AMD: Exklusiv-Interview zum Phenom-Start
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Jochen Polster
Am Rande der offiziellen Präsentation der Spider-Plattform hatten wir Gelegenheit, mit AMDs Deutschland-Chef Jochen Polster über die Folgen der Übernahme und die Zukunft der finanziell angeschlagenen Firma zu reden.
PCGH: Vor fast genau einem Jahr hat AMD die Übernahme von Ati abgeschlossen. Wie fällt die Bilanz nach zwölf Monaten aus, wie sind die beiden Firmen zusammengewachsen und was hätte besser laufen können?
Jochen Polster: Fangen wir mit dem an, was hätte besser laufen können. Ich denke, man kann eine Firma immer noch schneller integrieren. Wenn man sich eine solche Akquisition überlegt und denkt, das ist sinnvoll, diese Firma zu kaufen, die ist eine fantastische Ergänzung zu dem, was wir schon haben, dann möchte man natürlich, dass alles am nächsten Tag losgeht und schon funktioniert alles. Aber ganz so schnell geht es nun doch nicht. Was man nach einem Jahr jedoch sagen kann ist, dass wir ein sehr gutes Stück weitergekommen sind. Ich möchte sogar sagen, dass Ati jetzt voll integriert ist. Wir haben ja schon die ersten technischen Resultate.
Ein solcher Prozess läuft ja immer auch auf zwei Ebenen: Marketingmäßig können Sie die Firmen schnell zusammenführen, dass man also nach außen gleich erscheint, dass man Marketingaktivitäten zusammen macht und den Verkauf abstimmt. Aber dass man auf der technischen Seite zusammenarbeitet und sicherstellt, dass die Produkte, die rauskommen, auch wirklich aufeinander abgestimmt sind, das dauert doch etwas länger - gerade im Halbleitergeschäft, wo wir sehr lange Vorlaufzeiten haben.
PCGH: ... knapp ein Jahr...
Quelle: AMD
Jochen Polster: Ja, das sehen Sie gerade an dem Launch, dass wir das schon erreicht haben. Der Zusammenschluss mit Ati war in dieser Hinsicht sehr strategisch. Wir haben die drei bestimmenden Komponenten eines PCs im Hause und können sagen, dass wir nicht mehr nur ein Produkt herstellen, sondern bestimmend für die ganze Plattform sind.
PCGH: Die Plattform heißt "Spider", was aber nur der Oberbegriff für das Desktop-Paket ist. Wäre es dann nicht sinnvoll, ein solches Paket auch für Notebooks zu schnüren?
Jochen Polster: Ja selbstverständlich, es sagt ja keiner, dass wir das nicht tun. Spider ist die erste Plattformlösung, die wir herausbringen, und die ist für den Desktop-Bereich. Das bot sich einfach an, weil wir zu dieser Zeit mit dem Phenom-Prozessor herauskamen und optimiert zu diesem Prozessor auch die passende Grafiklösung entwickelt haben. Und schließlich haben wir auch noch eine sehr gute Chipsatzlösung. Es ist auch immer eine Frage des Timings.
PCGH: Wie arbeiten die beiden Teams zusammen? Das ehemalige Ati-Team sitzt ja noch in Toronto, ergeben sich daraus Probleme?
Jochen Polster: Es findet ein reger Austausch statt, wir haben ja schon immer Teams in Sunnyvale und Austin gehabt, wir haben Teams, die in Indien, Japan und China sitzen. Natürlich werden nicht zwei Teams an einer gemeinsamen Sache an zwei Orten arbeiten, aber Sie können die Aufgaben gut aufteilen. Wichtig ist, dass die Fabrikation an einem Ort stattfindet.
PCGH: ... was zur nächsten Frage führt: Wann werden denn auch Grafikkarten in Dresden gefertigt?
Das vollständige Interview finden Sie in der kommenden Ausgabe 01/2008 von PC Games Hardware.
