Corsair Carbide Air 540 im OC- und SLI-Test: Der XL-Kühlschrank unter den Gehäusen

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Das extrabreite Corsair-Gehäuse Carbide Air 540 bietet viel Platz für High-End-Mainboards, große CPU-Kühler sowie mehrere Grafikkarten. Da das Air 540 konsequent auf einen guten Luftstrom optimiert ist, bleiben auch übertaktete High-End-Komponenten kühl, wie unser Test mit zwei Geforce GTX Titan und einem Core i7-4770K zeigt.

Mit seiner Breite von 33,2 Zentimetern ist das Carbide Air 540 rund 50 Prozent breiter als übliche Midi-Gehäuse. Corsair bringt in dem Würfelgehäuse nämlich zwei Kammern unter: Auf der einen Seite sitzt wie üblich das Mainboard, in der anderen hat Corsair die Netzteilhalterung und den Käfig für zwei 5,25-Zoll-Laufwerke sowie viel Platz zum Verstauen der Kabel untergebracht. Dank dieser Aufteilung ist in der Hauptkammer viel Platz für Mainboard, Grafikkarte, CPU-Kühler und Co. So können Sie problemlos E-ATX-Mainboards einsetzen, der CPU-Kühler darf 17 Zentimeter hoch sein und selbst Grafikkarten mit einer theoretischen Länge von maximal 32 Zentimetern passen in das Air 540. Eine Stütze, die verhindert, dass sich besonders lange Grafikkarten mit schwerem Kühler ein wenig verbiegen (gibt es bei manchen teureren Gehäusen) fehlt hier allerdings.

Zudem hat Corsair bei der Hauptkammer praktisch die komplette Front und den Deckel mit Gittern versehen, um einen optimalen Luftstrom zu ermöglichen. In der Front sitzen zwei 140-mm-Lüfter, im Heck ist ebenfalls ein Propeller mit 14 Zentimetern Seitenmaß angebracht. Setzt man nun noch einen üblichen Turmkühler ein, dessen Lüfter Richtung Heck pustet, geht der Luftstrom quasi direkt von der Front über den CPU-Kühler und wird über den Hecklüfter schnell wieder aus dem Gehäuse befördert.

Auch im Deckel lassen sich bei Bedarf zwei 140-mm-Lüfter anbringen. Das kann sich beispielsweise lohnen, wenn man ein Mainboard mit Sockel AM3(+) besitzt, da viele Turmkühler hier nur so angebracht werden können, dass sie die Luft Richtung Deckel befördern. Alternativ können Sie im Deckel auch einen Dual-Radiator mit zwei 120- oder 140-mm-Lüftern anbringen - genug Platz ist jedenfalls vorhanden.

Einbauschächte und Anschlüsse: Corsair Carbide Air 540

Hier verbergen sich die größten Nachteile des Air 540: Wie erwähnt bietet das Gehäuse fünf Plätze für 140-mm-Lüfter; drei Modelle werden mitgeliefert. Größere Lüfter lassen sich allerdings nicht einbauen - sehr schade, wenn man die großzügigen Abmessungen des Gehäuses bedenkt. Zudem lassen sich nur zwei 5,25-Zoll-Laufwerke einbauen. Das mag für die meisten Anwender genügen, Power-User, die neben einem optischen Laufwerk auch eine Lüftersteuerung einbauen wollen, die zwei Einbauschächte belegt, gucken jedoch in die Röhre. Da die beiden Laufwerksschächte vertikal eingesetzt sind, lassen sich die Infos beim Display üblicher Lüftersteuerungen allerdings ohnehin nicht optimal ablesen.

Der größte Kritikpunkt ist jedoch, dass beim Air 540 nur zwei Schubladen für 3,5-Zoll-HDDs beziehungsweise 2,5-Zoll-HDDs/-SSDs zur Verfügung stehen. Zudem liegen diese nicht im Luftstrom. Wer mehr als zwei 3,5-Zoll-Festplatten einbauen möchte, muss notfalls (per zusätzlicher Einbauwinkel) auf die 5,25-Zoll-Schächte ausweichen, allerdings bekommt man auch damit maximal drei 3,5-Zoll-Festplatten und ein optisches Laufwerk in das Corsair-Gehäuse. Immerhin befinden sich in der kleinen Kammer vier Einbaurahmen für 2,5-Zoll-HDDs/-SSDs.

