Freesync | Ja | Nein | Ja |
| Liquid VR | Ja | Nein | Nein |
| True Audio | Ja | Nein | Ja |
| GPU-Takt | Bis zu 918 MHz | Bis zu 975MHz | Bis zu 1.05 GHz |
| VRAM-Bandbreite | 176 GB/s | 179,2 GB/s | 104 GB/s |
| VRAM | Bis zu 4 GiB GDDR5 | 2 GiB oder 4 GiB GDDR5 | 2 GiB GDDR5 |
| Stream-ALUs | 1.792 (28 Compute Einheiten) | 1.024 (16 Compute Einheiten) | 768 (12 Compute-Einheiten) |
| Stromversorgung | 2 x 6-pin | 1 x 6-pin | n/a |


Also wenn Fiji wirklich so klein ist und so dermaßen reinhauen wird ist sie gekauft
Dann kann ich mein PC Projekt mit dem Gehäuse abmaß 330x290x130 und Wasserkühlung doch realisieren
Was bedeutet OEM genau? Also wofür steht Original Equipment Manufacturer in diesem Kontext? Gehts hier echt um die Fertigbau-PCs von z.B. Dell, Aldi oder HP?