Microsoft plant die Xbox neu: Project Helix soll Konsole, PC und Handheld vereinen - PCGH auf der GDC 2026

Microsoft nutzt die GDC 2026 für einen Blick in die Zukunft der Xbox. Neben einem Rückblick auf 25 Jahre Konsole zeigt das Unternehmen mit Project Helix eine neue Hardware und erklärt, wie Xbox künftig Handheld, PC und Konsole enger zusammenführen soll. PCGH war vor Ort.

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Microsoft plant die Xbox neu: Project Helix soll Konsole, PC und Handheld vereinen - PCGH auf der GDC 2026
Quelle: Microsoft/ Montage ChatGPT

Lange Schlangen vor den Eingängen zu Saal 3001 im Moscone Center in San Francisco: Jeder will hören, welche Xbox-News Microsoft zur GDC 2026 mitgebracht hat. Auf dem Podium wartet Jason Ronald, der den schillernden Titel Vice President Next Generation trägt, und der mit seinem stattlichen grauen Bart er als Gründungsmitglied von ZZ Top durchgehen könnte. Klar, dass er zum Start seiner Präsentation Bilder vom Ur-"Flight Simulator" von 1982 zeigt: "Das ist die älteste Franchise von Microsoft, sogar noch älter als Windows", kommentiert Ronald, der selbst schon seit zwei Jahrzehnten im Team Xbox aktiv ist.

Das ist Project Helix

Microsoft entwickelt die nächste Xbox-Generation unter dem Codenamen Project Helix. Anders als klassische Konsolen soll die Plattform stärker in Richtung PC-Architektur gehen und sowohl Xbox- als auch PC-Spiele ausführen können.

Technisch arbeitet Microsoft erneut mit AMD zusammen. Diskutiert werden ein maßgeschneiderter SoC, moderne Raytracing-Funktionen sowie neue Upscaling-Techniken wie FSR Next. Ziel ist eine Plattform, die Entwickler einfacher bedienen können und die Spiele über mehrere Geräte hinweg nutzbar macht.

Damit verfolgt Microsoft offenbar eine langfristige Strategie: Xbox soll weniger eine einzelne Konsole sein, sondern eher eine Gaming-Plattform zwischen Konsole und PC, die unterschiedliche Geräteklassen vom Wohnzimmer bis zum Handheld umfasst.

Xbox: Die ersten 25 Jahre

Natürlich lässt es sich Jason Ronald nicht nehmen, Loblieder auf vergangene Xbox-Generationen zu singen. So wirbelte die allererste Xbox mit Festplatte und Ethernet-Port die Konsolenbranche durcheinander, während die Xbox 360 die HD-Ära einläutete, Online-Marktplatz, stärkere Xbox-Live-Integration und eingeschworene Spieler-Communities inklusive. Mit der Xbox One wagte Microsoft erstmals ein Hardware-Update vor einer Folgegeneration: Die Xbox One X erschien zur Mitte des Konsolenzyklus und brachte 4K-Gaming ins Wohnzimmer. Etwas sparsam kommentiert kommen Xbox Series X und S weg: Klar, erstmals vom Start weg zwei Konsolen mit unterschiedlichen Zielgruppen. Doch Software verkauft Hardware - hier hatte Microsoft zuletzt kein glückliches Händchen, was die Exklusivtitel angeht.

Project Helix: Die nächste Xbox

Zwei Konsolen parallel sind Schnee von gestern: Ab sofort will Microsoft eine ganze Familie von Systemen vom Handheld bis zum PC unterstützen. Der Vorteil für die Entwickler ist, dass ihre Titel so auf allen nur erdenklichen Plattformen laufen und verkauft werden können. Passend dazu der Auftritt von Project Helix, der in der letzten Woche bestätigten fünften Konsole aus dem Hause Microsoft, die sowohl Xbox- als auch PC-Spiele futtert. Mit einem von AMD maßgeschneiderten SOC, der die nächste DirectX-Fassung unterstützt, natürlich verbesserte Raytracing-Fähigkeiten besitzt und dessen GPU eigenmächtig und ohne CPU-Dazutun die Grafik auf den Bildschirm bringt.

Das Herz der neuen Konsole spricht außerdem FSR Next, AMDs Antwort auf Nvidias DLSS - mit Upscaling, Frame Generation und Ray Regeneration für Ray- und Pathtracing. Deep Texture Compression soll mit KI-Kompressionsroutinen noch mehr Inhalte ins RAM bringen, per DirectStorage und Zstandard können Spiele direkt von der SSD streamen. Die ersten Alpha-Kits der neuen Konsole werden 2027 an die Entwickler ausgeliefert. Ob Endverbraucher die Konsole im kommenden Jahr in den Händen halten können, steht damit noch in den Sternen.

Bildergalerie

Hardware: Daheim und unterwegs

Wer schon länger mit Videospielkonsolen unterwegs ist, kennt das Problem: Die eigene Spielesammlung erstreckt sich über eine Vielzahl von digitalen Angeboten, dazu kommen Titel in einer physischen Fassung, die meist nur auf den Systemen laufen, für die sie erschienen sind. Dazu später mehr. "Spieler von heute wollen ihre Spiele außerdem auf allen Bildschirmen genießen, die sie am Start haben", sagt Jason Ronald. Microsoft begegnete diesem Wunsch in erster Instanz mit dem ROG Xbox Ally, der mobiles Spielen von Xbox-Titeln ermöglicht.

