Wolfenstein: The New Order... ist so herrlich überdreht - E3-Vorschau
Captain B.J. Blazkowicz ist wieder da - doch diesmal steht der amerikanische Soldat und Kriegsveteran vor einer schier ausweglosen Situation. In Machine Games Shooter Wolfenstein: The New Order haben die Deutschen nämlich den Zweiten Weltkrieg gewonnen und haben die ganze Welt im Griff - und den Mond.
Das kommt davon, wenn man die letzten 16 Jahre "verschläft": Als William "B.J." Blazkowicz in Polen aus dem Koma erwacht, muss er feststellen, dass der Zweite Weltkrieg, in dem er gerade eben noch gekämpft hat, vorüber ist. Mit einem Unterschied zum bekannten Ausgang: Die Deutschen haben gewonnen. Willkommen bei Wolfenstein: The New Order, der neuesten Episode der 21 Jahre alten 3D-Shooter-Serie. Entwickelt wird das Spiel derzeit beim schwedischen Studio Machine Games, gegründet von zahlreichen Veteranen der Starbreeze Studios (The Chronicles of Riddick, The Darkness).
Um spektakuläre Schauplätze ist The New Order nicht verlegen. So ist B.J. zu Beginn unserer E3-Vorführung mit dem Eisenpfeil-Schnellzug nach Berlin unterwegs, doch mit zwei Tassen heißen Kaffees in der Hand halten ihn die Deutschen für einen Kellner und schicken ihn zu ihrer Kommandantin, Frau Engel. Die merkt schnell, dass er vom Kellnern nichts versteht, doch hat ihren Spaß daran, ihn einem Bilderrätsel zu unterziehen. B.J. muss sich entscheiden, welches von zwei Fotos ihn stärker erregt, welches er schöner findet und welches ihn mit Abscheu erfüllt. Natürlich könnte er auch nach Engels Waffe auf dem Tisch greifen, doch dann wäre der Test vorzeitig zu Ende. Nach bestandener Prüfung verlässt er Engels Waggon und kehrt mit dem Kaffee zu seiner Begleiterin Anya zurück, die ihn darauf aufmerksam macht, dass ihr Abteil nur ein Bett besitzt. Kein Problem für den wackeren Amerikaner, der es sich gern mit ihr teilt ...
Wolfenstein: The New Order - ... handelt aber nicht nur von Liebe und Romantik
"The New Order handelt aber nicht nur von Liebe und Romantik", merkt ein Machine-Games-Mitarbeiter an. Prompt wechseln wir zur Straße von Gibraltar, wo inzwischen eine riesige Brücke Europa und Afrika miteinander verbindet. Beziehungsweise verbunden hat, denn die Brücke ist inzwischen arg lädiert, woran B.J. nicht ganz unschuldig ist. In den Trümmern hängt ein Zug, in dem sich unsere Zielperson befindet: der Chefwissenschaftler des deutschen Regimes, den wir um seine Papiere erleichtern müssen. Doch das ist einfacher gesagt als getan: Die Brücke wird noch immer streng bewacht. Zeit, die Waffen sprechen zu lassen.
Vorsichtig klettern wir in die Innereien der Brücke hinab und brennen uns mit einem Laser, den wir sowohl als Schneidbrenner als auch als Waffe verwenden können, einen Durchgang durch Drahtgitter, die uns den Weg versperren. Wir liefern uns Feuergefechte mit Wachposten und Roboterhunden und kämpfen uns weiter zum Zug vor. Neben Laser und Messer kommen dabei auch eine Schrotflinte und eine Maschinenpistole zum Einsatz. Findet B.J. zwei der gleichen Waffen, kann er eine in jeder Hand halten und so noch mehr Schaden anrichten. An einen Schwarzenegger-Film erinnert eine Sequenz, in der wir Gegner, die sich in einem Waggon verschanzt haben, mit einem Geschütz bestreichen und dann das Geschütz selbst wegtragen (!) und weiter damit herumballern. Allerdings ist die Munition schnell verbraucht und wir wechseln wieder zu kleinkalibrigen Ballermännern.
Wolfenstein: The New Order - An Intelligenz mangelt es den Deutschen
Intelligenztechnisch sind noch nicht alle Gegner ganz auf der Höhe. Einer steht in einer Nische zwischen zwei Brückenträgern und wartet friedlich darauf, dass wir uns immer wieder vorwagen, um ihm eins über den Pelz brennen. Gut, er schießt auch zurück, aber statt seine Position zu verlassen, steht er wie angewurzelt da. Daran sollten die KI-Spezialisten von MachineGames bis Ende des Jahres noch arbeiten. Ein übergroßer Maschinensoldat hat da schon mehr drauf und setzt B.J. Blazkowicz nach einem Sprung über einen großen Spalt matt, den er nur mit Mühen bewältigen konnte. Ach ja, die scheinbaren Cliffhanger einer E3-Vorführung, von denen im fertigen Spiel dann nichts mehr zu sehen ist.
Selbst spielen dürfen wir eine Sequenz im London Nautica, der größten und streng bewachten Forschungseinrichtung der Deutschen, die sich mitten in der Londoner Innenstadt befindet. Unser Auftrag ist es, einen Hangar auf dem Dach der Einrichtung zu erreichen, denn dort befinden sich Prototypen von lautlos fliegenden Hubschraubern, auf die es der Widerstand gegen die Deutschen abgesehen hat, dem sich B.J. mittlerweile angeschlossen hat. Gleichzeitig ist das London Nautica auch ein Museum, das die wissenschaftlichen Großtaten der Deutschen präsentiert: Unter anderem mit einem riesigen, maßstabsgetreuen Modell des Mondes, auf dem wir eine deutsche Mondbasis entdecken. Der sieht verständlicherweise nach unserem Besuch etwas durchlöchert aus.
Wolfenstein: The New Order - E3-Fazit
Wolfenstein: The New Order ist so herrlich überdreht, dass wir uns fragen, warum nicht schon früher jemand auf die Idee gekommen ist, B.J. Blazkowicz in ein Paralleluniversum zu schicken, in denen die Deutschen den Krieg gewonnen haben. Auch optisch macht The New Order einen prächtigen Eindruck: Da Machine Games wie id Games und Bethesda Softworks beziehungsweise die Bethesda Game Studios zur Zenimax-Firmengruppe gehört, kommt im neuesten Wolfenstein die quasi hauseigene id-Tech-5-Engine zum Einsatz, die wir zuletzt im id-Shooter Rage gesehen haben. Ab Dezember dürfen wir in die schräge Parallelwelt von Wolfenstein: The New Order abtauchen. Hoffen wir, dass Publisher Bethesda Softworks das Spiel komplett entnazifizieren kann, damit deutsche Shooter-Fans das besetzte Europa auch legal besuchen können - Activision hatte da mit den zwei letzten Teilen weniger Glück.
> All unsere Vorschau-Artikel zu den Spielen der E3 finden Sie auf unserer Themenseite.


wenn ich das schon lese -.-
höh? weil die KI (noch?) nicht der Hit ist oder weil da Deutsche "verunglimpft" werden?
Wolfenstein: The New Order - An Intelligenz mangelt es den Deutschen
wenn ich das schon lese -.-
schaut lustig aus, 10 mal besser als ghost.
zuviel Grafik und zu wenig Spaß... wenn es das ist was du willst, es gibt genug für dich. geh einfach weg.
Ich glaub da hat einer seine Vorstellung viel zu weit oben...
Ich freu mich auf das SPiel!
~würg~ sieht das schlecht aus