Einbau: Corsair Carbide Air 540

Dank der beiden großen Kammern ließen sich alle Komponenten im Test schnell und problemlos einbauen; zudem sind alle wichtigen Elemente gut erreichbar. Scharfe Schnittkanten konnten wir zum Glück nicht ausmachen. In der kleinen Kammer können zudem die Kabel des Netzteils einfach verstaut werden. Auf diese Weise können diese den Luftstrom nicht beeinträchtigen. Der Deckel und die Frontklappe der Hauptkammer lassen sich einfach abnehmen. Zudem befindet sich in der Front ein magnetisch haftender Staubfilter, der sich einfach herausnehmen und reinigen lässt.

Praxistest: Corsair Carbide Air 540

Um der konsequenten Auslegung auf einen guten Luftstrom gerecht zu werden, haben wir uns beim Test für zwei Geforce GTX Titan im SLI-Verbund entschieden. Als Prozessor kam ein Core i7-4770K zum Einsatz, den wir von 3,5 auf 4,6 GHz übertakteten haben. Hierfür nutzten wir eine CPU-Spannung von 1,1 Volt. Als CPU-Kühler diente das Turm-Modell Mugen 4 von Scythe. Dieses haben wir natürlich so eingebaut, dass der einzelne 120-mm-Lüfter Richtung Heck pustet. Das Netzteil AX 1200 von Corsair passte trotz seiner Länge von 20 Zentimetern problemlos. Wir haben es so angebracht, dass der Lüfter zur Seitenwand der kleinen Kammer zeigt. Für den Luftstrom in der Hauptkammer spielt das Netzteil daher keine Rolle.

Mit Crysis 3 haben wir die beiden Titan-Karten eine Stunde lang ausgelastet. Nach dieser Zeit hatten sich sämtliche Temperaturen bereits fest eingependelt. Trotz Volllast wurden die beiden High-End-GPUs lediglich maximal 81 Grad Celsius warm. Die Lüfterdrehzahl blieb dabei unterhalb von 60 Prozent, was normalerweise in einer noch nicht auffälligen Lautheit von 3,6 Sone resultiert. Auch der übertaktete Core i7-4770K wurde dabei maximal 62 Grad Celsius warm.

Dabei muss man jedoch bedenken, dass die niedrigen Temperaturen mit einer relativ hohen Lautheit erkauft werden: Weil sich ein Gitter über Front und Deckel erstreckt, dringt das Lüfterrauschen praktisch ungehindert zum Anwender. So haben wir im Praxistest aus 50 Zentimetern Entfernung laute 5,6 Sone gemessen. Allerdings sind auch die drei mitgelieferten Gehäuselüfter sehr laut: Mit 7-Volt-Adaptern konnten wir die Gesamtlautstärke auf 4,7 Sone senken.

Fazit: Corsair Carbide Air 540

Da es sich beim Carbide Air 540 um ein Gehäuse handelt, das speziell zu einem bestimmten Zweck entworfen wurde, fällt die Empfehlung leicht: Wenn Sie ein übertaktetes System, das womöglich über mehrere Grafikkarten verfügt, effizient kühlen wollen, eignet sich das Corsair-Gehäuse sehr gut. Auch Bastler werden mit dem Air 540 glücklich, denn es bietet viel Platz, ist gut verarbeitet (keine scharfen Schnittkanten) und bietet viele Möglichkeiten, um Kabel zu verstecken. Auch der Preis ist mit 130 Euro nicht günstig, geht aber in Ordnung. Allerdings sollten Sie die Drehzahl der drei mitgelieferten Lüfter senken.

Falls Sie jedoch mehr als zwei 3,5-Zoll-Festplatten verwenden oder ein möglichst leises System wollen, sollten Sie ein anderes Gehäuse kaufen. Hier eignet sich beispielsweise unsere Midi-Tower-Referenz Define R4 von Fractal Design sehr gut.

Bildergalerie

Technische Details: Corsair Carbide Air 540

  • Maße: 332 x 458 x 415 mm (B x H x T)
  • Gewicht: 7,2 kg
  • Material: Stahl, Kunststoff
  • Farbe: Schwarz
  • Formfaktor: E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
  • Lüfter insgesamt möglich:
    2x 140 / 3x 120 mm (Vorderseite)
    1x 140/120 mm (Rückseite)
    2x 140/120 mm (Deckel)
  • Davon vorinstalliert:
    2x 140 mm (Vorderseite; Corsair AF140L)
    1x 140 mm (Rückseite; Corsair AF140L)
  • Radiator-Mountings:
    1x max. 360/280/240/140/120 mm (Vorderseite)
    1x max. 280/240/140/120 mm (Deckel)
  • Filter: Vorderseite (werkzeuglos entnehmbar)
  • Laufwerksschächte:
    2x 5,25 Zoll (extern, werkzeuglos)
    2x 3,5/2,5 Zoll (intern, werkzeuglos, Hot-Swapping) 4x 2,5 Zoll (intern, werkzeuglos)
  • Netzteil: Standard ATX (optional)
  • Erweiterungsslots: 8
  • I/O-Panel:
    2x USB 3.0 (interne Anbindung)
    1x je Audio In/Out
  • Maximale Grafikkartenlänge: 320 mm
  • Maximale CPU-Kühler-Höhe: 170 mm
  • Maximale Netzteil-Länge: 200 mm
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    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von h1ght
        AW: Corsair Carbide Air 540 im OC- und SLI-Test: Der XL-Kühlschrank unter den Gehäusen

