Wenn Raid-Add-ons sterben gehen: Die Zukunft von WoWs High-End-Content

Ist ein World of Warcraft ohne eine brummende Add-on-Community überhaupt noch WoW? Wir fühlen den Änderungen auf den Zahn.

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Wenn Raid-Add-ons sterben gehen: Die Zukunft von WoWs High-End-Content
Quelle: Blizzard

Der Raum ist finster, eure teure mechanische LED-Tastatur gibt bei jedem Tastendruck ein sattes, zufriedenstellendes Feedback und die 300 % des Tagesbedarfs an Vitamin B12 in eurem Energy Drink blasen 48 g Zucker mit einer solchen Wucht in eure Medulla oblongata, dass eure Augäpfel die laterale Vibration eines schlecht getunten Formel-1-Motors aufweisen - ein ganz normaler Raid-Abend also. Auf dem Bildschirm holt Dominar-Lord Averzian gerade zu einem großen Angriff aus.

Euer Schlachtzugleiter murmelt ein scharfes "Achtung!" im Discord, während ihr auf die Rückmeldung von WeakAuras wartet; anstelle einer Sirene schlägt euch jedoch nur tödliche Stille entgegen. Viel zu spät schließt euer Langzeitgedächtnis zu eurer Muskelerinnerung auf, denn WeakAura ist tot. Verloren. In den Abgründen der Zeit verschollen. Nur die Boss-Animation, ein Zauberbalken und eure eigenen Reflexe stehen noch zwischen euch und einer andächtigen Inspektion des Arena-Bodens. Ihr reagiert einen Hauch zu spät und euer Körper schlägt unsanft in den Dreck.

Anstatt einer Rüge peitschen jedoch nur die schnellen Anweisungen eures Leiters durch den Chat. Er muss die ausgelesenen Daten aktiv verarbeiten und in Kommandos umsetzen, denn die Add-on-Sammlung, die das Denken für ihn übernommen hätte, gibt es nicht mehr.

Nachdem ihr euch vom Boden aufgerappelt und eure Wunden geleckt habt, geht ihr ein weiteres Mal gemeinsam mit euren Gildenfreunden den Kampf durch. Dieser Wipe verkörpert die Designrichtung eines neuen, mutigen World of Warcraft: Weniger Stützräder, mehr Spiel! Die knifflige Sache daran ist jedoch, dass es sich zwar immer toll anfühlt, Probleme mit der eigenen Stärke zu lösen ... einige Leute in eurer Gilde brauchen aber die Hilfe von Add-ons, um mit dem Rest mithalten zu können.

Blizzards selbst gezüchtetes Ökosystem wurde drastisch beschnitten und diese Gärtner-Aktion bringt soziale, technische und kulturelle Folgen mit sich. Lange Rede, kurzer Sinn: Ihr nehmt einen weiteren Zug Zucker mit Guarana und zündet euren Blutrausch. Egal ob mit oder ohne Add-ons - Freunde lässt man nicht im Stich.

Kein Autopilot, keine Alarmsirenen ... nur ihr selbst

Für mehr als zwei Jahrzehnte konnten sich WoW-Spieler voll und ganz auf ihre Kampf-Add-ons verlassen. WeakAuras, DBM, BigWigs und andere externe Hilfsmittel gelten schon lange nicht mehr als peinliche Krücken für Spieler, die noch nicht gut genug sind, um Bosse durch ihren eigenen Skill zu besiegen - sie waren und sind (teilweise) im hohen Mythic+- und Schlachtzugbereich, schlicht und ergreifend ein fester Teil des Spiels. Kampf-Add-ons haben nicht nur die Herangehensweise geändert, in der Top-Gilden mit Bossen interagieren, sondern auch die Art und Weise, in der neue Spieler aktuelle Raids lernen, in der sich Gilden koordinieren und sogar das grundlegende Design der Bosse wurde, in einem ewigen Wettrüsten zwischen Community und Entwicklern, an die Add-ons angepasst.

