Wolfenstein: The New Order - Lassen sich Filesharer von 45 GB abschrecken?

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Wolfenstein: The New Order - Lassen sich Filesharer von 45 GB abschrecken?
Quelle: PC Games Hardware

Wolfenstein: The New Order ist ein Schwergewicht beim Thema Datenmenge, doch lassen sich davon Filesharer abschrecken? Vereinzelt ja, wie Torrentfreak herausgefunden hat. In der Summe aber sind es wohl doch zu wenige, als dass es einen signifikanten Wert hätte. Nebenbei liefert die Story aber auch einen netten Blick auf das geschwürartige Wachstum von Daten.

Wer Wolfenstein: The New Order über einen digitalen Distributionsweg gekauft hat, war von den knapp 45 Gigabyte, die es galt herunterzuladen, wenig begeistert. Je nach eigener Internetgeschwindigkeit kann man beim Download den eigenen Kindern beim Großwerden zuschauen. Wohl dem, der die Retail-Version hat und von vier DVD installieren kann. Das geht zwar auch nur mäßig zügig, nimmt aber die Internetleitung nicht in Geiselhaft. Auch bei denen, die Wolfenstein: The New Order über illegale Wege beschaffen wollten, kam die Download-Größe des Bethesda-Spiels nicht so gut an.

Die Foren einschlägiger Seiten sind voll von Kommentaren, die das Entsetzen über das Schwergewicht B.J. Blazkowicz zum Ausdruck bringen. Einigen war das auch schlichtweg zu viel und sie verzichteten auf den Download oder beschafften sich legal eine Retail-Version. Der klassische Handel mit gebrannten DVDs ist ja mittlerweile gesellschaftlich so unmöglich wie Schulterpolster aus den Achtzigern. Wolfenstein sprengt mit seiner Größe in der Tat nicht alles bisher dagewesene, aber vieles davon. Wir erinnern uns an die 30 Gigabyte Max Payne 3, die damals für Aufsehen sorgte. Wohl dem, der über eine schnelle Leitung verfügt und einen unlimitierten VPN-Betreiber gebucht hat (für Torrent-Downloads). Aber nicht nur die Größe des Downloads macht einigen zu schaffen. Die Kommentare sind zuweilen Unterhaltsamer als ein Level im virtuellen Nazi-Deutschland. So hält einer der Downloader fest, dass er erst einmal zehn Spiele deinstallieren muss, bevor er Wolfenstein installieren kann.

Manche gingen sogar soweit zu sagen, dass es sich hier um eine ganz perfide Kopierschutzmaßnahme handelt. Wer Wolfenstein bei One-Click-Hostern ohne Account bei durchschnittlich 200 kB/s herunterlädt, der dürfte alt und grau sein, wenn der Download abgeschlossen ist (21 Tage um genau zu sein). In der Tat könnte man meinen, Machine Games habe die Größe absichtlich gewählt, um die illegalen Downloader abzuschrecken. Wahrscheinlich ist es eher nicht, klar ist aber auch, dass man sich nicht im Geringsten darum bemüht hat, die PC-Installation in irgendeiner Form zu komprimieren. Entsprechend fressen die unkomprimierten Megatextures und die Full-HD-Videos Speicherplatz zum Frühstück.

Geht man nach den Kommentaren auf diversen Filesharing-Seiten, dann haben manche den Download aufgrund seiner Größe abgebrochen, obwohl der Torrent aufgrund zu erwartender guter Seed-Lage einige Tage nach dem Release ziemlich zügig laufen dürfte. Offenbar aber hatte Bethesda Erfolg mit seinem datenschwangeren Nazi-Spiel, denn so mancher "Sauger" lief zu regulären Angeboten über. Ein Nutzer berichtet, dass er 38 Stunden für den Download gebraucht und 122,15 Gigabyte im P2P-Netzwerk verteilt hat, um Wolfenstein herunterzuladen. Die Leitung des Nutzer ist uns unbekannt, aber bei DSL 16k sind unter optimalen Bedingungen 6 Stunden zu kalkulieren. Torrentfreak berichtet, dass es durchaus einige Downloader gab, denen Wolfenstein einfach zu groß war. Letztlich kommt man aber zum Schluss, dass der positive Effekt nicht sonderlich groß gewesen sein dürfte.

