Heatpipes aus Graphen: Höhere Wärmeleitfähigkeit soll Kühlung revolutionieren

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Heatpipes aus Graphen: Höhere Wärmeleitfähigkeit soll Kühlung revolutionieren (1)
Quelle: Chalmers University of Technology, Schweden

Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass Graphen-basierte Heatpipes deutlich bessere Kühleigenschafen haben als solche aus Aluminium oder Kupfer. Entsprechende Kühllösungen sollen zum Beispiel Rechenzentren effizienter kühlen.

Heatpipes dürften jedem ein Begriff sein, der sich schon mal mit CPU- oder Grafikkartenkühlern auseinandergesetzt hat. Flüssigkeit, die in deren Innern verdampft, gibt die Hitze an die angebrachten Kühllamellen weiter. Wie bei einem Docht sorgen Kapillarkräfte dafür, dass die abgekühlte Flüssigkeit zurückfließt, um abermals die Hitze eines Chips aufzunehmen. Hitze kann so schnell und effizient auf eine große Kühlfläche verteilt werden. Allerdings sind dem Material, meist Kupfer oder Aluminium, auch Grenzen gesetzt. Forscher der Chalmers University of Technology in Schweden haben nun entdeckt, dass Graphen-basierte Heatpipes die Technik deutlich effizienter machen könnten. Wissenschaftler aus China und Italien waren ebenfalls beteiligt.

Auch leichter und korrosionsbeständiger

Die von den Forschern entwickelte Heatpipe weise einen spezifischen Wärmeübertragungskoeffizient auf, der etwa 3,5-mal so hoch ausfällt wie der einer Heatpipe aus Kupfer. Getestet wurden 6 Millimeter starke Wärmeleitrohre mit einer Länge von 150 Millimetern. Die Heatpipes habe man aus dünnen Graphen-Schichten mit hoher Wärmeleitfähigkeit gefertigt, wobei ein Geflecht aus Kohlenstofffasern die innere Oberfläche verstärkt.

Wie die Forscher berichten, sei eine Graphen-basierte Heatpipe auch leichter und dort zuverlässig, wo Korrosionsbeständigkeit eine Rolle spielt. Bedarf sieht man zum Beispiel in Rechenzentren, die als immer energieintensiver in Erscheinung treten und inzwischen mehr Emissionen als die Luftfahrt verursachen. Sinnvoll seien Graphen-Heatpipes aber auch bei der Elektronik von Automobilen, Laptops und sogar in der Raumfahrt.

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Spannend ist das Thema gewiss. Denn während die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer bei Raumtemperatur rund 400 W/mK beträgt, liegt die von Graphen im Bereich von 3.000 - 5.000 W/mK. Allerdings kostet Graphen Schätzungen nach etwa 100 Dollar pro Gramm, Kupfer aber nur 0,0079 Dollar. Umgekehrt ist Graphen wesentlich leichter als Kupfer. Ob sich der Einsatz rentiert, dürfte am Ende davon abhängen, wie viel reines Graphen-Material erforderlich sein wird.

Quelle: Phys.org

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von scorplord
        Also davon mal abgesehen das dort keine Energie erzeugt wird:
        Bessere Wärmeleitung = Weniger Wärmestau = niedrigere Temperaturen an der Hardware = geringerer elektrischer Widerstand = bessere elektrische Eigenschaften

        So in ganz grob
        Anzumerken wäre an dieser Stelle noch, dass eine deutlich bessere Wärmeleitung nur relativ zum Gewicht erzielt wurde. Was nicht wirklich überrascht, wenn man ein Schwermetall durch Carbonwerkstoffe ersetzt. Man kann somit aber nur die Kühlung von Rechenzentren verbessern, bei denen bislang das Gewicht der Racks limitierend war (nein, mir wäre so etwas auch nicht bekannt). Die Wärmeleitung pro Volumen scheint sich dagegen kaum zu verbessern; man kann also nicht innerhalb einer gegebenen Kühlergröße eine deutlich bessere Performance erreichen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von scorplord
        Also davon mal abgesehen das dort keine Energie erzeugt wird:
        Bessere Wärmeleitung = Weniger Wärmestau = niedrigere Temperaturen an der Hardware = geringerer elektrischer Widerstand = bessere elektrische Eigenschaften

        So in ganz grob
        Anzumerken wäre an dieser Stelle noch, dass eine deutlich bessere Wärmeleitung nur relativ zum Gewicht erzielt wurde. Was nicht wirklich überrascht, wenn man ein Schwermetall durch Carbonwerkstoffe ersetzt. Man kann somit aber nur die Kühlung von Rechenzentren verbessern, bei denen bislang das Gewicht der Racks limitierend war (nein, mir wäre so etwas auch nicht bekannt). Die Wärmeleitung pro Volumen scheint sich dagegen kaum zu verbessern; man kann also nicht innerhalb einer gegebenen Kühlergröße eine deutlich bessere Performance erreichen.
      • Von ZeXes Software-Overclocker(in)
        Graphen wartet ja nur auf seinen Durchbruch und ich dieser wird in diesen, spätestens am Anfang des nächsten Jahrzehnts geschehen.

        Mit der massenhaften und kommerziellen Nutzung von Graphen werden auch die Kosten dieses Rohstoffs mit der Zeit sehr stark abnehmen.

        Zumal die Einsatzmöglichkeiten von Graphen scheinbar grenzenlos ist. Auf jeden möglichen Feld der Wissenschaft wird mit Graphen geforscht.
      • Von humanaccount PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von scorplord
        Also davon mal abgesehen das dort keine Energie erzeugt wird:
        Bessere Wärmeleitung = Weniger Wärmestau = niedrigere Temperaturen an der Hardware = geringerer elektrischer Widerstand = bessere elektrische Eigenschaften

        So in ganz grob
        Danke dir, macht Sinn
        Sry ich habs falsch formuliert: Ich meinte die Energie die in Form von Abwärme abtransportiert werden muss. Habs korrigiert
      • Von scorplord Software-Overclocker(in)
        Zitat von humanaccount
        Ich versteh nicht ganz, wie dies Rechenzentren helfen soll um zB Energie zu sparen?

        Angenommen Teile auf einem Serverblade erzeugen 100 Einheiten Energie welche in Form von Wärme abgeführt werden muss. Mit den Graphen-Heatpipes kann mehr Energie/Zeiteinheit von A (zB Bauteil) nach B (zB Kühlrippen) transportiert werden. Den einzigen Vorteil den ich sehe, ist dass Luftkühler größer ausfallen können bevor auf eine Wasserkühlung gesetzt werden muss. Macht das soviel aus?
        Also davon mal abgesehen das dort keine Energie erzeugt wird:
        Bessere Wärmeleitung = Weniger Wärmestau = niedrigere Temperaturen an der Hardware = geringerer elektrischer Widerstand = bessere elektrische Eigenschaften

        So in ganz grob
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von RyzA
        Aber von komplexen Schaltungen ist man wohl noch weit entfernt.
        Nachdem, was ich weiß, hat man zwei Transistoren auf einem Wafer gefertigt.

        Damit ist man schon erheblich weiter, als viele Alternativen, aber von funktionierenden Schaltungen an sich ist man noch ein gutes Stück entfernt, geschweige denn von irgendetwas, das sich auch verkaufen läßt.

        Es wäre ein gigantischer Fortschritt, wenn sie in diesem Jahrzehnt etwas, mit der Komplexität eines Z80, hinbekämen.
      Direkt zum Diskussionsende
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