Blizzard will uns berauben! Bildschöne Benutzeroberflächen wie diese werden langweiligen, schnöden UIs ohne WeakAuras und Deadly Boss Mods weichen ... Quelle: Blizzard Blizzard will uns berauben! Bildschöne Benutzeroberflächen wie diese werden langweiligen, schnöden UIs ohne WeakAuras und Deadly Boss Mods weichen ... Seit dem Start im Jahr 2004 machte Blizzard Werbung mit seiner Add-on-freundlichen API; WoW wurde über die Jahre hinweg praktisch zu dem MMORPG schlechthin, das seine Spieler nicht nur zocken, sondern quasi aktiv mit programmieren ließ: Add-ons für alle, Add-ons für jeden Zweck, auch du darfst dein eigenes Add-on schreiben! Mit Midnight kommt deshalb nicht weniger als eine Zeitenwende auf uns zu, denn fast alle Kampf-Add-ons wurden kurzerhand abgeschaltet.

Nun, "abgeschaltet" ist natürlich nicht ganz korrekt. Die Add-ons selbst laufen fröhlich weiter! Wie es Ion Hazzikostas in einem Interview mit der Website pcgamer.com genauer formulierte, werden die notwendigen Informationen eher in eine gesicherte "Blackbox" gesperrt. Wir zitieren: "Die Benutzeroberfläche und die Add-ons können erkennen, dass diese Box existiert, und sie können Informationen darüber in größerer oder kleinerer Form anzeigen [...] Sie können [die Box] rosa färben, wenn sie wollen, ganz nach Belieben, aber sie wissen nicht, was sich in dieser Box befindet, und sie können keine darauf basierende Logik ausführen." Hört ihr die fernen Schreie? Das Splittern von Glas und die Explosionen? Das sind die Social-Media-Kanäle von WoW.

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Add-on-Geschichte von WoW ein, untersuchen die exakten Änderungen, die Blizzard an seiner Add-on-Schnittstelle vornimmt und beleuchten im Anschluss die Folgen des Ganzen, denn eines ist klar: Das, was uns Midnight brachte, ist nicht nur ein simpler Patch, der ein paar UI-Funktionalitäten anpasst - es ist ein designphilosophisches Erdbeben, dessen Schockwellen durch die Entwicklungsabteilung Blizzards, die Add-on-Community und die Spielerschaft gleichermaßen fegen, eure Einrichtungsgegenstände in tausend Teile schlagen und alle Autoalarmsirenen Azeroths gleichzeitig aufheulen lassen.

Die Geschichte dahinter ist ebenso menschlich wie technisch geprägt, denn die Änderungen an dem Fundament eines Onlinerollenspiels stehen nie einfach nur für sich. Wir beginnen (wie immer) ausschweifend, denn ein derart komplexes Thema will auch angemessen breitgetreten werden: Von einer kleinen Add-on-Geschichtsstunde gehen wir zum eher technischen Aspekt des Ganzen über, erklären, was die Änderungen im Detail bedeuten, besprechen die dahintersteckenden Überlegungen und listen die Add-ons auf, die von dem UI-Genozid verschont bleiben.

... Okay, vielleicht ist es doch nicht so schlecht. Die Kampfzeitlinie und der Boss-Alarm sind immerhin solide umgesetzt, auch wenn man noch dran schrauben muss. Quelle: Blizzard ... Okay, vielleicht ist es doch nicht so schlecht. Die Kampfzeitlinie und der Boss-Alarm sind immerhin solide umgesetzt, auch wenn man noch dran schrauben muss. Danach behandeln wir die Reaktionen der Community, die damit zusammenhängenden Probleme, wie zum Beispiel eine drastisch gesunkene Barrierefreiheit und den Umgang anderer MMORPGs mit ähnlichen Situationen. Als Letztes erkunden wir die wilde neue Welt nach dem Add-on-Beben, in welcher Bossbegegnungen ab sofort völlig anders ablaufen müssen: Keine sekundenschnellen Reaktionen mehr, keine Treffer-Tot-Fähigkeiten, keine Wahrsagerei, keine umfassenden Warnungen oder Interrupt-Ketten. Es wird sich einiges ändern, im Staate Azeroth.

Folgt uns also in das postapokalyptische Ödland eines World of Warcrafts, nur mit den Kampf-Add-ons, die uns Blizzard als Herrscher der verbrannten Ebenen gnädigerweise zur Verfügung stellt. Bedeutet das, dass wir in Zukunft auf dem Sturmwind-Parkplatz verzweifelt um Wasser und Benzin kämpfen müssen, während unser Damage immer weiter sinkt und wir schlagartig auf die Mustererkennung eines geistig herausgeforderten Rhesusaffen zurückgesetzt werden?

