Der Grafikkarten-Treiber ist das essenzielle Bindeglied zwischen Pixelbeschleuniger und Spiel: Er ist nicht nur dafür verantwortlich, dass aktuelle Top-Titel fehlerfrei über den Monitor flimmern, sondern möglichst auch mit vielen Bildern pro Sekunde. Daher arbeiten bei AMD wie Nvidia viele Leute daran, die Catalyst- respektive Geforce-Treiber immer weiter zu verbessern und zu optimieren. Insbesondere wenn eine neue Grafikkarten-Generation erscheint, wollen User wissen, ob die Performance mit einem kommenden "Wunder"-Treiber weiter steigt. Mit AMDs Radeon-HD-5000-Serie ist solch eine neue Generation am Markt und die Grafiksparte Ati konzentriert sich daher seit geraumer Zeit vor allem auf die aktuellen Direct-X-11-Geschosse - Nvidias Mannen arbeiten aller Wahrscheinlichkeit bereits an Treibern für Fermi.
The Way it's ... Wir nutzen den Generationswechsel, um herauszufinden, inwieweit AMD und Nvidia die Leistung der Radeon HD 4870 und der Geforce GTX 280 seit ihrem Erscheinen (engl. "Launch") steigern konnten. Die Radeon erschien am 25. Juni 2008, die Geforce kurz zuvor am 16. Juni. Während die RV770-Architektur aufgrund ihrer Vector-5-ALUs theoretisch aufwendiger zu optimieren ist, geht der GT200 etwas leichter von der Hand. Nvidia greift mit seinem "The Way it's meant to be played"-Programm Spieleentwicklern zudem unter die Arme und hilft ihnen, damit ihr Titel auf Geforce-Karten optimal läuft. Viele AMD-Anhänger sehen diese Unterstützung kritisch und werfen Nvidia vor, sich Leistung zu erkaufen und Ati zu benachteiligen -
ein aktueller Fall ist Batman: Arkham Asylum. Ati selbst hatte mit "Get in the Game" ein ähnliches, wenngleich sichtlich weniger offensiv vermarktetes Programm im Portfolio, seit der Übernahme durch AMD sieht man vor dem eigentlichen Spielstart dagegen nur noch gelegentlich ein AMD-Logo. Nvidia steht hinsichtlich der Unterstützung eindeutig mehr im Blickpunkt der Spieler - was diesen allerdings nicht immer gefällt.
Der Weg ist das Ziel Zwar arbeiten AMD wie Nvidia bereits vor der Veröffentlichung kommender Spiele daran, ihren Grafikkarten in diesen Titeln mehr Fps zu entlocken, aber nicht immer stehen pünktlich zum Launch des jeweiligen Spieles optimierte Treiber bereit. Nichtsdestotrotz versprechen beide IHVs in den Release Notes ihrer Treiber-Updates regelmäßig Peformance-Steigerungen in diversen Spielen - gerade wenn größere Optimierungen vorgenommen wurden, ist in der Regel auch tatsächlich ein Leistungsplus zu messen.
Treiberentwicklung Catalyst Seit dem 16. respektive dem 25. Juni 2008 haben AMD und Nvidia ihre Treiber kontinuierlich überarbeitet, Ausrutscher wie Glanzlichter mit eingeschlossen. Die Radeon HD 4870 startet mit dem Catalyst 8.6, der Catalyst 8.7 schiebt dem adaptiven AA einen Riegel vor: Ab sofort entscheidet der Treiber, wann MSAA oder SSAA zur Glättung von Alpha-Tests herangezogen wird. Der 8.9 steigert die
Leistung in Crysis und in Call of Duty 4 leicht, der 8.10 bringt eine (einfache)
Lüftersteuerung im Overdrive-Reiter sowie mehr Fps in CoD4 mit sich,
unterschlägt jedoch Details in Unreal Tournament 3 und rendert
transparente Texturen in Far Cry 2. Mit dem
Catalyst 8.12 macht die Leistung einen großen Schritt nach vorne: World at War (dt.), Fallout 3 und Far Cry 2 laufen sichtlich flotter. Mit dem Catalyst 8.12-Hotfix und dem darauf basierenden Catalyst 9.1 schleicht sich der
sogenannte "AF-Bug" ein - in D3D10-Titeln lässt sich die anisotrope Filterung per Catalyst Control Center nicht mehr aktivieren; AMD bestätigt dieses Problem. Der
Catalyst 9.2 bereitet dem Bug ein Ende und sorgt für deutlich mehr Fps: Crysis und World at War (dt.) legen drastisch zu. Ab der
Version 9.4 werden nur noch die HD-Radeons voll unterstützt, Besitzer eines älteren Modells wie einer X1900 XT erhalten nur noch alle drei Monate frische Treiber. Dafür profitiert Fallout 3 deutlich von dem Update. Der Catalyst 9.8 macht
Crossfire-Setups richtig Dampf, im Gegenzug ist Anno 1404 aufgrund eines Bugs im D3D10-Modus unspielbar - erst der
Patch 1.1 von Related Designs fixt das Problem. Der Catalyst 9.10 schließlich supportet offiziell die neuen Radeon HD 5800 und ist der aktuelle Stand der Dinge.
