B450-Mainboards für Ryzen 2000: AMDs "neuer" AM4-I/O-Hub analysiert - mit Video
Jetzt mit Erklär-Video und B450 im Preisvergleich: Zwei Monate nach Erscheinen des X470 hat AMD jetzt auch der Mainboard-Mittelklasse ein Update spendiert. Ähnlich wie bei X370 und X470 sind die Unterschiede zwischen B350 und B450 mit der Lupe zu suchen, die Platinen-Designs bringen aber Neuerungen mit sich.
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AM4-CPUs sind unter anderem für deutlich günstigere Preise als bei der Intel-Konkurrenz bekannt, ein zu teures Mainboard zieht das Preis-Leistungs-Verhältnis des Gesamtsystems aber schnell in den Keller. Für Anwender mit geringen Ansprüchen an die Erweiterbarkeit gibt es den Promontory-I/O-Hub deswegen auch als abgespeckte B-Baureihe, in der jetzt der B450 den B350 ersetzt.
[COLOR=textColor3]Update vom 02.08.18: B450 im Preisvergleich + Ersteindruck im Video
Zwei Tage nach der offiziellen Vorstellung des I/O-Hubs B450 sind im PCGH-Preisvergleich 28 entsprechende Mainboards gut verfügbar. Die meisten kosten noch 10 bis 30 Euro mehr als ihre direkten Vorgänger, müssen sich also noch nach unten hin einpendeln, um preislich attraktiv zu werden - vor allem in Anbetracht der günstigen X370-Platinen, die sich weiterhin im Abverkauf befinden. So manches Modell fehlt zurzeit noch, wie Gigabytes günstiger Mini-ITX-Ableger.
Im folgenden Video gehen wir noch einmal auf bestimmte Neuerungen von B450-Mainboards ein, wie zum Beispiel die Besonderheiten der Modelle mit zwei M.2-Steckplätzen.
B450: Das ist neu
Ähnlich wie beim Wechsel von X370 auf X470 in der Oberklasse endet die Liste der Neuerungen kurz hinter dem neuen Produktnamen. Darüber hinaus hat AMD lediglich die TDP leicht gesenkt - die Unterschiede im Nachkommabereich dürften Desktopanwender kaum interessieren. Abseits des leichten Fertigungfortschritts ist die neue Promontory-Ausgabe identisch zur alten; I/O-Hub bedingte Leistungsunterschiede gibt es ohnehin nicht - wie wir jüngst in der PCGH 08/2018 anhand von B350, X370 und X470 zeigen konnten.
Ein reines Software-Feature, aber lizenztechnisch an den B450 gebunden, ist StoreMI. Die auch mit dem X470 gebundelte Caching-Software kann HDDs, SSDs und Teile des RAMs zu einem einzelnen logischen Laufwerk verknüpfen. Bei mechanischen Festplatten führt das intelligente Vorhalten häufig benutzter Daten in schnelleren Speichern zu deutlichen Performance-Schüben, flinke SATA- oder gar NVME-SSDs profitieren aber nur in wenigen Szenarien messbar. Stetig fallende Flash-Preise dürften StoreMI daher genauso schnell obsolet machen wie andere Software-Caching-Lösungen.
B450: Bekannte Ausstattung
Quelle: Gigabyte
2× SATA + 1×SATAe, wobei letzterer zwei weiteren SATA-Ports entspricht – Gigabytes Übersicht spiegelt die in freier Wildbahn beobachtete Ausstattung von B350/450-Mainboard korrekt wieder. Unterschiedliche Taktraten wegen "fehlendem" Precision Boost Overdrive konnten wir aber im Vergleich zwischen B350, X370 und X470 nicht beobachten.
