Wolfenstein Youngblood auf der E3: Paris sehen und sterben
B. J. Blazkowicz macht Pause: In Wolfenstein Youngblood schickt er seine Töchter Jessie und Zofia nach Frankreich, um die Résistance beim Kampf gegen die Nazis zu unterstützen. Einmal mehr spielt die Handlung in einem Paralleluniversum, das wir in unserem eigenen Universum auf der E3 2019 in Los Angeles besuchen durften.
Kinder an die Macht: Statt William J. Blazkowicz machen in Wolfenstein Youngblood seine Zwillingstöchter Jessie "Jes" und Zofia "Soph" Blazkowicz den Nazis das Leben zur Hölle. Doch die ersten zehn Minuten, die wir mit dem Spiel auf der E3 2019 in Los Angeles verbringen, dürfen wir uns zunächst erst einmal Renderszenen anschauen - denn wir fangen ganz am Anfang des Spiels an, das etwa 20 Jahre nach Wolfenstein 2: The New Colossus spielt.
Kleines Schieß- und Prügeleinmaleins
Weil Wolfenstein Youngblood bereits in vier Wochen erscheint, dürfen wir hinter verschlossenen Türen auf dem Bethesda-Stand die fast fertige Version spielen. Die beginnt allerdings mit einer rund zehn Minuten langen Rendersequenz, die uns in das Szenario des Spiels einführt. Keineswegs schlecht gemacht, aber nun mal keine aktive Spielzeit.
Wir erleben, wie William und seine Frau Anya ihre Zwillingstöchter auf ein Leben im Untergrund vorbereiten - schließlich sollen diesmal die Mädels dabei helfen, Frankreich von der Naziherrschaft zu befreien. Die dunkelhaarige Jes geht mit ihrem Vater auf die Jagd mit dem Scharfschützengewehr, während Blondschopf Soph mit ihrer Mutter an ihren Nahkampffähigkeiten feilt.
Beim ersten Mal tut es noch weh ...
Dann wechselt die Szene: Wir sind jetzt in einem Zeppelin der Nazis, der hoch über Paris unterwegs ist. Noch sind die beiden Damen nicht die Killermaschinen, als die sie die erregten Durchsagen über das Interkom beschreiben. Vor dem ersten Mord sind die Schwestern noch arg nervös und zögern beinahe, zu Werke zu gehen. Doch als der Gegner, an den sich Jes heranschleicht, durch eine quietschende Bodenplatte auf die Angreiferin aufmerksam wird, sind alle Hemmungen vergessen.
Geistesgegenwärtig macht Soph dem Nazi mit einem derben Kopfschuss den Garaus, was sie mit schallend-irrem Gelächter quittiert. Jes zieht es vor, sich erst einmal zu übergeben. Nun endlich dürfen wir selbst den Controller beziehungsweise Maus und Tastatur in die Hand nehmen: Wir schlüpfen in die Rolle von Soph, während ein deutscher Pressekollege die gute Jes steuert.
Gemeinsam sind wir stark
Wir kämpfen uns nun Gang für Gang durch die Zeppelingondel, durch Wohn- und Konferenzräume, säubern ein großes Offizierskasino nebst Küche und kriechen durch einige Luftschächte. Weil wir zu zweit unterwegs sind, flanken wir einige Gegner beziehungsweise helfen uns aus der Bredouille, wenn die uns zu sehr auf den Pelz rücken. Klar im Vorteil sind leise Tötungsmanöver, denn wenn uns einmal ein Nazi erblickt hat, schlägt er Alarm.
Natürlich nahen nicht nur Standardsoldaten, sondern auch starke und noch stärkere Kameraden - und natürlich auch die guten, alten Panzerhunde. Doch auch dick gepanzerte Halunken haben ein paar herzhaften Schüssen aus der Schrotflinte wenig entgegenzusetzen. Wenn doch mal eine Schwester zu Boden geht, hilft die andere ihr auf - vorausgesetzt, sie hat noch ein Extraleben in der Tasche.
Springen will gelernt sein
Einige Kisten mit besonders wertvoller Beute können wir nur zu zweit öffnen, ebenso wie manche Türen, die teilweise noch einen Zugangscode verlangen, den wir unterwegs auflesen müssen. Neben der Ballerei geht es hoch hinaus: Im Ballon des Flugschiffs müssen wir uns über diverse Gerüste hangeln und springen, um ans andere Ende des Zeppelins zu gelangen.
Gerade der Doppelsprung aus dem Anlauf sorgt hier für ungewohnte Probleme - jedenfalls bei unserem Kollegen, der die PC-Version standesgemäß mit Maus und Tastatur bedient. Wir waren so frech, gleich das Gamepad in die Hand zu nehmen und meisterten zumindest die Sprungeinlagen mit deutlich weniger Versuchen.
Komm mit nach Frankreich!
Originell: Die Schwestern können sich auf Knopfdruck anfeuern - spieltechnisch sorgt das für Munitions- und Gesundheitsnachschub. Und mit genug Erfahrungspunkten auf dem Konto gibt's einen Stufenaufstieg, der uns neue Möglichkeiten eröffnen soll. In die Tiefe dieses System konnten wir in der Kürze der Zeit allerdings nicht vorstoßen - unklar ist auch, welche Auswirkungen das etwa auf den Kampf gegen besonders schwere Brocken hat.
Wolfenstein Youngblood ist auch im Solomodus mit einer KI-Schwester spielbar, was wir allerdings noch nicht ausprobieren konnten. Doch weil Entwickler Machine Games viel Zeit und Mühen in die Koop-Kampagne gesteckt hat, liefert Bethesda das Spiel in der Deluxe-Fassung mit einem Buddy-Pass aus: Mit diesem kann ein Kumpel kostenlos mit auf Nazihatz gehen, muss das allerdings mit dem Freund machen, der ihn dazu eingeladen hat.
Bildergalerie
Fazit
"Wir sind geboren, um Nazis zu töten" ist der Wahlspruch der Blazkowicz-Schwestern. Und das tun sie in Wolfenstein Youngblood oft und reichlich. Die Tonalität des Spiels ist dabei weniger düster und bedrückend als in den zwei Vorgängern. Sie erinnert schon fast etwas an Far Cry 3: Blood Dragon, wobei Youngblood natürlich deutlich besser als Ubisofts sechs Jahre alte Trip in die 1980er aussieht.
Spielerisch bleibt alles beim Alten, wobei die Koop-Kampagne natürlich das größte Zugpferd von Wolfenstein Youngblood ist: Es macht großen Spaß, sich gegenseitig anzufeuern oder einen unbarmherzig vorrückenden Panzerhund gemeinsam auszuschalten. Nur der Wendepunkt im Leben der Schwestern wirkt etwas schal - insbesondere, weil die beiden Schwestern in den ersten Minuten an Bord des Zeppelins noch vor Nervosität kaum gehen können, aber dann alle Bedenken nach dem ersten Kopfschuss mit irrem Gelächter über Bord geworfen werden.
Schon im nächsten Monat - genauer: am 26 Juli - dürfen wir mit Jes und Soph der Résistance unter die Arme greifen. Und dann herausfinden, wie sich das Stufensystem und die neuen Fähigkeiten der Damen langfristig auf den Spielspaß auswirken wird. Feuer frei!

........Das letzte wirklich gute und authentische Spiel dieser Reihe war wohl RTCW
.Alle Nachfolger kann man getrost als Einheitsbrei bezeichnen und in den grossen Haufen der Totalverwurstungen schmeissen.
Übertriebene Nazi Roboter sind genau mein Ding