WoW Housing: Im Interview verrät Blizzard, was als Nächstes kommt
Wir haben mit Blizzards Housing-Expertin über die Zukunft unserer Eigenheime in WoW gesprochen - und dabei interessante Details aufgedeckt.
Wer nicht hinterm Mond oder in Sachen WoW wohl eher hinter Argus gewohnt hat, der wird wissen, dass das Housing das große Feature der kommenden Erweiterung Midnight ist. Seit mehr als 20 Jahren wünschen sich die Spieler ein Eigenheim in Azeroth und nun bekommen sie es endlich - oder haben es als Vorbesteller bereits bekommen.
Aus diesem Grund steht das Housing nicht nur im Fokus der Entwickler, die ein ordentliches Feature abliefern wollen, sondern auch im Fokus aller anderen Mitarbeiter. So dreht sich beispielsweise gefühlt das gesamte Marketing nur ums Housing in WoW. Damit es auch noch der letzte mitbekommt, hat Blizzard in der halben Welt eigene Häuser aufgebaut - unter anderem in Berlin.
Wir waren vor Ort und haben uns das "Gebäude" mal genauer angeschaut. In der weiter unten zu findenden Bildergalerie könnt ihr euch einen eigenen Eindruck machen. Die Reaktionen vor Ort waren jedenfalls überwiegend positiv. Das kleine Haus war liebevoll mit diversen Dekors, die von Cosplayern gebaut und zur Verfügung gestellt wurden, vollgestellt.
Außerdem, für uns noch etwas wichtiger, waren auch einige Entwickler vor Ort. Die meiste Zeit hielten diese zwar Schwätzchen mit den vielen Fans vor Ort, doch zwischendrin nahmen sie sich auch die Zeit, mal genauer mit uns zu sprechen - natürlich übers Housing.
Dafür stand uns Joanna Gianulis, ihres Zeichens Senior Designerin beim Housing, Rede und Antwort. Sie verriet uns, welche Features als nächste geplant sind, an welchen leider gar nicht gearbeitet wird, warum die erste Version noch so roh war und dass die Entwicklung des Housings schneller ging als gedacht.
Bildergalerie
WoW: Interview zum Housing in Midnight
Im Folgenden haben wir euch die wichtigsten Punkte des Interviews mit Joanna Gianulis zusammengefasst. Wer lieber die gesamten und ausführlichen Antworten haben will, der findet das gesamte Interview auf der zweiten Seite des Artikels. Hier die wichtigsten Punkte des Interviews:
- Housing wurde lange intern diskutiert, aber erst vor rund zwei Jahren offiziell gestartet und dann schrittweise zu einem großen Feature ausgebaut.
- Housing wurde sehr früh öffentlich gezeigt, um gezielt Feedback von allen Spielertypen zu sammeln - nicht nur von internen Teams.
- Mehrere Funktionen wurden schneller umgesetzt, weil klares Community-Feedback gezeigt hat, dass sie stark gewünscht sind.
- Housing ist bewusst ohne Player-Power gestaltet, damit sich niemand gezwungen fühlt, sich mit dem Feature zu beschäftigen.
- Einer der wichtigsten nächsten Schritte ist Import/Export, also Häuser speichern, übertragen und neue Builds ausprobieren, ohne alles neu bauen zu müssen.
- Nachbarschaften sollen weiter ausgebaut werden: Unterfangen (Endeavors) sind nur der Anfang eines stärker gemeinschaftlichen Systems.
- Probleme in kleinen oder wenig aktiven Nachbarschaften sollen durch prozentbasierte Fortschritte abgefedert werden, die sich flexibel anpassen lassen.
- FOMO soll vermieden werden: Dekorationen können auch in anderen, abgeschlossenen Nachbarschaften gekauft werden, Community-Gutscheine funktionieren überall.
- Mit dem vergangenen Patch kam ein vollständiger Deko-Katalog ins Housing-Interface, mit dem sich Gegenstände direkt im eigenen Haus ausprobieren lassen.
- Ein kompletter Sandbox-Modus zum freien Bauen ist nicht geplant, wird aber als Community-Wunsch ernsthaft beobachtet.
- Weitere Nachbarschafts-Typen (z. B. zwergische oder trollische Areale) sind aktuell nicht vorgesehen, um die Spielerschaft nicht zu stark aufzuteilen.
- NPC-Häuser lassen sich noch nicht anpassen, aber kommende Features sollen Nachbarschaften stärker personalisieren.
- Jahreszeiten oder Schnee in Nachbarschaften sind aktuell nicht geplant, aber langfristig nicht ausgeschlossen.
- Feiertage aus WoW könnten künftig in Nachbarschaften auftauchen, müssen aber mit Welt-Events sinnvoll ausbalanciert werden.
- Die Kreativität der Community hat die Entwickler überrascht, etwa durch Teppich-Porträts, Gewächshäuser oder funktionale Konstruktionen wie Fahrzeuge.
- Moderation ist bislang weniger problematisch als erwartet, dank klarer Meldewege und einer überwiegend konstruktiven Community.
- Bei Bugs wird genau abgewogen: Wenn Fixes bestehende Builds stark zerstören würden, können Bugs bewusst zu Features werden (z. B. schwebende Häuser).
- Klare Grenze bleibt alles, was Nachbarn betrifft: Eingriffe in fremde Grundstücke oder Häuser werden konsequent unterbunden.
- Performance hat Priorität: Einschränkungen wie bei Lichtquellen waren nötig, um Abstürze und extreme Belastung zu verhindern.
- Kopieren & Einfügen ist ein großes Ziel, aber technisch komplex, da Details wie Farben, Rotation und Skalierung korrekt erhalten bleiben müssen.
- Ein Inspektionsmodus für Dekorationen kommt für Spielerhäuser, um fremde Deko direkt im Katalog nachzuschlagen; für die offene Welt ist das deutlich schwieriger.
- Neue Assets werden zunehmend direkt mit Blick auf Housing gebaut, während Belohnungsdesigner entscheiden, welche Stile und Fraktionen noch fehlen.
- NPCs oder Twinks im eigenen Haus sind ein häufiger Wunsch, aber technisch schwierig; zunächst liegt der Fokus auf funktionierenden Begleitern (Haustiere).
- Alle zukünftigen Sharing-Funktionen wie Import/Export sollen strikt rechtebasiert sein, damit Hauslayouts nur freiwillig geteilt werden.
Auf der nachfolgenden Seite findet ihr dann das gesamte Interview in von uns redigierter Version. Jetzt sind wir vor allem gespannt, wann wir die Import/Export-Funktion bekommen und wie diese umgesetzt wird. Denn die "unkreativen" unter uns würden sich wohl lieber ein Haus irgendwo "klauen", als am Bau zu verzweifeln.