Treiberentwicklung Forceware/Geforce Die Geforce GTX 280 startet mit der Forceware 177.41, ab der Version 177.74 wird der Treiber in Geforce umbenannt, der
177.79 Beta ermöglicht erstmals GPU-beschleunigtes Physx. Mit dem 178.13 beschleunigt Nvidia Call of Duty 4, die
schlechte Filterung unter OpenGL aber bleibt. Nach großen Ankündigungen launcht Nvidia mit dem
180.48 den "Big Bang II" und katapultiert die Fps in Far Cry 2 weit nach oben - ab sofort greift Nvidia auf den
Multisampling-Buffer zurück. Auch andere aktuelle Spiele laufen deutlich flotter, was zusammen mit der Verfügbarkeit des Treibers für hohe Wellen in diversen Foren sorgt. Mit dem
181.20 wird Stalker: Clear Sky drastisch beschleunigt, vom
182.05 profitieren diverse Spiele - aber nur mit hohen Qualitätssettings. Ab dem 185.63 bietet Nvidia via Treiber eine interessante Option, ältere Spiele zu verschönern:
Ambient Occlusion; die Leistung steigt ebenfalls deutlich. Die 190er-Serie bringt in erster Linie ein überarbeitete Optik mit sich und behebt ärgerliche Bugs, darunter das Problem der im 3D-Betrieb verharrenden Grafikkarten nach dem Beenden der 3D-Applikation.
Achtung: Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit dieser beiden Absätze. Wenn Ihnen Bugs, Fehler und Ähnliches bekannt sind - teilen Sie uns diese per Kommentarfunktion mit.
Testsystem Wir kombinieren eine Radeon HD 4870/1G einmal mit ihrem Launch-Treiber, dem Catalyst 8.6, und einmal mit dem aktuellen Catalyst 9.10. Die Geforce GTX 280 muss mit dem 177.41 und dem 191.07 antreten. Zur Leistungsmessung ziehen wir unser
aktuelles Grafikkartentestsystem samt unseren Spiele-How-Tos heran, alle Spiele und jegliche sonstige Software sind auf dem aktuellen Stand. Wir sind uns bewusst, dass einige Spiele erst nach dem Launch der GTX 280 respektive der HD 4870 erschienen sind und die Launch-Treiber daher sehr schlecht abschneiden - mit diesem Problem aber müssen beide IHVs kämpfen. Bildfehler oder Anomalien traten mit den alten Treibern jedoch keine auf. Einzig Far Cry 2 empfahl uns, einen neueren Treiber zu installieren, startete dann aber.
Geforce GTX 280: Resultate Nvidias ehemaliges Highend-Modell legt vor allem in Crysis Warhead extrem zu (+79 %), auch das normale Crysis profitiert spürbar vom Geforce 191.07 (+22 %). Stalker Clear Sky macht ebenfalls einen Sprung nach vorne (+37 %), die absoluten Fps sind jedoch nach wie vor sehr niedrig. Far Cry 2 beschleunigt der aktuelle Geforce um satte 40 Prozent, Fallout 3 legt 13 und World at War (dt.) knapp 5 Prozent zu.
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Radeon HD 4870/1G: Resultate AMDs Ex-Flaggschiff erzielt per Treiber-Update satte 40 Prozent mehr Leistung in Crysis Warhead, gefolgt von 36 Prozent mehr Fps in Call of Duty: World at War (dt.). Das Ur-Crysis kann der Catalyst 9.10 um 28 Prozent beschleunigen. Far Cry 2, Fallout 3 und Stalker Clear Sky laufen jeweils rund 10 Prozent flotter.
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Radeon HD 4870/1G vs. Geforce GTX 280: Direkter Vergleich Im direkten Vergleich wird offensichtlich, dass die Geforce GTX 280 bereits mit dem Launch-Treiber leicht vor der Radeon HD 4870/1G liegt und ihren Vorsprung bis heute weiter ausgebaut hat. Nichtsdestotrotz hat AMD viel Leistung aus der Radeon heraus gekitzelt.
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Fazit: Treiber Rein rechnerisch über alle sechs Spiele hinweg legt die Geforce GTX 280 satte 33 Prozent an Leistung zu, wenn der Geforce 191.07 statt dem 177.41 zum Einsatz kommt. Ohne den Ausreißer Crysis Warhead sind es allerdings "nur" noch 23 Prozent. AMD steht dem kaum nach und entlockte der Radeon HD 4870/1G bis heute 23 Prozent mehr Fps.
Tendenziell nutzen die Treiberentwickler bei Nvidia durch ihre Arbeit mehr brachliegendes Potenzial bei ihren Grafikkarten als die Kollegen von AMD/Ati. Wie unsere Entwicklung der Treiber zeigt, sind die Geforce-Treiber etwas weniger fehleranfällig. AMD wie Nvidia leisten bei ihrer Treiber-Optimierung insgesamt gute Arbeit, allerdings braucht dies Zeit - die Grafikkarte "reift" beim Kunden. Womit wir wieder bei der aktuellen Generation wären: Ihr volles Potenzial zeigt die Radeon-HD-5000-Serie derzeit wohl noch nicht. Aber das wird sich ändern - ein Grund mehr für Nvidia, sich mit der neuen Generation zu beeilen.
PCGH-Community-Veteran
25.01.2010 16:20
Hallo? Schau mal auf's Datum
Komplett-PC-Käufer
25.01.2010 15:35
Ingesamt nix Neues, war so zu erwarten.
Freizeitschrauber
30.10.2009 09:33
Interessanter Artikel - Danke!
Hätte nicht gedacht, dass soviel Leistung durch Treiberoptimierungen möglich sind. Lohnt sich also doch regelmäßig die Treiber zu aktualisieren. Wenn mal wieder ein kommt der mir das net glaubt, dem kann ich jetzt was zeigen.