AVR oder Augmented Virtual Reality ist eines der Add-ons, die Wrath of the Lich King nicht überlebten. Die 'Zeichnungen' in der Welt waren Blizzard zu viel. Quelle: Blizzard AVR oder Augmented Virtual Reality ist eines der Add-ons, die Wrath of the Lich King nicht überlebten. Die "Zeichnungen" in der Welt waren Blizzard zu viel. Sind Heiler nun dazu verdammt, ihre Stirne so lange in ohnmächtigem Zorn auf die Tastatur zu schlagen, bis Blizzard aus Mitleid wieder DeCursive aktiviert? Müssen unsere nervös gestörten Tanks jetzt NOCH mehr Sitzungen bei ihrem Psychiater buchen? Oder ist das Ganze vielleicht doch nicht ganz so dramatisch, wie es auf den ersten Blick scheint? Wie viele rhetorische Fragen können wir hintereinanderstellen, ohne dass uns das Lektorat die Tür eintritt? Finden wir es gemeinsam heraus!

Ewig heulen die Purge-­Sirenen: Eine kurze Historie der Add-ons

Von Tag eins an stellte World of Warcraft klar, dass es seinen Spielern nicht nur in Hinsicht auf das Kern-Gameplay an sich eine Menge Freiheiten bieten würde: Die Lua-basierte UI-API (Übersetzt: Die Programmierschnittstelle für die Benutzeroberfläche) von Blizzard war bereits damals relativ simpel gestrickt, brachte aber den Vorteil mit sich, dass sie praktisch dafür geschaffen war, externe Add-ons anzunehmen. Neben ihrer einfachen Bedienung stellte Blizzard seinen Spielern sogar eine umfassende Dokumentation zur Verfügung, die entweder im Spiel selbst mit dem Kommando "/api", mit "/api system list" oder ab dem Jahr 2008 sogar in voller Länge auf GitHub aufgerufen werden konnte.

Ein Relikt aus altvorderen Zeiten: Das alte DeCursive funktionierte noch über einen einzigen Klick , alles andere funktionierte damals vollautomatisch. Quelle: Blizzard Ein Relikt aus altvorderen Zeiten: Das alte DeCursive funktionierte noch über einen einzigen Klick , alles andere funktionierte damals vollautomatisch.

  1. Auch in Titeln wie EverQuest oder Anarchy Online waren Schadensanzeigen gang und gäbe, doch in World of Warcraft explodierte die Add-on-Szene praktisch über Nacht. Bedrohungsdetektoren, Raidframes, Automatisierungen und andere Hilfsmittel schossen wie Pilze aus dem Boden. Insbesondere das Add-on "DeCursive" erfreute sich damals großer Beliebtheit, denn mit seiner Unterstützung wurden Debuffs quasi trivialisiert. Decursive 1.0 funktionierte, indem es euren Schlachtzug nach einem betroffenen Spieler scannte, ein valides Ziel innerhalb seiner Sichtlinie und Reichweite aussuchte, die korrekte Reinigungs-Fähigkeit wählte und sie anwendete - alles, völlig automatisiert und fehlerfrei, auf Knopfdruck.

Das ging Blizzard eine Ecke zu weit, sodass es mit The Burning Crusade und Patch 2.0 die erste große "Add-on Purge" gab. DeCursive wurde so weit beschnitten, dass es nicht mehr einen großen Bereich des Spiels automatisieren konnte. All das war möglich, indem die Entwickler drei Grundlagen einführten, die auch bis heute exakt auf diese Art und Weise funktionieren: Das Prinzip "Secure Execution & Taint" besagt, dass der Lua-Code von WoW in einem "Sicheren" Zustand beginnt.

In dem Moment, in dem Daten oder Code eines externen Add-ons mit dem Lua-Code in Berührung kommen, gilt er als "Befleckt" ("Tainted"). Ein befleckter Pfad kann nicht dazu benutzt werden, um geschützte Aktionen auszuführen, zu denen unter anderem die Anwendung von Fähigkeiten, das Erfassen eines Ziels und die Bedienung bestimmter UI-Elemente gehört. Die Befleckung ist dabei hoch infektiös, denn alles, was von beflecktem Code erschaffen wird, gilt im Anschluss ebenfalls als befleckt.

