3dfx: Special zum 25. Todestag - ein Vierteljahrhundert ist vergangen

Am heutigen Tage im Jahr 2000 wurde das Internet von einer Hiobsbotschaft erschüttert: 3dfx Interactive, Hersteller der legendären Voodoo-Grafikkarten und Wegbereiter hardwarebeschleunigter Grafik am PC, schließt seine Pforten. Wir werfen anlässlich des Todestages einen Blick zurück.

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3dfx: Special zum 25. Todestag - ein Vierteljahrhundert ist vergangen
Quelle: PC Games Hardware

Update: Kaum zu glauben, aber wahr: Am 15. Dezember 2025 ist das Ausscheiden von 3dfx aus dem unerbittlichen Rennen um die 3D-Krone 25 Jahre her. Falls Sie es noch nicht kennen, legen wir Ihnen das große Special in Zusammenarbeit mit dem Retro-Podcast Stay Forever ans Herz, welches anlässlich des Gedenktages die perfekte Lektüre für Augen und Ohren ist - nicht nur, um sich zusammen mit anderen Zeitzeugen kollektiv alt weise zu fühlen, sondern auch für PC-Neueinsteiger! Spannend sind nicht nur die erfrischend ehrlichen Aussagen der Gründer im Interview, sondern auch die Informationen zu 3dfx' Next-Gen-Architektur, dem Voodoo-Nachfolger Rampage alias "Specter".

In den vergangenen 25 Jahren ist viel passiert. Grafikkarten wurden von reinen 3D-Tapezierern zu Allzweck-Beschleunigern - seit 2025 erstmals mit mehr als 100 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (TFLOPS). Die noch aktive 3dfx-Community ist zwischenzeitlich auf ein überschaubares Maß zusammengeschrumpft, die meisten Mythen wurden aufgedeckt und die Gebrauchtpreise für gut erhaltene Voodoo-Grafikkarten kannten in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: nach oben. 3dfx' offizielle 10-Jahres-Garantie ist bereits Ende 2020 das zweite Mal ausgelaufen, ebenso die Elektrolyt-Kondensatoren einiger Voodoo-Grafikkarten. 3dfx-Produkte haben längst Oldtimer-Status erreicht.

[PLUS] 30 Jahre 3dfx: Aufstieg und Fall der Voodoo-Magier - mit Gaststar Henner

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PCGH Plus: Am 24. August 1994 legten drei Männer den Grundstein für eine Firma, welche die Welt der 3D-Grafik nachhaltig veränderte. PCGH wirft einen Blick zurück und lässt dabei auch die Gründer zu Wort kommen. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 10/2024.

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Eine sensationelle Entwicklung hauchte dem Voodoo-Kult vor knapp vier Jahren neues Leben ein. Dem 3dfx-Fan "Anthony" war es mithilfe von Reverse Engineering und unbeugsamem Willen tatsächlich gelungen, Voodoo-Grafikkarten in Kleinserien nachzubauen - inklusive der legendären Voodoo 5 6000. Treue PCGH-Leser wissen, dass gerade diese Errungenschaft einem mittelgroßen Wunder gleichkommt, denn es existiert weder eine Dokumentation des offiziellen Layouts, noch hat es diese Grafikkarte jemals aus dem Prototypen-Status herausgeschafft. Falls Sie nun Feuer und Flamme für einen Nachbau oder ein ganz spezielles Custom-Design mit originalen 3dfx-Grafikprozessoren sind, dann begeben Sie sich entweder ins Voodooalert-Forum, wo sich die deutschsprachige 3dfx-Community ebenso wie Anthony aufhält, oder Sie statten Anthonys Facebook-Seite einen Besuch ab. PCGH bleibt bei allem rund um 3dfx selbstverständlich am Ball, denn vor allem außergewöhnliche Grafikkarten sind unsere Passion.


Originalartikel: Der 15. Dezember 2000 war ein schwarzer Tag für den Grafikkartenmarkt und Tausende Fans. "Das Ende einer Ära" titelte jede erdenkliche News-Seite und auch PC Games Hardware traf die Nachricht relativ überraschend. In der Erstausgabe 11/2000 hatten wir die Voodoo 5 6000 als Titelthema, nur vier Hefte später mussten auch wir auf dem Cover das Ende verkünden. An dieser Stelle möchten wir noch einmal rekapitulieren, was 3dfx ausmachte und wie es zum Ende kam. Für Stammleser interessant: Wir aktualisieren diesen Artikel jedes Jahr um neue Erkenntnisse. Viele weitere Details bleiben unerwähnt, da sie das Volumen des Artikels sprengen würden. Wir bieten Interessierten daher am Ende weiterführende Artikel zum Nachschlagen an.

