Xbox Series X: Hardwaredirektor will finale Specs noch nicht verraten
David Prien, seines Zeichens der Hardwaredirektor für die kommende Xbox Series X, vergleicht die frühe Bekanntgabe von Specs der kommenden Konsole mit einem Spoiler bei Filmen.
In diesem Jahr kommt eine neue Konsolengeneration auf den Markt. Sowohl die Playstation 5, als auch die Xbox Series X werden auf Semi-custom-Chips von AMD setzen. Die CPU wird auf der Zen-2-Architektur basieren, während ein Chip auf RDNA2-Basis als GPU zuständig sein wird. David Prien, der Hardwaredirektor für die kommende Konsole aus dem Hause Microsoft, zeigt wenig Verständnis dafür, jetzt schon alle Details zur verbauten Hardware zu verraten. Er stellt sich die Frage, ob bereits jetzt die Kaufentscheidung für eine Konsole gefällt wird, die erst Ende des Jahres auf den Markt kommen wird.
Zu frühe Veröffentlichung der Xbox-Specs wie Spoiler bei Kinofilmen
Laut Aussage von David Prien werde er seit der Ankündigung auf der E3 im Juni 2019 täglich nach den Specs der kommenden Xbox gefragt. So früh jedoch schon über finale Specs zu reden, komme ihm aber wie ein Spoiler bei Kinofilmen vor. Er liebe die Community und er möchte auch Antworten auf Fragen geben. Allerdings stelle sich für ihn die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Bei neuen Filmen oder TV-Serie wolle ja schließlich auch niemand einen Spoiler haben und vor der Ausstrahlung schon alles wissen.
Prien verstehe, dass die Specs einer Konsole wichtig sein können, um eine Entscheidung treffen zu können, welche Hardware man sich kauft. Allerdings ist es für ihn ein Rätsel, wieso man bereits seit letztem Jahr wissen müsse, welche Specs die Xbox Series X habe. Auch auf der gerade stattfindenden Technikmesse CES wurde Prien wieder nach den Specs zur kommenden Konsole gefragt. Als er diese nicht verraten wollte, wurde er wüst beschimpft.
Die-Shot lässt auf Leistung schließen
Wie die Kollegen von Golem vorrechnen lässt sich so nicht nur die Größe eines Xbox-Prozessors, sondern mittels der Die-Fläche auch die Leistung abschätzen. So soll der von AMD entwickelte System on a Chip mit rund 400 mm² größer ausfallen als bei der aktuellen Xbox One X mit nur 359 mm². Als CPU steckt ein auf der Zen-2-Architektur basierender Achtkerner in der Xbox Series X, ganz so, wie sie auch ein AMD Ryzen 7 3700X verwendet. Das CPU-Chiplet würde so 74 mm² der Fläche des SoCs einnehmen, falls Microsoft den L3-Cache von 32 MiByte auf 8 MiByte reduziert, misst das CPU-Chiplet etwa 50 mm². Die Infos auf Github lassen auf 60 physische verfügbare Compute Units und 3.584 ALUs der RDNA-v2-Grafikchips schließen, womit etwa 270 mm² an Platz im Die belegt wären. Die Speicher-Bandbreite soll 560 GB/s betragen, was für ein 320 Bit breites Interface mit 14 Gbit/s schnellem GDDR6-Speicher spricht. Auf dem Die müssten so 80 mm² für einen in 7 nm gefertigten Grafikchip reserviert sein, wenn man den Navi-10-Chip Radeon RX 5700 XT als Vergleichsobjekt heranzieht. Die Xbox Series X wird Ende des Jahres auf den Markt kommen und so die offizielle Ankündigung Microsofts Spiele mit bis zu 120 fps darstellen können sowie Raytracing-Effekte abbilden und 8k-UHD-Inhalte abspielen können.
Ebenfalls lesenswert: Xbox Series X: Phil Spencer zeigt AMD-SoC mit Zen-2-CPU und RDNA-2-Grafik
Fakten zur Geduldsfrage in Sachen finale Specs der Xbox Series X:
- Der Hardwaredirektor für die Xbox Series X, David Prien zeigt sich verwundert darüber, dass er seit der ersten Ankündigung der kommenden Xbox täglich nach den Specs gefragt wird.
- Prien vergleicht die Fragerei mit einem Spoiler zu einem kommenden Film. Dass wollen die Leute ja auch nicht so früh wissen.
- Schließlich wird man ja wohl nicht ein Jahr vor Veröffentlichung der Konsole schon eine Kaufentscheidung treffen.
- Er mag aber die Community und will auch weiterhin für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen.
- Anhand eines Fotos zum Die der Xbox Series X lässt sich schließen, dass wohl acht CPU-Kerne, 60 Compute Units und ein 320-Bit-GDDR6-Speicherinterface vorhanden sind.




MfG
MfG
Oder beziehst du die nicht auf die GPU?
MfG
Die Basisarchitektur Navi wurde als Auftragsfertigung explizit für die neuen Konsolen-SoCs entwickelt. Damit AMD diese zeitnah auf dem PC weiterverwerten konnte/durfte, wurde jedoch wieder Funktionalität entfernt, (soweit bekannt) vornehmlich Raytracing, denn die Konsolen-Architektur ist bereits seit etwa 12 Monaten fertig.
Dass das, was AMD derzeit als Navi 10 auf dem PC ausgekoppelt hat, als RDNA(1) bezeichnet wird, dürfte schlicht an vertraglichen Regularien und der damit beobachteten zeitlichen Veröffentlichungsabfolge zusammenhängen. (Grundsätzlich war es eh schon überraschend, dass Sony/Microsoft derart früh vereinzelte Specs durchblicken ließen, teilw. gar über 18 Monate vor dem eigentlichen Launch).
Am Ende wird man abwarten müssen, aber abwegig ist das keinesfalls, denn der Funktionsumfang der Konsolen wird per se zweifelsfrei weiterentwickelt sein als Navi 10 und da beide etwa zum gleichen Zeitpunkt fertiggestellt wurden, bleibt nur der Rückschluss, dass Navi 10/14 "nur" die abgespeckte Konsolenarchitektur repräsentiert.
Siehe u. a. AMD-Leak: Github zeigt Specs von PS5 und Xbox Series X - Golem.de