Die Geschichte soll dabei ausnahmsweise einmal nicht primär das Filesharing verteufeln (Wäre zwar angebracht, aber so langsam dürfte jeder wissen, dass das unerlaube Bereicherung ist.), sondern zeigt im Grunde zwei weitere spannende Dinge: Manch einer erreicht bei knapp 45 Gigabyte Downloadgröße die Schmerzgrenze und geht dann lieber in den Laden. Lassen wir das besser nicht die Publisher wissen, sonst haben bald alle Spiele 45 Gigabyte, was wiederum Steam-, Origin- und Uplay-Kunden nerven wird. Zum anderen zeigt sie, wie rasant sich die Datenmengen on- und offline entwickelt haben. Denken Sie zurück an Napster, wenn Sie alt genug sind: 5 MB brauchten da locker zehn Minuten. Denken Sie an Zeiten, als die ersten Filme in P2P-Tauschbörsen auf das traditionelle Format von 700 Megabyte festgesetzt wurden. Das brauchte bei Standard-DSL damals unter Idealbedingungen über 2 Stunden. Noch heute werden Filme in diesem Format vertrieben, zuweilen als Doppel-Disc mit 1,4 Gigabyte. Wer aber HD oder gar Full HD genießen will, der muss mit einem Vielfachen rechnen. Selbst komprimierte Blu-ray-Rips sprengen 10 Gigabyte, wenn man die Bitrate nicht vollkommen zusammenstauchen will. Die Entwicklung der Computer war in den letzten 20 Jahren ohne Frage erstaunlich, die der Datenmengen ist es umso mehr. So schließen wir den Kreis: Ein gewisses Hundefelsen-Spiel von 1992 passt auf eine HD-Floppy-Diskette – 1,3 Megabyte groß war das Spiel von John Romero, Tom Hall, John Carmack, Adrian Carmack und Bobby Prince. Das lädt man mit DSL 16.000 in einer Sekunde runter. Main Läibän!

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    • Kommentare (113)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DARK-THREAT BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von TheBadFrag
        Wenn man natürlich am Ende eines Feldweges wohnt, hat man Pech gehabt.

        Naja, an einer Hauptverkehrsstraße und auch mehere Laeden im Ort (Geststaette, Frisör) sollte sowas wie DSL schon sein. Naja, Telekom will halt kein Outdoor-DSLAM errichten und Kabel wurde nach der Wende im laendlichen Gebieten nicht gezogen.

        Das der Breitbandatlas, von der Regierung vom Netz genommen wurde, ist ein Witz. Nur weil man eben im Osten zu 30% weiße Flecke hat, oder wie?
        Und LTE sehe ich, wegen der Drossel, nicht als Breitband an!
      • Von DARK-THREAT BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von TheBadFrag
        Wenn man natürlich am Ende eines Feldweges wohnt, hat man Pech gehabt.

        Naja, an einer Hauptverkehrsstraße und auch mehere Laeden im Ort (Geststaette, Frisör) sollte sowas wie DSL schon sein. Naja, Telekom will halt kein Outdoor-DSLAM errichten und Kabel wurde nach der Wende im laendlichen Gebieten nicht gezogen.

        Das der Breitbandatlas, von der Regierung vom Netz genommen wurde, ist ein Witz. Nur weil man eben im Osten zu 30% weiße Flecke hat, oder wie?
        Und LTE sehe ich, wegen der Drossel, nicht als Breitband an!
      • Von TheBadFrag Lötkolbengott/-göttin
        Obwohl ich hier eher ländlich wohne gibts hier überall 150 MBit/s, wenn man einen Kabelanschluss hat. Wenn man natürlich am Ende eines Feldweges wohnt, hat man Pech gehabt.
      • Von Quat BIOS-Overclocker(in)
        @ DARK-THREAT du kannst ihm keinen Vorwurf machen. In den Medien wird im doch bei gebracht, wie ach so gut das Internet in Deutschland ist. Und wenn man so etwas ungefiltert konsumiert, naja dann ... siehst ja selbst.
      • Von DARK-THREAT BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von TheBadFrag
        Es gibt fast flächendeckend 150 Mbit/s auch von Unitymedia.

        Es gibt Unitymedia nur in 2 Bundeslaender!
        Bei uns gibt es zB kein Unitymedia, kein KabelBW, kein KabelDeutschland, kein Primacom (nur in der Stadt verfügbar), kein DSL (egal welche Art).
      • Von Quat BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von DBGTKING
        Man kann ja auch mehr machen als nur ausgiebig Mittag zu machen,wie wäre es mit einer Runde Spazieren gehen(ausgiebig),dann ist das warten auch nicht mehr so lange.

        Geht nicht, dafür hab ich ein Y-Chromosomen zuviel!
        "Spazieren gehen" ??? Wo liegt der Sinn?
        ... aber stimmt schon, gibt genug Alternativen, Zeit zu vergeuden.
      Direkt zum Diskussionsende
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