        schade, die hätten bei dem hdd käfig für 3,5zoll auslegen sollen, und vorne für 2,5zoll. wäre sinnvoller gewesen.

        @pcgh kann man den hdd käfig tauschen/erweitern?
        hab zwei samsung evo ssds im raid0
        eine 300gb velociraptor, 1tb samsung, und 400gb seagate. als speicherinseln. das gehäuse würde zwar passen. aber ich weiß nicht ob ich die velociratpor aus dem kühlgehäuse lösen kann ohne temp probs.
      • Von h1ght
        AW: Corsair Carbide Air 540 im OC- und SLI-Test: Der XL-Kühlschrank unter den Gehäusen

        schade, die hätten bei dem hdd käfig für 3,5zoll auslegen sollen, und vorne für 2,5zoll. wäre sinnvoller gewesen.

        @pcgh kann man den hdd käfig tauschen/erweitern?
        hab zwei samsung evo ssds im raid0
        eine 300gb velociraptor, 1tb samsung, und 400gb seagate. als speicherinseln. das gehäuse würde zwar passen. aber ich weiß nicht ob ich die velociratpor aus dem kühlgehäuse lösen kann ohne temp probs.
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        AW: Corsair Carbide Air 540 im OC- und SLI-Test: Der XL-Kühlschrank unter den Gehäusen

        Zitat von blautemple
        SSD's haben praktisch keine Wärmeentwicklung
        Samsung SSD 840 Evo: Neuer, schneller, größer und mit TLC-NAND als Ablösung der 840 Basic

        "Mithilfe einer Temperaturüberwachung setzt nun auch Samsung eine Grenze für heißlaufende SSDs. Überschreitet die Betriebstemperatur eine bestimmte Grenze (in einem Beispiel wurden 70 Grad Celsius genannt), drosselt die Überwachung den Durchsatz, bis die Temperatur wieder in einen unkritischen Bereich abgesunken ist."

        @Topic:

        Interessantes Gehäuse vom Konzept her aber leider ziemlich hässlich
      • Von hodenbussard Software-Overclocker(in)
        AW: Corsair Carbide Air 540 im OC- und SLI-Test: Der XL-Kühlschrank unter den Gehäusen

        Ich finde es einfach nur brockenhäßlich,aber wer es mag
      • Von johnieboy Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Corsair Carbide Air 540 im OC- und SLI-Test: Der XL-Kühlschrank unter den Gehäusen

        Ist schon seit Wochen bei Caseking bestellt und bezahlt

        Endlich mal was anderes als diese ganzen 0815 Midi Standardgehäuse. Ein Cubehäuse in dem man ein ATX Board unterbringen kann
        Mit fettem Sichtfenster und optimiertem Luftstrom. Klar die Lüfter sind schei*e, aber mal ehrlich, welches Gehäuse hat von sich aus gute Lüfter dabei.
        Ein paar 140er Be Quiet Silentwings 2 oder Noctua FLX werden das Problem lösen (muss mich noch entscheiden welche ich nehme)

        Btw @ PCGH. Ist ja schön und gut das ihr das Gehäuse mit 2 Titanen @ Sli testet, aber diese pusten die warme Luft von selbst nach draußen.
        Diese Gehäuse ist aber prädestiniert für Dicke Grakas mit Customkühlern wie Jetstream, Twin Frozer, ACX, Windforce etc. welche die warme Luft nicht von selbst nach draußen blasen.
        Dort ist ein optimierter Luftstrom viel wichtiger. Meine EVGA 780 SC ACX wird sich auf jeden Fall freuen
      • Von Worlikon Kabelverknoter(in)
        AW: Corsair Carbide Air 540 im OC- und SLI-Test: Der XL-Kühlschrank unter den Gehäusen

        Zitat
        SSD's haben praktisch keine Wärmeentwicklung

        das ist einfach nur falsch


        Video: SSD per Wärmebildkamera analysiert
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