Mifcom Blackbox mit Titan RTX im Test: Die güldene Grafikkarte
Für um die 5.000 Euro ist die diesjährige High-End-Konfiguration mit der aktuellen Nvidia Titan RTX fast schon ein Schnäppchen. Wir hatten schon einen Titan-Rechner im Test, der fünfstellig kostete. Wollte Nvidia für die Titan V (Volta) zum Start noch 3.100 Euro haben, sind es bei der Titan RTX nur noch 2.700 Euro. Zudem ist Intels Achtkerner Core i9-9900K für ca. 520 Euro schon fast bezahlbar geworden. Kein Wunder also, dass die aktuelle "Blackbox" des Münchers Systemintegratoren Mifcom dieses Jahr so günstig ausfällt. Wir haben sie wieder durchgetestet.
Eigentlich ist es die RTX 2080 Ti, die den älteren Titan-Grafikkarten (V, Xp, X) schon Konkurrenz macht, wenn man bedenkt, dass sie schon stolze 1.300 Euro kostet. Wer in diesen Preissphären aber unterwegs ist, dem dürfte das Preis-Leistungsverhältnis ohnehin egal sein - und der dürfte den potenten Rechner nicht nur zum Spielen verwenden. Denn das hat sich seit Jahren nicht an der Mifcom Blackbox geändert: Die ähnliche Spieleleistung gibt es natürlich auch schon günstiger, der große schwarze Rechner ist eher für den professionellen Einsatz gedacht.
Wohl auch deswegen gibt es die Blackbox in allen erdenklichen dekadenten Varianten: also etwa auch mit zwei Titan RTX im wassergekühlten SLI-Verbund. So eine hatten wir vor zwei Jahren auch schon im Test, damals war aber der Leistungsunterschied zu den für Normalsterbliche gedachte GTX-Grafikkarten deutlich höher.
Nvidia Titan RTX vs. RTX 2080 Ti
Mittlerweile sind sich Titan und RTX 2080 Ti weitaus ähnlicher, sowohl was Hardware als auch was Leistung angeht: Die Titan RTX basiert auf dem gleichen Platinen- und Kühlerdesign wie die Founders Edition der RTX 2080 Ti. Im Inneren bedeckt eine große Vapor-Chamber alle Hitzequellen, drüber sitzen zwei Axiallüfter mit 85 Millimeter Durchmesser. Der markanteste Unterschied in der Ausstattung ist der mehr als doppelt so dimensionierte und aktuell unfüllbare GDDR6-Speicher (24 GB statt 11 GB). Dieser und der goldene Anstrich verdoppeln auch den bereits erwähnten Preis der Titan RTX.
| Modell | Titan RTX | RTX 2080 Ti |
|---|---|---|
| Codename/Konfektion | TU102-400 | TU102-300A-Kx |
| ALUs/SIMDs/TMUs/ROPs | 4.608/72/288/96 | 4.352/68/272/88 |
| Tensor-Kerne | 576 | 544 |
| Raytracing-Kerne | 72 | 68 |
| Leistung RT-Kerne (Gigarays/s) | 11 | 10 |
| GPU-Basis-/Boosttakt (MHz) | 1.350/1.770 | 1.350/1.635 |
| FP32/FP64-Leistung (TFLOPS) | 16,31/0,51 | 14,23/0,45 |
| Durchsatz Pixel/Texel (Mrd./s) | 169,9/509,8 | 157,0/444,7 |
| Größe des Level-2-Cache (KiB) | 6.144 | 5.632 |
| Speicheranbindung (Bit) | 384 | 352 |
| Speichergeschw. (GT/s, GB/s) | 14,0/672,0 | 14,0/616,0 |
| Speichermenge und -typ | 24.576 MiB GDDR6 | 11.264 MiB GDDR6 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | 2 × 8-polig | 2 × 8-polig |
| Typische Leistungsaufnahme | 280 Watt | 260 Watt |
| Unverbindliche Preisempfehlung | 2.699 Euro | 1.259 Euro |
Mifcom Blackbox Titan RTX: Ausstattung
Der RTX Titan steht eine würdige Ausstattung bei. Verglichen mit den Mifcom-Rechnern des Vorjahres hat sich hier nur wenig geändert: So ist etwa das Gehäuse, ein Corsair Carbide Air 540, bei der Blackbox standardmäßig. Im Detail möchten wir die uns vorliegende Konfiguration gar nicht kritisieren, da die Rechnerausstattung ohnehin individuell bestückbar ist. Unter den Gehäuselüftern hätten wir uns für die etwas effizienteren Be Quiet Silent Wings statt für die Corsair ML140 Pro entschieden. Die zwei HDDs mit je zwei Terabyte an Kapazität sind zudem auch etwas unterdimensioniert für so eine Maschine.