Eine clevere Regelung, die mit "Secure Frames" zusammenwirkt: Add-ons können außerhalb des Kampfes Buttons und Aktionsketten erschaffen, die zum Beispiel Zauber auf ein Ziel anwenden, wenn eine bestimmte Bedingung eintritt - die letztendliche Anwendung muss aber immer von einem Spieler selbst kommen. Das hängt direkt mit der dritten Änderung zusammen, die den martialischen Namen "Combat Lockdown" trägt und bei Kampfeintritt alle UI-Elemente sperrt, die mit der Erschaffung, Bewegung oder Darstellung geschützter Bereiche zu tun haben.

All das zusammen führte dazu, dass die Automatisierungs-Add-ons größtenteils mit TBC starben, weil sie im Kampf nicht mehr zielen, oder Aktionen ausführen konnten. Decursive 2.0 benutzt inzwischen sogenannte MUFs (Micro Unit Frames), die vom Spieler selbst angeklickt werden müssen. Mit dem Launch von Midnight ist die Existenz von DeCursive 2.0 übrigens ebenfalls gefährdet, denn es ist eines der Add-ons, die explizit Echtzeit-Kampfdaten auslesen müssen, um zu funktionieren.

Im Auftrag von SI:7 - Azeroths ­Informationskrieg

Der Hammer kreiste zum zweiten Mal, als Wrath of the Lich King erschien, denn in Patch 3.3.5 beschnitt Blizzard die Funktionalität des beliebten Add-ons AVR (Augmented Virtual Reality). Mit der Hilfe von AVR wurde die Positionierung innerhalb von Schlachtzügen trivialisiert, denn es zeichnete quasi dreidimensionale Formen, Pfeile und Farben direkt in die Welt. Die Entwickler waren hier sehr eindeutig in ihrem Statement, denn "UI-Add-ons sollen nicht mit der Welt selbst interagieren [und] diese Add-ons entfernen viel von der Entscheidungsfindung, die WoW erst zu einem Spiel machen".

Dazu entfernten die Designer einfach den Zugriff auf die exakten Kameradaten, sodass AVR seine Schablonen nicht mehr in Relation zum Spieler projizieren konnte. Schwups, und schon fliegt ein weiteres Add-on auf die Müllhalde der Geschichte. Um fair zu sein, lagen die Programmierer hier nicht ganz falsch, denn ab einem bestimmten Punkt überschreitet ein Drittprogramm die Grenze von einem Add-on zu einem Mod - und damit zu einer grundlegenden Modifikation des Spiels selbst.

In einer deutlich beliebteren Aktion drehte Blizzard den Spieß im selben Patch übrigens um und übernahm die Funktionen des Add-ons "QuestHelper", sprich die Questziel-Markierungen in der offenen Welt, die wir heute alle als gegeben hinnehmen. Den Naaru sei Dank!

Wir erkennen inzwischen ein Muster: Blizzard will, vor allem anderen, die Hoheit über die Automatisierung von Spielhandlungen und die Bereitstellung von Informationen behalten. Das ist verständlich, denn in dem Moment, in dem die Spieler über zu viele Informationen oder Werkzeuge verfügen, beginnen sie, sich über das langweilige Begegnungsdesign zu beschweren, ähnlich einem Leser, der sich ein komplettes Buch durch eine KI zusammenfassen lässt und sich hinterher darüber aufregt, dass er zu jeder Zeit wusste, was passieren würde.

Der Cooldown Manager von Blizzard ist eines der ab Werk verbastelten Add-ons, die noch ein wenig Liebe benötigen. Externe Alternativen sind derzeit einfach besser. Quelle: Blizzard Der Cooldown Manager von Blizzard ist eines der ab Werk verbastelten Add-ons, die noch ein wenig Liebe benötigen. Externe Alternativen sind derzeit einfach besser. Achtung: Das heißt nicht, dass wir diese Spieler verurteilen, denn wir als Menschheit sind absolute Optimierungs- und Informationsmonster. Es liegt uns als Homo sapiens zutiefst im Blut, eine Situation zu erkennen, in Muster einzuteilen und in ihrer Gänze verstehen zu wollen - ein Fakt, der Spieldesigner seit der Erfindung des Mikrochips in den Wahnsinn treibt.

