Core i9-9900K, i7-9700K & i5-9600K im Test: Intels Coffee-Lake-S-Refresh gibt sich die Ehre [Update]
Jetzt aktualisiert: Intel läutet den Coffee-Lake-S-Refresh mit drei Prozessoren ein: Den Core i9-9900K, Core i7-9700K und Core i5-9600K. PC Games Hardware hat sich alle drei Prozessoren besorgt und sie auf den Prüfstand gestellt. Im Test zeigen wir, wie sich Intels Acht- und Sechskerner gegenüber AMDs Ryzen 7 2700X und Ryzen 5 2600X sowie dem älteren Core i7-8700K schlagen.
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Aktualisierung vom 19.10.2018: Passend zum anstehenden Wochenende haben wir die Spiele-Benchmarks zur Core i9-9900K & Co. auf Seite 2 um zwei zusätzliche Spiele erweitert. Ab sofort finden Sie Rise of the Tomb Raider und Far Cry 5 noch im Parcours.
Nachdem Intel die ersten drei Prozessoren der Coffee-Lake-S -Refresh-Familie (eine sehr lange Produktbezeichnung) am 08. Oktober vorgestellt hat, erfolgt heute die offizielle Veröffentlichung samt Markteinführung. Das neue Topmodell für den Sockel 1151 hört auf den Namen Core i9-9900K und bringt einen neuen Siliziumchip mit sich, der acht Kerne (mit Hyper Threading sind es dann 16 Threads) bietet. Darunter positionieren sich der Core i7-9700K und Core i5-9600K. Weitere Coffee-Lake-S-Refresh-CPUs ohne K-Suffix werden für Anfang 2019 erwartet.
Wie üblich bemustert Intel die Fachpresse nur mit dem neuen Topmodell, dem Core i9-9900K. PC Games Hardware hat ein Engineering Sample erhalten, das in seinen Eigenschaften einem finalen Prozessor entsprechen soll. Den Core i7-9700K und Core i5-9600K konnten wir von externen Quellen auftreiben, um sie pünktlich zum NDA-Fall zu testen. Mit dem neuen Refresh bringt Intel nun die i9-Klasse in den "Mainstream". Die neue Aufteilung sieht wie folgt aus:
- Core i9 steht für acht Kerne plus Hyper Threading, also sechzehn Threads
- Core i7 steht für acht Kerne ohne Hyper Threading, also acht Threads
- Core i5 steht für sechs Kerne ohne Hyper Threading, also sechs Threads
- Core i3 dürfte (!) künftig für vier Kerne, ohne Hyper Threading, also vier Threads, stehen
Was sauer aufstoßen könnte: Erstmals müssen i7-Prozessoren ohne Hyperthreading alias Simultaneous Multithreading (SMT) auskommen. Bei einem Achtkerner kann man das wohl verkraften, ist aber für Intel-Nutzer allemal ungewohnt.
Die Spezifikationen des Coffee-Lake-S-Refreshs in der Übersicht
Intel organisiert die acht Kerne des Core i9-9900K und Core i7-9700K weiterhin an einem einzelnen Ringbus und verzichtet auf den Mesh-Interconnect, der mit Skylake-X/-SP eingeführt wurde. Gleichzeitig bleibt der inklusive gestaltete Cache-Aufbau wie beim Vorgänger. Die Mikroarchitektur bleibt folglich altbekannt: Am Ringbus hängen "lediglich" die zwei zusätzlichen Kerne und weitere 4 MiByte L3-Cache. Der Core i9-9900K nutzt den Vollausbau mit acht Kernen, 16 Threads und 16 MiByte L3-Zwischenspeicher. Der Core i7-9700K muss neben Hyper Threading auch auf den neuen L3-Cache-Anteil verzichten, kann also nur 12 MiByte nutzen.
Beim Core i5-9600K hatte Intel die Wahl, den alten Sechskern- oder den neuen Achtkern-Die zu verwenden und hat sich für einen Achtkern-Die entschieden. Dabei wurden aber zwei Kerne deaktiviert. Da der Coffee-Lake-S-Refresh unverändert in 14++ nm gefertigt wird, macht das jedoch keinen großen Unterschied. Ein Äquivalent zum Core i7-8700K gibt es in der 9000er-Reihe übrigens nicht: Der Core i5-9600K muss ohne Hyper Threading und mit 9 statt 12 MiByte L3-Cache auskommen. Darüber positioniert sich bereits der Achtkerner.