Weitere künstlich an I/O-Hubs gekoppelte Features sind Overclocking und Multi-GPU-Betrieb. Bei Ersterem ist AMD gewohnt anwenderfreundlich und gibt CPU- sowie RAM-Multiplikatoren frei. Einige bereits im PCGH-Testlabor befindliche B450-Mainboards wurden aber in ihren Vcore-Einstellungen gegenüber den jeweiligen X470-Pendants beschnitten, was das Übertakten erschwert. Bei der Aufteilung der CPU-PCI-Express-Lanes gehen die Hersteller dagegen über AMDs Vorgaben hinaus. Während AMD Multi-GPU-Betrieb nur auf X470-Platinen vorsieht und eine Aufteilung des primären ×16-Slots in zwei ×8 beim B450 verneint, zweigen Asus-Mainboards beispielsweise Datenleitungen für einen sekundären M.2-Slot ab. MSI-UEFIs unterstützten hingegen Adapterkarten für vier ×4-M.2-Anbindungen in einem ×16-Slot und bei Asrocks B450 Gaming-ITX/ac finden wir sogar eine ×8/×8-Bifurcation-Option. Deren Funktion lässt sich ohne spezielle Riser-Karte aber nicht überprüfen - mechanisch passt nur eine Erweiterungskarte auf die Mini-ITX-Platine.
An anderer Stelle werden die Spezifikationen hingegen flächendeckend unterschritten. Offiziell gibt AMD für den B450 sechs SATA-Ports an, genau wie für den B350. Mit Letzterem erschien aber kein einziges derartiges Mainboard und auch beim B450 sind der Redaktion bislang nur Mainboards mit vier Promontory-SATA-Ports bekannt. Mit sechs Anschlüssen versehene Platinen greifen dagegen auf CPU-Ressourcen zurück. Das heißt nur vier Ports stellt der I/O-Hub bereit, für zwei werden CPU-Lanes umgeleitet, die eigentlich dem primären M.2-Slot gehören. Diesen Kunstgriff sieht AMD zwar ausdrücklich vor, verspricht dann aber insgesamt acht SATA-Ports.
Ebenfalls auf CPU und I/O-Hub verteilt sind die USB-3.0-Ressourcen: Vier Ports stellen die Ryzen-CPUs bereit, zwei weitere steuert Promontory bei. Zusätzlich bietet der I/O-Hub einen nativen USB-3.1-Controller mit zwei 10-GBit/s-Anschlüssen, es wird aber erneut Platinen geben, die dieses Feature ungenutzt lassen. Begehrt bleiben dagegen die knappen sechs PCI-Express-2.0-Lanes. Während Grafikkarte und eine erste M.2-SSD von AM4-CPUs mit insgesamt 20 3.0-Lanes versorgt werden, muss der I/O-Hub den LAN-Controller und alle sonstigen Erweiterungen auf der Platine bedienen.
B450: Mainboard-Trends
Quelle: PC Games Hardware
Um die 100 °C haben wir an den Spannungswandlern eines B450-Kandidaten gemessen. Der Hersteller prüft noch, ob ein Defekt vorliegt – mehr in der PCGH 10/2018
Trotz der eher günstigen B450-Preisklasse planen die Mainboard-Hersteller erstaunlich oft eine der knappen Lanes für WLAN-Module ein. Zwar wird nur ein Teil der Produktangebote auch tatsächlich damit ausgestattet, auf den modellübergreifend genutzten Platinen verbleiben dennoch nur vier Datenleitungen für sonstige Zwecke. PCI-Express-Sharing zwischen Erweiterungsslots ist für B450-ATX-Mainboards daher die Regel und Zusatzcontroller, beispielsweise für weitere USB-3.1- oder SATA-Ports sind kaum zu erwarten.