Das alles sehen wir auch, wenn wir unser Augenmerk in Richtung Dragonflight lenken, denn hier bekam die Vorherrschaft von Informations-Schlürfer-Add-ons wie DBM, BigWigs und WeakAuras zum ersten Mal eine Breitseite ab, die sich gewaschen hatte: Durch die Regelung der "Private-Auras" standen die Spieler in Aberrus oder Amirdrassil und bekamen mit einem Mal von ihren Add-ons Dinge gesagt, wie "Du bist das Ziel eines wichtigen Effekts", anstatt seiner Ursache, eines Timers, den exakten Folgen des Effekts und der Möglichkeit, diese Information mit einer einfachen If/Then-Logik in ein Script umzuwandeln. WeakAura war mit einem Mal nicht mehr allwissend. Es gab keine Add-ons mehr, die eine Begegnung lösen konnten, indem sie Informationen aus der API saugten, wie ein spaßmordender Vampir.

Finsterste Nacht: Die ­Add-on-Sense von Midnight

Das erklärte Ziel der großangelegten Add-on-Vernichtung Midnights ist also im Kern erstens, World of Warcraft wieder zu etwas zu machen, das mehr Ähnlichkeit mit einem Videospiel und weniger mit einem Testlabor für komplizierte Scripts hat. Zweitens steht die Erschaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für jeden einzelnen Spieler auf dem Plan. Auf der offiziellen Website wurden dazu ganze Romane geschrieben, denn die Entwickler scheinen es mit ihrer Mission durchaus ernst zu meinen: Alle für einen Kampf notwendigen Informationen sollen in Zukunft durch das UI des Spiels selbst zur Verfügung gestellt werden, ohne den Zwang, auf externe Hilfsmittel zurückgreifen zu müssen - und das selbst auf einem extrem hohen Niveau.

Auch die inzwischen gewohnten Tools wie Cooldown-Manager, Schadensanzeigen und Boss-Alarmfunktionen werden ab jetzt nur noch von Blizzard selbst zur Verfügung gestellt. Einen großen Teil der garstigen Add-on-Sense stellt übrigens auch die Überarbeitung und Vereinfachung aller 40 Spezialisierungen dar, denn man höre und staune: Sogar die Klassen selbst wurden durch die allmächtigen Add-ons so weit verzerrt, dass es über die Zeit hinweg zu einem aufgeblasenen Fähigkeitskonstrukt kam, das Rotationsmanager benötigte, um perfekte Ergebnisse zu produzieren.

Skills, die routinemäßig im Hintergrund laufen oder in simplen Macros zusammengefasst werden, besitzen zum Beispiel keinen gameplaytechnischen Wert, der im Entwicklerjargon auch als "Entscheidungs-Gewicht" bezeichnet wird. Modifikatoren, die man vor einem Kampf aktiviert, werden in Zukunft zum Großteil direkt in den Basisfähigkeiten verbastelt und die Anzahl der Buffs/Debuffs wird drastisch verringert. Was übrig bleibt, soll prägnant, in jedem Moment wichtig für euer Spielerlebnis und einfach zu managen sein - denn wenn ein Großteil eurer Add-ons wegfällt, verbraucht der Kampf selbst die Hirnrechenleistung, die sonst in eure Rotation geflossen wäre.

Soweit, so gut, aber welche Add-ons sind denn nun im Nether verschwunden? Generell gilt: Wenn es Kampfdaten in irgendeiner Art und Weise ausliest, dann hat es die große Add-on-Pokalypse nicht überlebt. Das liegt schlicht und ergreifend an der Blackbox-Regelung, die wir eingangs erwähnt haben, denn es handelt sich hier nicht um eine einfache Sperre, sondern um eine grundlegende Änderung der Informations-Autobahn von WoW.

Ausnahmen sind derzeit möglich, weil die Blackbox, im übertragenen Sinne, nicht vollumfänglich verschweißt wurde, sie sind aber extrem selten. DMB, WeakAuras und BigWigs sind hier die Hauptverdächtigen, aber auch einfache Schadensanzeigen wie Recount oder Details! geben ab dem Pre-Patch keine verwertbaren Informationen mehr aus. Positionshelfer wie GTFO, Rotationsmanager wie Hekìlì, Cooldownmanager wie OmniCD - alle davon bedienten sich an Echtzeitdaten, die während des laufenden Kampfes ausgelesen haben und sind damit mausetot.

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