| Kerne/Threads | Basistakt | Turbo 1/2/4/6/8 Kerne | L3-Cache | GPU | GPU-Takt | Speicher | TDP | UVP | Preisvergleich | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i9-9900K | 8/16 | 3,6 GHz | 5,0/5,0/4,8/4,7/4,7 GHz | 16 MiB | UHD 630 | 1.200 MHz | DDR4-2666 | 95 Watt | 488 USD | Klick |
| Core i7-9700K | 8/8 | 3,6 GHz | 4,9/4,8/4,7/4,6/4,6 GHz | 12 MiB | UHD 630 | 1.200 MHz | DDR4-2666 | 95 Watt | 374 USD | Klick |
| Core i7-8086K LE | 6/12 | 3,7 GHz | 5,0/4,6/4,4/4,3/- GHz | 12 MiB | UHD 630 | 1.200 MHz | DDR4-2666 | 95 Watt | 429 USD | Klick |
| Core i7-8700K | 6/12 | 3,7 GHz | 4,7/4,6/4,4/4,3/- GHz | 12 MiB | UHD 630 | 1.200 MHz | DDR4-2666 | 95 Watt | 359 USD | Klick |
| Core i7-8700 | 6/12 | 3,2 GHz | 4,6/4,5/4,3/4,3/- GHz | 12 MiB | UHD 630 | 1.200 MHz | DDR4-2666 | 65 Watt | 303 USD | Klick |
| Core i5-9600K | 6/6 | 3,7 GHz | 4,6/4,5/4,4/4,3/- GHz | 9 MiB | UHD 630 | 1.150 MHz | DDR4-2666 | 95 Watt | 262 USD | Klick |
| Core i5-8600K | 6/6 | 3,6 GHz | 4,3/4,2/4,2/4,1/- GHz | 9 MiB | UHD 630 | 1.150 MHz | DDR4-2666 | 95 Watt | 257 USD | Klick |
Verlötete Heatspreader wegen höherer Leistungsaufnahmen
Weil die neuen Prozessoren weiterhin in 14++ nm gefertigt werden und Intel an der Mikroarchitektur keine Änderungen vornimmt, um die Effizienz zu verbessern, fällt der Basistakt bei den Achtkernern minimal von 3,7 GHz; im Falle des Core i7-8700K auf 3,6 GHz. Die maximalen Turbo-Stufen steigen auf bis zu 5,0 GHz, wobei diese in der Praxis kaum erreicht werden, solange das Mainboard die Leistungsaufnahme auf die von Intel vorgesehenen 95 Watt TDP beschränkt. Lässt die Platine die CPU unbegrenzt Strom "saufen", werden All-Core-Taktraten von 4,7 GHz beim Core i9-9900K und 4,6 GHz beim Core i7-9700K erreicht - dann mit Leistungsaufnahmen von deutlich über 150 Watt. Mit sogenannten Multicore-Enhancements werden die noch höheren Multiplikatoren für einzelne Kerne auf alle angewandt.
Übertaktet können die neuen Achtkerner gut und gerne 200 Watt aufnehmen. Dementsprechend hoch fällt die Abwärme aus. Um dem Problem entgegenzuwirken, verlötet Intel die Heatspreader der neuen 9000er, sogar beim "kleinen" Core i5-9600K. Unseren Informationen zufolge verbessert das Lot die Temperaturentwicklung jedoch nicht so, wie man das erwarten könnte. Die Gründe: Intel lässt durch den Kleber zwischen den Heatspreader-Rändern und dem Package weiterhin einen größeren Spalt, sodass sich auf dem Die eine rund 0,5 mm dicke Lotschicht befindet. Zusätzlich fällt der Siliziumchip vergleichsweise dick aus, was der Wärmeabfuhr schadet. Die acht Kerne auf relativ kleinem Raum tun ihr Übriges, um den Core i9-9900K und Core i7-9700K zu kleinen Hitzköpfen zu machen. Das Köpfen der Achtkerner bringt deshalb weiterhin erhebliche Temperaturvorteile, wenn man eine dünnere Klebeschicht und Flüssigmetall auf dem Die verwendet.
Quelle: PC Games Hardware
Ein Intel Core i9-9900K geköpft: Die Lotschicht fällt vergleichsweise dick aus und limitiert so die Wärmeübertragung
Mainboard- und Kühlerkompatibilität
Beim Thema Plattformkompatibilität ändert sich nichts. Auch wenn Intel zusammen mit dem Coffee-Lake-S-Refresh den Plattform Controller Hub (PCH) Z390 vorstellt - entsprechende Platinen gibt es von allen großen Mainboard-Herstellern -, laufen die Core-i-9000-CPUs auf allen Modellen der 300er-Serie. Auf den Mainboards mit dem Z370, H370, B360 und H310 ist lediglich ein BIOS-Update notwendig - wollen Sie aufrüsten, sollten Sie einen Blick auf die Support-Seite ihres aktuellen Modells werfen. Die neuen Z390-Mainboards richten sich vor allem (aber nicht exklusiv) an Übertakter der neuen Intel-Generation. Weitere Details zu den Z390-Mainboards finden Sie in unserem Überblick.
Bis zu 128 GiByte großer Arbeitsspeicher
Bisher unterstützen die Intel-Core-Prozessoren im Consumer-Markt maximal 64 GiByte Arbeitsspeicher, bei der Intel-Core-9000-Generation ändert sich das: Hier werden erstmals, auch außerhalb des Workstation- und Serversegmentes, 128 GiB Arbeitsspeicher unterstützt.

Wenn die Spiele viele Kerne auslasten und die Taktraten angepasst werden, ist er für gewöhnlich nicht besser. Das ist halt bei Gamern halt nur selten der Fall, umgekehrt ist der 9900K aber auch für Anwendungen besser, die nur schlecht mit zusätzlichen Kernen skalieren. Wenn zum Beispiel diverse Adobe-Produkte sowieso nur vier Kerne nutzen, dann kann man den Kern-Vorteil einer Mesh-Architektur nicht nutzen, hat aber alle einhergehenden Nachteile.
Okay, aber weshalb ist der 9900K beim Gaming im Vergleich zu SKL-X um so viel besser?
Fürs Gaming ist Mesh im Vergleich zum Ringbus schlechter. Nicht nur wegen der miserablen Latenzen und dem viel zu kleinen L3-Cache.
Produktvergleich Intel Core i9-9900K, 8x 3.60GHz, boxed ohne Kühler, Intel Core i7-9800X, 8x 3.80GHz, boxed ohne Kühler Geizhals Österreich
Ja, Quad-Channel ist nicht unbedingt entscheidend für eine bessere Spielleistung. L3-Cache ist wichtig.