Positiv entwickeln sich dagegen die Mainboard-Kühler: Wie bereits beim X470 sowie B360 und H370 für Intels Coffee Lake-S verbauen die meisten Mainboard-Hersteller dieses Jahr auch beim B450 größere Kühlkörper als sie die B350-Vorgänger im letzten Jahr erhielten. Ersten PCGH-Messungen zufolge garantiert dies aber keine niedrigen Temperaturen. Um die günstigen "B"-Preise zu halten, wird weiterhin oft an den elektrischen Bauteilen gespart. Instabilitäten konnten wir keine feststellen, stellenweise sehr hohe Temperaturen belegen aber mangelnde Effizienz - Details werden wir nach Abschluss aller Messungen in der PCGH 10/2018 veröffentlichen.
B450: Fazit
AMDs neueste Promontory-Ausgabe tritt exakt in die Fußstapfen des B350. Die Mindestanforderungen der meisten PC-Anwender an USB-, SATA- und PCI-E-Schnittstellen werden befriedigt - mehr aber auch nicht. Verglichen mit der Intel-Konkurrenz rangieren B450-Systeme klar über dem H310, fallen ihrerseits aber in allen Belangen außer RAID und Übertaktung (beides bei Intel gesperrt) deutlich hinter dem B360 zurück. In der Praxis brauchen viele Nutzer aber eben gar keine Zusatzausstattung.
Umgekehrt spart der Verzicht auf ein paar integrierte Schnittstellen nur wenige Euro - deutlich niedrigere Preise als im X470-Segment erzielen die Mainboard-Hersteller nur, wenn sie zusätzlich bei den Spannungswandlern, der Sound-Lösung oder anderen aufwendigen Onboard-Komponenten den Rotstift ansetzen. Ähnlich wie beim B350 teilt sich der Markt somit erneut: Auf der einen Seite Platinen, die für Durchschnittsnutzer "befriedigend", bei bestimmten Ansprüchen aber möglicherweise schon "mangelhaft" sind. Auf der anderen Seite Mainboards, die bei der Bauteilbestückung aber eben auch dem Preis nahe an der X470-Klasse liegen. Insbesondere letztere haben im Moment harte Konkurrenz durch den X370-Abverkauf. Technisch versierte Anwender erhalten mit den alten Platinen nach einem UEFI-Update eine bessere Ausstattung - der B450 als solcher punktet nur mit der Garantie eines aktuellen UEFIs, weil keine Platinen vor dem Ryzen-2000-Launch ausgeliefert wurden.

schick
AMD Ryzen Threadripper 2000 packaging unveiled - VideoCardz.com
Danke für die Infos und dass Ihr Euch Zeit nehmt für einen ausführlichen Test.
Bei den B450-Boards scheinen MSI (Tomahawk) und Asrock(Gaming K4) zumindest bei den Spannungswandlern alles richtig gemacht haben.
Das Asus Strix bedient die bling-bling-Fraktion und Gigabyte mutiert zu "was Asrock bei AM3+ konnte, können wir auch" mit eingebauter Sollbruchstelle, wenn man das Ding in einen Silent-Rechner mit Minimalbelüftung einbaut.
Ich bin auf den Test im nächsten Heft gespannt.
Am besten bei dezenten Alltags OC (und ohne) mit 6 und 8 Kernern (inklu 2933Mhz Ram) in einem durchschnittlichem Gehäuse mit Lüfter im Dach (statt Benchtable) - so ziemlich alle anderen Ausstattungsdetails (außer Lanesharing, aber das macht ihr ja immer) kann man fast überall (bei den entsprechenden Händlern) nachlesen. Die Temps sind für User allerdings nur sehr aufwändig in Erfahrung zu bringen. Auch wenn ich (nur) eine Idee, von dem damit einhergehenden Aufwand habe, denke ich, eurem Auftrag würde es eher Gerecht, solche Infos weiterzugeben, an die man eben nur sehr schwer kommt.
Hier könntet ihr mit ordentlich punkten und einen echten Mehrwert bieten.
