Xbox Series X und S: Take-Two-Chef glaubt an Erfolg gegen Playstation 5 - Abfuhr zu Google Stadia
Strauss Zelnick, seines Zeichens CEO von Take-Two Interactive, hält die Xbox-Strategie von Microsoft für passend. Spiele, wie etwa GTA V, können inzwischen jahrelang Spieler unterhalten, dies sei eine Transformation der Videospiel-Industrie.
In diesem Jahr steht mit Playstation 5 sowie dem Duo Xbox Series S und Xbox Series X eine neue Konsolengeneration in den Startlöchern. Im Interview mit der Webseite Protocol erklärt der CEO von Take-Two, Strauss Zelnick, wie sich seiner Meinung nach die Videospiel-Industrie verändert hat. Inzwischen sei es Normalität, dass ein Videospiel jahrelang unterhalten kann und nicht mehr nur für ein paar Monate. Zelnick selbst sieht das etwa bei GTA V so, welches seit dem Jahr 2013 Spieler weltweit unterhält und auch in einer angepassten Version auf Playstation 5 und Xbox Series-Konsolen kommen wird.
Videospielmarkt verändert sich zu mehr Interaktion in der Coronavirus-Pandemie
Ergänzend sieht Strauss Zelnick, dass die weltweite Coronavirus-Pandemie für eine neue Dynamik im Videospielmarkt sorgt. Bisher wurde Videospiele eher als Unterhaltungsbusiness gesehen, nun erkennen Kunden, dass Spiele eher interaktives Entertainment sind. Hier kann man wohl auch virtuelle Konzerte wie etwa im Party Royale Modus von Fortnite hinzuzählen, aber eben auch das Spielen an sich. Zudem sehen einige Spieler nun, dass es um viel mehr geht, als nur ums Spielen. Videospiele können auch für die soziale Interaktion genutzt werden, wie es etwa Animal Crossing: New Horizons aufzeigt. Man kann zu anderen Leuten Kontakt aufbauen und gemeinsam Dinge erleben.
Game Streaming wie bei Google Stadia traut Strauss Zelnick keinen großen Wurf zu. Die Problematik liegt darin, dass man schon ein sehr großes Interesse an Videospielen mit sich bringen muss, um einen Vollpreistitel zu kaufen. Wer allerdings mal 70 Euro für ein Spiel ausgegeben hat, wird auch bereit sein, eine Konsole oder einen PC zu kaufen, um dieses Spiel dort nativ spielen zu können. Theoretisch kann Zelnick zwar die Überlegung von Google verstehen, um noch mehr Kunden ansprechen zu können, in dem man auf mehr Plattformen vertreten ist, doch in der Praxis ist dies einfach nicht der Fall. Google hat sich bewusst für ein am Markt etabliertes Preismodell entschieden, bei dem Nutzer von Stadia für jedes Spiel einzeln zahlen muss, ehe sie dieses streamen können.
Microsoft mit Xbox Series X und S mit sehr guter Balance gegen Sonys Playstation 5, so der CEO von Take-Two
In Bezug auf die kommende Konsolengeneration aus PS5 und dem Xbox-Duo hat Strauss Zelnick eine klare Meinung. Beide Hersteller gehen sehr aggressiv vor beim Marktstart. Vor allem in Asien wird wohl weiterhin Sony mit der Playstation 5 den Konsolenmarkt dominieren. Der CEO von Take-Two glaubt aber, dass Microsoft mit der Xbox Series X und S sehr gut positioniert ist. Zudem ist sich Strauss Zelnick sicher, dass Microsoft alles tun wird, damit sich die Situation wie bei der Xbox One nicht nochmal wiederholen wird.
"Wir würden uns wünschen, dass beide [Playstation 5 und Xbox Series X] sehr erfolgreich werden. In bestimmten Teilen der Welt hatte Sony, wie Sie wissen, beim letzten Mal eine bevorzugte Position. Ich denke, Microsoft arbeitet sehr, sehr hart daran, dass sich das nicht wiederholt. Ich denke, es wird eine Herausforderung in Asien sein, wo Sony dominiert.
Aber wenn ich raten müsste, denke ich, dass Microsoft sehr gut abschneiden wird." - Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive.
Sony wird erneut aggressiv sein, was eigene Spieletitel angeht sowie die Marketing-Bemühungen. Microsoft wird wohl einen ähnlichen Fokus setzen, wobei neben den Xbox Game Studios auch viel auf die Unterstützung der 3rd-Party-Entwicklerstudios ankommt. Laut Strauss Zelnick habe Microsoft eine tolle Balance. Was Spiele-Abos wie den Xbox Game Pass angeht, so bekräftigt Zelnick, dass es weiterhin von Fall zu Fall entschieden wird, welches Spiel von Take-Two dort veröffentlicht wird. Aktuelle Frontline-Spiele, also Titel für die sich Kunden eine Konsole kaufen, werden kein Teil des Xbox Game Pass werden.
Hierzu zählt Strauss Zelnick etwa NBA 2K21, welches auf der PS5 und der Xbox Series X teurer verkauft werden wird, als für die PS4 und Xbox One. Es habe lange Zeit keine Preiserhöhung bei diesen Spielen gegeben, sodass es nun an der Zeit ist, den Preis anzuheben, da diese Next-Gan-Versionen ja schließlich auch mit speziellen Funktionen daherkommen und somit dieser erhöhte Preis von 65 auf 75 Euro gerechtfertigt sei.
Ebenfalls lesenswert: Animal Crossing eröffnet in Coronakrise neue Horizonte
Sammlung zur Transformation der Videospiel-Industrie:
- Im Interview mit der Webseite Protocol erklärt der CEO von Take-Two, Strauss Zelnick, wie sich seiner Meinung nach die Videospiel-Industrie verändert hat. So gibt es nun etwa Spiele, wie GTA V, die Nutzer jahrelang unterhalten, statt nur ein paar Monate.
- In Zeiten der weltweiten Coronavirus-Pandemie hat sich zudem die Wahrnehmung von Videospielen verändert, sodass diese auch als interaktive Unterhaltungsform angesehen werden.
- So werden etwa Kontakte mit anderen Spielern digital geknüpft, wie in Animal Crossing: New Horizons, oder es finden virtuelle Konzerte in Fortnite statt.
- Spiele-Streaming wie etwa bei Google Stadia, traut Strauss Zelnick nicht viel zu. Es zeigt sich, dass der theoretische Effekt von einer Vergrößerung der unterstützten Plattformen auch mehr Leute zu erreichen, in der Praxis nicht eintritt.
- Zudem sei Google Stadia bei Preisen von 70 Euro pro Spiel eher für Menschen geeignet, die sowieso an Videospielen Interesse haben und bereit sind, diese Summe auszugeben. Allerdings hat diese Zielgruppe dann bereits eine Konsole oder einen PC zum Spielen.
- Strauss Zelnick meint, dass die Xbox Series X und S sehr großes Potenzial haben und Microsoft eine sehr gute Balance gefunden hat. In Asien wird aber wohl weiterhin Sony mit der Playstation 5 dominieren.
Quelle: Protocol

Der redet dem Aktienmarkt Honig ums Maul.
Prinzipiell wäre eine 33/33/33 Aufteilung ganz ok. Da hätten alle drei genug vom Kuchen.