Wissenschaftler entwickeln wasserlöslichen Chip - Lösen sich alte Smartphones bald selbst auf?

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US-amerikanische Forscher haben wasserlösliche Chips entwickelt. Diese Form der vergänglichen Elektronik könnte in Zukunft bei Körperimplantaten zum Einsatz kommen, die nur vorübergehend einen medizinischen Zweck erfüllen müssen. Langfristig wären sogar Smartphones denkbar, die sich auflösen, sobald sie zum alten Eisen zählen.

Wissenschaftler entwickeln wasserlöslichen Chip. (3) Quelle: Foto: Beckman Institute/University of Illinois/Tufts University Wissenschaftler entwickeln wasserlöslichen Chip. (3) Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten haben eine Alternative zu gängigen, medizinischen Sensorenimplantaten entwickelt, die im Anschluss an die Behandlung nicht wieder entfernt werden müsste. Das erledigen die wasserlöslichen Chips nämlich von alleine. Möglich ist das, weil Magnesium als Leitermaterial zum Einsatz kommt. Die Halbleiter sind dagegen aus einer hauchdünnen Schicht Silizium gefertigt, während sich die Isolatoren aus Magnesiumoxid oder Siliziumdioxid zusammensetzen. Wie schnell sich dieses Konstrukt auflöst, hängt von der Beschaffenheit seiner Umhüllung ab. Diese besteht aus einem Protein, das Forscher aus Seide gewinnen. Denkbar sind "Verfallsdaten" von wenigen Minuten bis hin zu Tagen und möglicherweise auch Jahren.

Laut John Rogers von der Universität des US-Bundesstaates Illinois in Urbana-Champaign ließen sich Transistoren, Dioden, Spulen, integrierte Schaltkreise, Temperatur- und Belastungssensoren, Fotozellen sowie Solarzellen aus den oben genannten Materialen fertigen. Man habe bereits den 64-Pixel-Chip einer Digitalkamera und ein Implantat konstruiert, das eine Operationswunde überwacht. Letzteres sei sogar an einer Ratte erfolgreich getestet worden. Nach zwei Wochen seien lediglich einige sich langsamer auflösende Seidenfäden übrig geblieben.

Neben der Medizin könnten wasserlösliche Chips auch in der Umwelt Einsatzgebiete finden. Denkbar wäre etwa die Beobachtung ausgetretener Chemikalien, wobei sich der Chip auflösen würde, sobald auch die Chemikalien verschwunden sind. Laut beteiligter Wissenschaftler sei das für die Umwelt ebenso ungefährlich wie für den Körper. Langfristig scheint sogar das Problem des Elektronikschrotts lösbar. Smartphones und andere Geräte, die nur über wenige Jahre in Gebrauch sind, könnte man aus Teilen bauen, die sich nach einer gewissen Zeit selbst zersetzen.

Quelle: sciencemag.org

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