PS: Natürlich weiß ich, wie unterschiedlich, selbst sehr ähnlich aussehende Gehäuse performen können, aber nen Benchtable ist einfach realitätsfern, während ein (Bestseller, für die breite Masse) Case eine reale Vorstellung gibt und ebenso als Benchmark (für alle Tests das Gleiche, gelten kann)
Außerdem ist mir auch klar, dass es noch einen "Bildungsauftrag für Einsteiger" gibt, welcher bedient werden will. Dennoch sind gerade die Stromversorgungsdesigns mit der geringsten Transparenz versehen. Man kann ja über Elko und Co. quali schreiben, aber welche Bedeutung dies, für uns Anwender im Alltag hat, lässt sich nur sehr schwer abstrahieren.
Muss ich für dezentes OC doch zum 470 greifen, reicht 450 locker für 8 Kerne, lohnen 50€ mehr fürs OC oder erreicht man lang vorher schon ein sinnvolles Niveau? Usw...
Dass sind, so denke ich Fragen, welche nicht nur ich habe - wieviel Fans ich anklemmen kann, find ich problemlos selbst heraus...
Die Intransparenz bei den Spannungswandlern gilt gleich in mehrere Richtungen: Bei einigen Komponenten ist unklar, welche Spezifikationen sie überhaupt haben, die Mainboard-Hersteller verraten nicht, was die spezifische Kombination abliefert, die CPU-Hersteller sagen nur sehr grob, welche Qualitäten überhaupt erfüllt werden müssen und mit Ausnahme von Rekord-Übertaktern dokumentiert niemand ernsthafte Auswirkungen im Einsatz, abgesehen eben von der Temperatur. Ich persönlich halte deswegen wenig vom "Spulenzählen" anderer Tester. Weder kann man aus einer Sichtung der Komponenten 100-prozentige Aussagen über die resultierende Spannungsqualität bei realen Lasten ableiten, noch gibt es einen objektiven Maßstab, was überhaupt eine "gute" Qualität sein soll. Wir konnten zwischen einem mitteleren B350-Modell und einem X470-Flaggschiff trotz erheblicher Unterschiede im Aufbau der Spannungswandler keine Unterschiede bei den Übertaktungseigenschaften feststellen. (Siehe PCGH 08/18)
Ich habe jetzt ein Asus B350f-Gaming. Verbaut ist ein 2700X, 16 GB RAM 3200MHZ, eine Asus 180A8G, eine M2:SSD, SSD und 2 HD. Ca. so wird das nächste System auch aussehen, vielleicht auch schnellerer RAM. Nur was ich mich frage, was bringt jetzt das X70 den wirklich. USB Anschlüsse hab ich genug. Problem mit der Temperatur könnte ich noch nicht feststellen. Mehr an Leistung aus der CPU? Mir ist ja jetzt nicht um die paar Euro, aber die Frage ab wann ist es Sinnvoll beantwortet es mir halt nicht.
Zwar geht das per pcie- ncme protokoll aber es muss vom mainboard unterstützt werden
Und der ist nur beim m2 port geschaltet
Alle anderen brauchen ein rom flash bios auf der M2 ssd bzw controllerkarte (m2 und sata usb) und diese sind nur vereinzelt ausgerüstet.
Weil man vor 2016 keinerlei boot Unterstützung über nvme kannte
Da können einige x99 Besitzer nen Lied singen
Weil das aber ein software Problem ist, wurde dies per bios update hinzugefügt.
das garantiert aber nicht das auch andere pcie slots außer m2 bootbar sind.
Spieler sollten sich bei AM4 ohnehin auf den separat angebundenen M.2-Slot des Mainboards beschränken und nicht den Grafikkartenslot für weitere Laufwerke opfern. Das diese Möglichkeit zumindest seitens der Software unterstützt wird, ist eher aus technischer Sicht interessant und legt nahe, dass mit entsprechenden Riser-Karten beispielsweise auch ×8/×8-Betrieb möglich sein könnte, obwohl AMD diesen beim B450 offiziell untersagt.