Artig bedankte sich Ronald dann auch bei allen, die das System unterstützen und gekauft haben - genaue Zahlen bleibt er den Zuhörern jedoch schuldig. Dafür eröffnete er, dass der Xbox Mode des Handheld-Geräts in ausgewählten Territorien nun auch in Windows 11 an den Start gehen werde. "Manche Fans haben schon per Registry-Hacks probiert, ihre Xbox-Erfahrung in Windows umzusetzen", sagt Jason Ronald. Diese Mühen können sie sich ab April sparen.

Software: Eine Pipeline für alle

Mit der Vereinheitlichung der Spielerfahrung baut Microsoft auch auf die Vereinheitlichung der Spielentwicklung. So soll es nur noch eine Entwicklungs-Pipeline geben, deren Ergebnisse dann auf allen Systemen funktionieren. Das Xbox-GDK gibt es natürlich weiter, mit dem beispielsweise die Xbox-spezifischen Erfolge, Mehrspielerfunktionen und Familieneinstellungen im Spiel landen. PC-Entwickler dürfen sich außerdem über Shader-Debugging- und Profiling-Tools freuen: "Das sind einige der größten DirectX-Updates in bald einem Jahrzehnt", sagt Jason Ronald.

Und er preist das Play-Anywhere-System, mit dem Spieler nahtlos zwischen verschiedenen Hardwareplattformen wechseln können. Ein wirklich sinnvolles Feature, auf das nicht von ungefähr seit geraumer Zeit auch Entwickler wie Blizzard setzen: "Diablo 4" oder "Hearthstone" merken sich den Spielfortschritt ebenfalls, egal auf welcher Hardware zuletzt gespielt wurde. Bei Microsoft sind es derzeit über 1.500 Spiele, die Play Anywhere unterstützen. Das freut vor allem Hardcore-Zocker, denn diese "spielen 2,2 Mal länger und kaufen 2,1 Mal mehr Spiele" als Gelegenheits-Gamer, sagt Ronald.

Game Preservation: Spiele für die Ewigkeit

Alte Filme kann man heute problemlos anschauen, bei alten Spielen ist das schon schwieriger. Deswegen arbeitet Microsoft schon seit Langem daran, alte Spiele auch auf modernen Konsolen ans Laufen zu bringen. Ein Bild von Spielen aus drei Konsolengenerationen kommentiert Jason Ronald so: "Ich habe manche Spiele auf diesem Bild gespielt, noch bevor mein Sohn geboren wurde, und der sollte sie auch ausprobieren können." Die Microsoft-Entwickler gehen dabei über das normale Bewahren hinaus: So bekommen viele Spiele Auto-HDR und einen FPS-Boost verpasst. "Das ist fast schon wie eine Remaster-Version", sagt Ronald. So läuft beispielsweise das Partyspiel "Fuzion Frenzy" für die erste Xbox heute auf Smartphones - Bill Gates gefällt das.

Etliche Klassiker sollen in diesem Jahr anlässlich des 25. Xbox-Jubiläums erneut an den Start gehen, ob etwa "Blinx: The Time Sweeper" dazu gehört, ist noch unbekannt. Die GDC-Session endet mit einem Jubelvideo, in dem neben kurzen Clips aus Spielen wie dem nächsten "Fable" auch zahlreiche kleine und große Entwickler zu Wort kommen, darunter auch mit viel Strahlkraft die japanische Designer-Legende Hideo Kojima. Alle betonen auffällig oft, dass ihre Spiele "von echten Menschen mit viel Liebe handgemacht sind" - und vermeiden wie schon Jason Ronald, das Wort "KI" zu verwenden, das einen in San Francisco sonst auf Schritt und Tritt verfolgt.

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Marule PC-Selbstbauer(in)
        Ich gucke mal wie es am Ende wird. Diesmal werde ich mir nur eine Konsole geben. Wenn die neue Xbox deutlich stärker wird als PS6,dann wäre es eine Option
      • Von Marule PC-Selbstbauer(in)
        Ich gucke mal wie es am Ende wird. Diesmal werde ich mir nur eine Konsole geben. Wenn die neue Xbox deutlich stärker wird als PS6,dann wäre es eine Option
      • Von David_Android Komplett-PC-Aufrüster(in)
      • Von Frank-Langweiler Software-Overclocker(in)
        Hört sich sehr schlecht an. Statt schnell zu erklären worum es geht wird Hype aufgebaut, wirkt nicht unabhängig / neutral. Hoffe es wird so bemerkenswert, sonst bin ich fertig mit Pcgh.
      • Von IronAngel BIOS-Overclocker(in)
        Hört sich nicht schlecht an. Aber das ist doch alles Zukunft Musik. 2 Jahre oder länger soll man warten, das habe ich doch nächste Woche schon wieder vergessen.
      • Von Flowbock PC-Selbstbauer(in)
        Wünsche mir eine leistungsstarke, stationäre Konsole mit X-Box und Steam-Zugang, dann bin ich an Bord. Für hardwaretechnisch weniger anspruchsvolle Titel funktioniert das Steam Deck bereits hervorragend.
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