Forscher testen wasserlösliche Tattoo-Schaltkreise als medizinische Sensoren
Die moderne Technik macht auch vor der Medizin nicht Halt. Forscher sind derzeit damit beschäftigt, abwaschbare Schaltkreise für Menschen zu entwickeln, mit denen man beispielsweise Patienten überwachen kann.
Vermutlich sind die Zeiten bald vorbei, in denen man sich ein Fieberthermometer unter die Zunge schieben musste, um Rückmeldung über den Gesundheitszustand zu erhalten. Forscher entwickeln nämlich Schaltkreise, die wie ein Tattoo auf die Haut gedruckt werden können. Eine spezielle Schicht schützt die Sensoren vor alltäglichen Belastungen, auf Wunsch können die Schaltkreise wieder abgewaschen werden. Die Einsatzzwecke solcher modernen Schaltkreise in der Medizin sind mannigfaltig und man steht erst am Beginn der praktischen Umsetzung. So können beispielsweise neben der Temperatur-Messung auch chemische Zusammensetzungen der Ausscheidungen über die Haut analysiert und ausgelesen werden.
Erst unter dem Mikroskop sind die Leiterbahnen der Chips zu erkennen, diese sind rund 5 Mikrometer dick und lassen sich um bis zu 30 Prozent dehnen, bevor es zu Funktionsstörungen kommt. Damit wichtige Schaltkreise nicht ausversehen abgewaschen werden, kann man über die Schutzschicht "festlegen", unter welchen Bedingungen sich die neuen Sensoren entfernen lassen. Die Schaltkreise selbst bestehen wie gewohnt aus Silizium, allerdings fallen sie bei einer Dicke von 35 Nanometer nicht weiter ins Gewicht. Neben der äußeren Platzierung von solchen Sensoren sind zukünftig auch Implantate mit der gleichen Technologie möglich, um beispielsweise so Organ-Funktionen überwachen zu können.
Quelle: computerworld