Selbst Jahre nach dem Ende von 3dfx hat es sich PC Games Hardware zum Ziel gesetzt, weitere Mythen rund um 3dfx aufzudecken. So enthielt die PCGH 02/2014 einen exklusiven Test der Voodoo 5 Rev. A2 mit AGP-4x-Kerbe, von denen nicht einmal 50 Exemplare weltweit bekannt sind. Weiterhin haben wir in der PCGH 03/2017 exklusive Benchmarks mit modifizierten Voodoo-5-Karten angestellt, welche mit 128 MiByte ausgestattet wurden und optional mit mehr als 200 MHz rechnen können. Den vorläufigen Höhepunkt der Initiative "3dfx in der Gegenwart" markiert der Artikel 3dfx History und Voodoo 5: Retro-Special mit Insider-Infos und brandneuen Benchmarks. Mit etwas Glück können wir den ursprünglich dafür geplanten Benchmark-Auftritt der V5 6000 doch noch umsetzen. Das Alter der Test-Hardware legte uns Wackersteine in den Weg, denn beide dafür aufgebauten Retro-Rechner erlitten Defekte: Beim Athlon XP kam es zu einer ungewöhnlichen Korrosion des 24-Pol-Stromkabels und beim Pentium M ging offenbar der spannungsmodifizierte CT-479-Adapter über den Jordan. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben - spätestens zum 30. Geburtstag des Voodoo Graphics muss es einfach klappen.

3dfx: Geschichtsstunde

Was ist eigentlich dieses "3dfx"? Die jüngeren Leser kennen den titelgebenden Hersteller vermutlich nur vom Hörensagen, schließlich ist der 3D-Pionier 3dfx schon seit 25 Jahren nicht mehr im Geschäft - in der Informationstechnologie gleicht dieser Zeitraum einer Ewigkeit. Die Lebenszeit des Herstellers erstreckte sich nur über sechs Jahre, von 1994 bis Ende 2000 - obgleich 3dfx erst am 15. Oktober 2002 offiziell für bankrott erklärt wurde. Ein Fan fasst 3dfx folgendermaßen zusammen:

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Die Erfolgsgeschichte von 3Dfx (anfangs mit großem D, von "3D effects") startete im Jahr 1996. Mit dem Erscheinen des Voodoo Graphics (Codename SST-1) wurde das kleine Unternehmen über Nacht zum Monopolisten eines selbst etablierten Marktes. Damit startete eine Revolution: Mit der ersten Voodoo, einem 3D-Beschleuniger, der neben den damals üblichen 2D-Karten arbeitete, ebnete 3dfx den Weg, auf dem auch aktuelle Grafikkarten wandeln. Erstmals war es möglich, polygonal gestaltete Spielwelten mithilfe eines dedizierten Chips zu beschleunigen und die einst blockigen Texturen bilinear zu interpolieren. Mit einer Voodoo ausgestattet, wurde ein Pentium 133 in angepassten Spielen zu einer rasanten Zockermaschine, die selbst sündhaft teure Pentium-200-Rechner hinter sich ließ.

[PLUS] Retro: Die Anfänge der 3D-Grafik - Grafikeffekte von 1998 bis 2025

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PCGH Plus: Das Aufkommen von 3D-Beschleunigerkarten ermöglichte neue Effekte, welche teilweise bis heute in Spielen zu finden sind. PCGH blickt zurück. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 01/2026.

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Dank der eigens für die Voodoo entwickelten, einfach zu nutzenden Low-Level-Programmierschnittstelle (API) "Glide" fanden die Karten schnell Unterstützung seitens der Spielehersteller. Viele bereits auf dem Markt befindliche Spieletitel wurden mit 3dfx- respektive Glide-Patches versehen, woraufhin sie nicht nur schneller liefen, sondern auch in neuer, gefilterter Pracht erstrahlten. Später erschienen mit Gex 3D und Pandemonium 2 sogar Titel, die ohne 3dfx-Karte gar nicht starteten. Stellen Sie sich den Aufschrei vor, wenn heute ein Spiel erschiene, das zwingend eine Geforce zum Start benötigt! Möglich wurde dies nur, weil die damalige Konkurrenz um Nvidia, ATI, Matrox, S3 & Co. dem Voodoo Graphics nichts entgegenzusetzen hatte.