Mifcom Blackbox Titan RTX: Einzelpreis-Vergleich
Wir vergleichen bei Komplettrechnern stets den Preis der von uns getesteten Austattung bei der Konkurrenz. Hierfür bemühen wir den Online-Konfigurator eines großen Händlers und bestücken den Rechner mit den exakt gleichen Komponenten - Zusammenbau und Garantieleistung (hier: drei Jahre) inklusive. Bei Mifcom kostet der Rechner 5.182 Euro, während wir im PC-Konfigurator der Konkurrenz lediglich auf 4.564 Euro kommen. Die Ersparnis von gut 618 Euro beziehungsweise zwölf Prozent fällt hier relativ hoch aus.
Bildergalerie
Anwendungs- und Spieleleistung
Im Praxistest erweist sich die Titan RTX wenig überraschend als die aktuell schnellste Grafikkarte. Der Abstand zur RTX 2080 Ti Founders Edition ist jedoch geringer als erwartet: Im PCGH-Leistungsindex erreicht die Geforce im Mittel 94,9 Prozent der Titan-Leistung. Da in den Auflösungen Full HD und WQHD teilweise ein Prozessorlimit wirkt, lohnt sich der Blick auf die vollständig grafiklimitierte Ultra-HD-Auflösung. Hier kann sich die Titan RTX um 6,9 Prozentpunkte (+7,4 % Leistung) absetzen. Daraus lässt sich ableiten, dass hochgezüchtete Modelle der RTX 2080 Ti, etwa die EVGA FTW3, MSI Gaming X Trio oder Zotac AMP Extreme mit ihrer jeweils 300 Watt hohen TDP, die Leistung der Titan RTX erreichen. Mehr zur Titan RTX ist in der Heftausgabe 03/2019 zu finden.
Allen voran interessiert uns die Leistung mit und ohne Raytracing. Dafür haben wir unseren Benchmark-Parcours in Battlefield 5 bemüht und das wenige überraschende Ergebnis erhalten, dass Nvidias Strahlentechnik ordentlich an Fps schluckt: Mit aktivem Raytracing schmilzt die durchschnittliche Bildrate von circa 75 Fps auf nur 39 Fps. Gemessen haben wir natürlich in höchster Detailqualität und Ultra-HD-Auflösung. In diesem Fall haben wir uns auch den Frametime-Graphen angeschaut und können erkennen, dass ohne Raytracing die Framerate deutlich gleichmäßiger läuft. Ohne Raytracing sind die ganzen Wasserreflexionen ja nicht ganz verschwunden, sondern nur solche, die sich außerhalb des Sichtfeldes befinden. Wer also aktuell in voller Raytracing-Grafikpracht spielen möchte, beschränkt sich lieber auf die WQHD-Auflösung oder verzichtet zu gunsten der höheren Framerate auf das Strahlen-Feature. Letztere Option halten wir für den besseren Kompromiss.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Titan RTX: Battlefield 5 mit und ohne Ratracing
Dem Intel Core i9-9900K haben wir bereits einen Einzeltest unterzogen. Der Achtkerner ist die aktuelle Speerspitze in Intels Mainstream-Segment und bietet eine Leistung, die der eines RTX-Titan-Rechners würdig ist.
Hitze- und Geräuschentwicklung
Während die älteren Titan-Grafikkarten noch mit einem Blower-Design gekühlt wurden, kommt das nun verwendete System mit zwei Axiallüftern der geringen Geräuschkulisse zugute. Unter Volllast ist die RTX Titan, und damit der gesamte Rechner, deutlich leiser als ihre Vorgänger. Wir messen unter Spielelast eine maximale Lautheit von nur 2,6 Sone, was ziemlich niedrig ist in dieser Leistungsklasse. Im 2D-Windows-Betrieb ist der Rechner mit circa 1,0 Sone noch immer relativ laut, wofür die Kompaktwasserkühlung und die Gehäuselüfter verantwortlich sein dürften. Mit etwas Tuning könnte man hier den Rechner sicherlich noch etwas leiser kriegen. Setzen wir den i9-Prozessor mit Cinebench unter Volllast, entpullt sich die Corsair-Kühlung als Sägewerk und wird mit einem kreissägeartigen Brummen bis zu 5,7 Sone laut. Wer also aktuell ein Video mit allen Kernen rendert sollte währenddessen lieber eine Klopause einplanen. Dafür ist die Wasserkühlung aber auch effektiv - der i9-9900K wird selbst unter Last nicht über 51 Grad warm.
