Windows XP x86: Trotz HQ sind unter OGL die "Optimierungen" aktiv. (Bild: PCGH) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Geschichte der Filter-"Optimierungen" startet im Jahre 2003, als Nvidia mit der ersten Forceware (50.xx) an der Qualität des anisotropen Filters hantiert. Das bildhübsche AF der Geforce FX wird mittels sichtbarer Einsparungen schneller. Spätere Treiberversionen erhören den Aufschrei der Nutzer und erlauben das Deaktivieren der neuen Features - bis heute. Oder doch nicht?Wir haben es bereits vor einigen Monaten in einem Treibertest festgestellt, das Verhalten aber als Bug abgetan. Mit den ersten Beta-Forcewares der Version 100.xx legten gerade
Geforce-7-Karten auf wundersame Art und Weise unter Open GL an Leistung zu. Die Diagnose: Trotz im Treiber einzeln deaktivierter "Optimierungen" (d. h. Qualitätsverschlechterungen) und "Hoher Qualität" spart sich die GPU Arbeit. Wir sahen uns das nun genauer an.
Eine
Geforce 7900 GT samt Forceware 169.21 WHQL muss unter Windows XP SP2 ihr Geheimnis preisgeben. Wie gehabt stellen wir im Control Panel alles auf "Hohe Qualität", dann beginnt die Suche nach passenden Testspielen. Die Open-GL-API ließ im Laufe der letzten fünf Jahre stark Marktenteile zugunsten von Direct 3D. Wir entscheiden uns für
American McGee's Alice als Vertreter einer vergangenen Grafikära und den relativ neuen Shooter
Prey.
Der Verdacht bestätigt sich. Beide Spiele zeigen mit AF die typischen optischen Defizite, wenn auf der GF7 "optimiert" wird: Texturflimmern, Moiré-Muster und sichtbare Übergänge zwischen den MIP-Maps (vergleichen Sie die Bilder unten). Der Riva Tuner als Kontrollinstrument listet munter aktive "Optimierungen" - trotz HQ-Einstellung wohlgemerkt. Die Optionen im Grafiktreiber haben für OGL demnach keine Wirkung mehr. Bug oder Feature? Versehen oder Absicht? Wir möchten niemandem böse Absichten unterstellen, aber eine Lösung anbieten.
Wenn Sie im Riva Tuner alle "Optimierungen" wie auf dem Bild unten ausschalten und anschließend die "Intellisample settings" auf "High Quality" setzen, filtert Ihre Geforce wieder HQ-typisch ohne sichtbares Flimmern. Das kostet maximal 10 (GF8) is 20 Prozent Leistung (GF7), lohnt aber, wie unsere Bilder bescheinigen.
Update 31.12.2007:Weitere Investigation ergab, dass die Wirkung des Control Panels (CP) auf den Open-GL-Teil nachvollziehbar mit dem Sprung auf die Forceware-Version 100 abhanden kam. Das CP des Treibers 93.71 WHQL deaktiviert laut dem Riva Tuner sauber alle "Optimierungen", auch unter OGL. Dabei spielt es interessanterweise keine Rolle, ob die klassische Ansicht oder schon das neue Panel zum Einsatz kommt.
Die Installation der Forceware 101.09 (inoffiziell) führt zum Fehlverhalten, das bis zum aktuellen Treiber anhält: Der Open-GL-Teil wird von den Einstellungen im Panel ignoriert, der Riva Tuner muss für einwandfreie Bildqualität herangezogen werden. Beim Sprung wurde also etwas "übersehen".
Update 02.01.2008:Wir haben die Tests auf eine Geforce 8800 GTS/640 und Windows Vista (x86 und x64) ausgeweitet. Das Verhalten bleibt eindeutig: Nach einer frischen Treibereinstallation und anschließendem Deaktivieren aller "Optimierungen" im Control Panel bleiben die Sparmaßnahmen unter Open GL aktiv. Damit ist bewiesen, dass jede Geforce und alle Betriebssysteme betroffen sind. Die Beweisbilder finden Sie nun am Anfang der Galerie.
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Kabelverknoter
21.11.2008 19:09
Jep, sind wirklich fürchterlich - am besten bei Prey erkennbar