Frontera-Supercomputer: Intels Cascade Lake vor AMDs Epyc mit Zen 2
Das Texas Advanced Computing Center, kurz TACC, wird nächstes Jahr Frontera in Betrieb nehmen. Es handelt sich zeitlich gesehen um den ersten Supercomputer, bei dem AMDs Epyc-Server-Prozessoren eine Option hätten darstellen können. Die Entscheidung fiel jedoch auf Intels Cascade Lake, vermutlich wegen der AVX-512-Beschleunigung und aufgrund der Zeitpläne.
Seit Mitte 2017 bietet AMD offiziell seine Epyc-Prozessoren mit dem Codenamen Naples an. Sie nutzen vier Zeppelin-Dies mit insgesamt bis zu 32 Kernen, 64 Threads, Octa-Channel-Speicher-Interface und 128 PCI-Express-3.0-Lanes. Nächstes Jahr folgt Rome mit Zen-2-Dies in 7 nm, der gerüchteweise bis zu 64 Kerne beherbergen soll. Während das Angebot von Server-Lösungen stetig steigt, wird in den kommenden vor allem interessant, ob AMD Deals für Supercomputer gewinnen kann.
Das Frontera-System des Texas Advanced Computing Centers (TACC) wäre potenziell der erste Supercomputer gewesen, bei dem Epyc-CPUs in Frage gekommen wären. Finanziert wird er durch eine 60 Millionen US-Dollar starke Finanzspritze der National Science Foundation (NSF), die den örtlichen Universitäten die Forschung erleichtern soll. Frontera folgt auf Stampede 2 und soll die theoretische Rechenleistung von 18,3 PetaFLOPS auf rund 35 bis 40 PetaFLOPS steigern.
Gründe für Intels Cascade Lake und gegen AMDs Zen 2
In einem Interview mit nextplatform.com führt TACC-Leiter Dan Stanzione aus, warum man sich für Intels kommende 28-Kern-Prozessoren der Cascade-Lake-Familie entschieden hat: "Wir haben uns AMDs Epyc angesehen, sowohl Naples als auch Rome, aber in Anbetracht der Kombination aus Preis, Zeitplänen und Performance hatten wir das Gefühl, dass uns Cascade Lake jetzt den höchsten Wert bringt. Unser Code war dort einfach ein bisschen schneller zum Zeitpunkt, als wir das System benötigten. Rome ist jedoch eine vielversprechende Architektur und wir erwarten, dass er ein sehr guter Chip wird."
Der kritische Teil dürfte bei den Zeitplänen liegen: Intel hat bereits bestätigt, Cascade Lake als Skylake-Refresh im vierten Quartal 2018 für Server veröffentlichen zu wollen. AMD wird seine Zen-2-Prozessoren mit Codenamen Rome hingegen erst im Laufe des kommenden Jahres ausliefern. Bis dahin soll Frontera bereits laufen. Zudem zeigt ein Blick auf Stampede 2, dass dort vorwiegend Xeon-Phi-CPUs mit AVX-512-Beschleunigung zum Einsatz kommen, auf die die komplette Software samt Compiler ausgelegt ist. Ein Wechsel auf AMD würde dementsprechend einen großen Programmieraufwand bedeuten.
Mehr zu kommenden CPU-Architekturen im Endkundenmarkt: CPU-Roadmap 2018-2019: Künftige AMD- und Intel-CPUs/-APUs in der Übersicht
Gebaut wird der Supercomputer indes von Dell EMC. Zusätzlich zu den Cascade-Lake-CPUs sollen einige Racks mit Nvidia -GPUs - nextplatform.com vermutet Volta-Modelle wie die Tesla V100 - verbaut werden, die zusätzliche 3 bis 4 PetaFLOPS Rechenleistung liefern. Das TACC möchte mit ihnen erste Experimente rund um das Feld Machine Learning durchführen. Data Direct Networks wird sich um den Speicher kümmern und Mellanox um den Interconnect der Racks. Außerdem sollen Amazon, Google und Microsoft ihre Finger im Spiel haben. Nach aktuellem Stand wäre Frontera in den Top 5 der weltweit schnellsten Supercomputer vorzufinden - wie es sich kommendes Jahr verhalten wird, bleibt abzuwarten.

Nicht, dass das TACC am Ende doch auf das falsche Pferd gesetzt hat und die ganzen Patches der Lücken die Performance so sehr einbremsen, dass sich das umcoden doch gelohnt hätte...
Spectre and Meltdown in Hardware: Intel Clarifies Whiskey Lake and Amber Lake
Btw. Ein Punkt war noch, daß sie den Code für CCL kaum verändern mussten.
Das Texas Advanced Computing Center, kurz TACC, wird nächstes Jahr Frontera in Betrieb nehmen. Es handelt sich zeitlich gesehen um den ersten Supercomputer, bei dem AMDs Epyc-Server-Prozessoren eine Option hätten darstellen können. Die Entscheidung fiel jedoch auf Intels Cascade Lake, vermutlich wegen der AVX-512-Beschleunigung und aufgrund der Zeitpläne.
Bitte beachten Sie: Der Kommentarbereich wird gemäß der Forenregeln moderiert. Allgemeine Fragen und Kritik zu Online-Artikeln von PC Games Hardware sind im Feedback-Unterforum zu veröffentlichen und nicht im Kommentarthread zu einer News. Dort werden sie ohne Nachfragen entfernt.