| Produkt | Blackbox Titan RTX |
|---|---|
| Hersteller | Mifcom |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | https://www.mifcom.de/blackbox-cid187 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ab 4.749,-/mangelhaft |
| Einzelkomponenten-Vergleichspreis | Ab 4.564 Euro |
| Garantie | Drei Jahre inkl. Pick-Up & Return |
| Ausstattung | |
| Abmessung (H x B x T) | 332 x 458 x 407 mm |
| Prozessor | Intel Core i9-9900K (3,6 GHz, 8c/16t) |
| Grafikkarte | Nvidia Titan RTX (24 GB GDDR6) |
| Mainboard | MSI MPG Z390 Gaming Pro Carbon AC (Intel Z390) |
| Anschlüsse intern | 1x USB-C 3.1 (20-Pin Key-A Header, Z390), 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, 6x SATA 6Gb/s (Z390), 1x seriell, 1x Thunderbolt-Header 5-Pin, 1x TPM-Header |
| Anschlüsse extern | 1x HDMI 1.4, 1x DisplayPort 1.2, 1x USB-C 3.1 (Z390), 3x USB-A 3.1 (Z390), 2x USB-A 2.0, 1x Gb LAN (Intel I219-V), 5x Klinke, 1x Toslink, 1x PS/2 Combo |
| SSD/Festplatte | 1 TB (Samsung SSD 970 Evo), 2× 2 TB (Seagate Ironwolf, HDD) |
| Arbeitsspeicher | 32 GiByte, DDR4-3000 (2× 16 GiByte, Corsair Vengeance LPX) |
| Netzteil | 650 Watt, Corsair RMx Series 2018 (80 Plus Gold) |
| CPU-Kühler (Wasserkühlung) | Kompaktwasserkühlung (Corsair H100x) |
| Gehäuse | Corsair Carbide Air 540 |
| Optisches Laufwerk | Bluray-Brenner (Pioneer BDR-209EBK) |
| Gehäuselüfter/Luftstrom | 2x 140 mm (Front), 1x 140 mm (Rückseite) |
| Betriebssystem | Windows 10 Pro, 64 Bit |
| Sonstiges | RGB-LED-Streifen an den Seiten |
| Spiele-Benchmarks | |
| The Witcher 3, Skellige 2018, Ultra HD, Ultra Details, kein Hairworks (avg/min) | 69,1 Fps/65Fps |
| Battlefield 5, Trilladeur, Ultra HD,höchste Details, Raytracing off (on) | 74,9 Fps/71 Fps (39,2 Fps/34 Fps) |
| Ethan Carter Redux, Ultra HD & 150 %, Hohe Details, TAA (avg/min) | 50,9 Fps/45 Fps |
| Praxistests | |
| Lautstärke 2D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 1,0 Sone/0,8 Sone |
| Lautstärke 3D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 2,7 Sone/2,6 Sone (Cinebench R15: 5,7 Sone) |
| Temperatur 2D Prozessor/GPU(s) | 33 °C/31 °C |
| Temperatur 3D Prozessor/GPU(s) | 51 °C/ 81 °C |
| Leistungsaufnahme Standby | Ca. 2 Watt |
| Leistungsaufnahme 2D | Ca. 61 Watt |
| Leistungsaufnahme: 3D (The Witcher 3) | Ca. 384 Watt |
| Fazit (Wertungsnote) | 4,5 von 5 Sternen |
| + | High-End-Spieleleistung |
| + | Saubere Verkabelung |
| - | Ziemlich laut selbst ohne 3D-Last |

Kostet knapp 5k und wir unter CPU Volllast trotz Wakü bis zu 5 sone laut wofür er auch noch 4,5 von 5 Punkten einheimst, wobei eine Titan unter Spielen dann 5% schneller als eine halb so teure Grafikkarte aus eigenem Haus mit wahrscheinlich besserer Kühlösung?
...
Das Ding hätte bei mir nicht mal 3 Punkte bekommen. Einfach zusammen geklatsch was im Regal lag und 5k drauf geschrieben. Mifcom...
Aber auch du sagst gerade das du die Platte in deine NAS steckst und nicht in den PC, habe seit ca 4 Jahren keine normale HDD mehr in meinem Rechner. Habe natürlich auch wie du ein NAS das mir normalen HDDs ausgestattet ist da ist es mir tatsächlich schlicht zu teuer und ich bekomme die Bandbreite der ssd nicht ins Netzwerk.
Weil SSD´s zur Datensicherung einfach Kacke sind und man deshalb Dinge wie Fotos oder Dokumente die man nicht Online speichern will/kann besser auf einer HDD lagert...
Bei mir fallen pro Jahr einige stunden 4k Videomaterial und zig Tausend Fotos an, da müsste ich ja gelitten haben um tausende Euro in SSD´s zu stecken, anstatt ne 6 TB HDD für kleines Geld zu kaufen und in die Diskstation zu stecken.
So dürfte es vielen gehen die mehr mit ihrem Rechner machen als Zocken und YT gucken....
SSD's sind mittlerweile echt erschwinglicher geworden. Ich habe z. B. auch komplett auf SSD umgestellt. Bei den Preisen finde ich ne HDD auch echt fragwürdig.
An sich sind die Preise ihrer Rechner völlig abgehoben.