3Dfx Voodoo Graphics: Er veränderte alles Quelle: PC Games Hardware 3Dfx Voodoo Graphics: Er veränderte alles Doch das Monopol bröckelte. Im Laufe der Zeit kreierte auch der Wettbewerb konkurrenzfähige 3D-Chips, um sich Teile des Marktes einzuverleiben. Spätestens mit Nvidias Riva TNT hatte 3dfx einen ernsthaften Konkurrenten. Nvidias Chip erfüllte zwar nicht die zuvor proklamierten Erwartungen, beherrschte jedoch viele Features, die der Voodoo-Schöpfer erst in kommenden Chipgenerationen nachlieferte. Der TNT konnte es anno 1998 oft mit einer einzelnen Voodoo 2 aufnehmen, sofern die erstarkende API Direct 3D zum Einsatz kam. Daneben bot der Chip eine Reihe nur selten nutzbarer Funktionen, wie 32 Bit Farbtiefe - der Begriff "Checklistenfeatures" war geboren. Unangefochten war 3dfx nur noch dank der etablierten Glide-Schnittstelle, auch zwei Voodoo-2-Karten im Scan-Line-Interleaving (SLI) waren konkurrenzlos schnell - und exorbitant teuer. Einen weiteren Vorteil hatte der TNT übrigens noch: Er konnte - den passenden Bildschirm vorausgesetzt - 3D-Applikationen mit mehr als nur 800 × 600 (V2) beziehungsweise 1.024 × 768 Bildpunkten (V2 SLI) darstellen.

1999 brachte 3dfx neben einem neuen Logo mit kleinem "d" auch die Voodoo-3-Serie (Codename Avenger) auf den Markt. Diese Karten waren zwar gewohnt an der Leistungsspitze zuhause, boten jedoch keinerlei neue Features - Unterstützung für 32 Bit Farbtiefe und größere Texturformate als 256×256 Texel suchte man vergebens. Zumindest die der fixen Speicheraufteilung geschuldete Auflösungsbegrenzung der Voodoo und Voodoo 2 war jedoch (seit der Voodoo Banshee) Geschichte. Nvidias TNT 2, ein deutlich höher getakteter TNT, lieferte sich aus Leistungssicht ein Kopf-an-Kopf rennen mit der Voodoo 3, legte jedoch besagte Features mit in die Waagschale. Begleitet wurde dies mit einem deutlichen Marketing-Hype, in den auch die damalige Presse mit einstieg. Was die meisten vergaßen: Sinnvoll nutzbar war damals kaum eines der Features. Aktives 32-Bit-Rendering drückte die Fps-Rate um rund 50 Prozent, brachte jedoch nur eine geringfügige Verbesserung der Bildqualität.

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3dfx konterte mit dem sogenannten 22-Bit-Rendering, einem Verfahren, das 16 Bit nachbearbeitet und die berüchtigten Dithering-Artefakte abschwächt. Das Resultat: Voodoo-Karten boten mit 22 Bit oft eine Bildqualität, die den 32 Bit der Konkurrenz nur wenig nachstanden - natürlich bei deutlich mehr Fps. Doch das tangierte die 3dfx-Kritiker und das Gros der Fachpresse nur peripher. 3dfx versäumte es zudem, dieses Feature adäquat zu bewerben, auch war es meist unmöglich, den 22-Bit-Effekt auf Screenshots festzuhalten - mehrere gravierende Fehler, die 3dfx' Ruf als Technologieführer schädigten. Erst Ende 1999 erschien mit id Softwares drittem Beben ein Spiel, das deutlich sichtbar von 32 Bit Farbtiefe profitierte.

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  1. Seite 1 3dfx-Todestag: Geschichte und Entwicklung
  2. Seite 2 Von STB, Geforce und Voodoo5
  3. Seite 3 3dfx im Jahr 2001 und darüber hinaus
  4. Seite 4 3dfx-Statement, legendäre Werbespots und Links
    • Kommentare (351)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von attica1284 Schraubenverwechsler(in)
        ohne 3Dfx wäre nVidia nicht dort wo sie jetzt stehen, dass war damals der beste Deal sich 3Dfx einzuheimsen
      • Von attica1284 Schraubenverwechsler(in)
        ohne 3Dfx wäre nVidia nicht dort wo sie jetzt stehen, dass war damals der beste Deal sich 3Dfx einzuheimsen
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Der eine, der rechtzeitig zugegriffen hat, bevor es wegen "ab18" nirgendwo mehr vorrätig war.^^
        Ich weiß noch, wie ich die Paletten im Media Markt gesehen, aber Rücksicht auf die schmale Schülerkasse genommen habe. Eine zweite Kaufgelegenheit gab es erst 1,5 Jahrzehnte später dank GoG.
      • Von chill_eule Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Unreal Tournament wurde jahrelang regulär verkauft
        Wer hat UT bitte gekauft damals?
      • Von restX3 BIOS-Overclocker(in)
        Der Pionier, der sich letzten Endes selbst zerlegt hat.
        Aber schöne Erinnerungen an die Zeit sind geblieben.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Erstrecken sich Indizierungen eigentlich automatisch auf Sekundärberichterstattung, die vor der Indizierung angefertigt wurde? Unreal Tournament wurde jahrelang regulär verkauft (oder auch nicht, da ab18 und kaum irgendwo zu bekommen) und beispielsweise PC-Magazine, die in dieser Zeit darüber berichtet haben, sind meinem Wissen nach frei verkäuflich. Das sollte doch eigentlich auf Videos aus dieser Zeit übertragbar sein?
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