Weltraumwetter: Forschern gelingt die erste 3D-Analyse der Atmosphäre eines Exoplaneten

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Weltraumwetter: Forschern gelingt die erste 3D-Analyse der Atmosphäre eines Exoplaneten
Quelle: ESO

Forschern der Europäischen Südsternwarte ist es erstmals gelungen, die Atmosphäre eines Exoplaneten in mehreren Schichten zu untersuchen. Dabei wurden starke Wettereffekte entdeckt. Bis zur Analyse erdähnlicher Planeten dauert es aber noch.

Selbst die Wetterforschung auf der Erde ist aufgrund der vielen zusammenspielenden Faktoren eine Herausforderung - und die Analyse anderer Planeten ist in dieser Hinsicht noch wesentlich komplizierter. Der Europäischen Südsternwarte (ESO), die Weltraumteleskope in Chile betreibt, ist diesbezüglich nun aber ein Fortschritt gelungen. Erstmals konnte die Atmosphäre eines Exoplaneten - eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - in einzelnen Schichten untersucht werden. Konkret beobachteten die Forscher den 854 Lichtjahre entfernten Planeten WASP-121b, auch als Tylos bekannt.

Extremes Wetter - und bald mehr Details

WASP-121b hat dabei durchaus spannende Eigenschaften: Er umrundet seine Sonne in rund 30 Stunden - und dreht sich in derselben Zeit einmal um sich selbst. Dadurch ist eine Seite des Planeten immer der Sonne zugewandt, während die andere Seite ihr stets abgewandt ist. Das sorgt dafür, dass auf dem Gasriesen immer eine hohe Temperaturdifferenz herrscht, die starke Wettereffekte antreibt.

Ebendiese konnten mit dem von der ESO betriebenen Very Large Telescope in drei unterschiedlichen Höhen beobachtet werden. Dabei wurde unter anderem ein starker Jetstream entdeckt, der in großer Höhe und mit 72.000 km/h am Äquator entlang strömt. Darunter gibt es zudem offenbar einen weiteren, starken Wind, der kontinuierlich warmes Gas von der Sonnenseite zur Schattenseite transportiert. Das passiert mit einer für Erdverhältnisse noch immer regelrecht irrsinnigen Windgeschwindigkeit von 36.000 km/h.

Neben den Strömungen konnten die Forscher auch die enthaltenen Materialien untersuchen - beispielsweise wurde in einer unteren Schicht erstmals Titan entdeckt, das zuvor nicht auf dem Planeten sichtbar war. Mit der durchgeführten Analyse lassen sich also neue Erkenntnisse gewinnen, auch wenn die Möglichkeiten derzeit noch begrenzt sind.

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Denn für Planeten in erdähnlicher Größe ist das Very Large Telescope noch zu klein - die erzielte Auflösung reicht nicht für eine Auswertung. Schon bald soll dieses Problem aber der Vergangenheit angehören, denn die ESO baut in der Atacama-Wüste in Chile bereits ein deutlich größeres Weltraumteleskop namens Extremely Large Telescope. Ebendieses soll 2027 in Betrieb gehen und mit 39 Metern Durchmesser das weltweit größte optische Teleskop werden. Zum Vergleich: Das bislang genutzte Very Large Telescope kommt nur auf 8,2 m Durchmesser. Die mit dem neuen Aufbau erreichte Verbesserung dürfte dementsprechend drastisch ausfallen - und dann weitere, neue Erkenntnisse ermöglichen.

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Quelle: ESO via Spiegel

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von VoyagerOne Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich meinte auch nur die "Satellitenzüge", die zum Glück nicht so oft zu sehen sind. Ansonsten stimme ich dir zu, ich habe letztes Jahr keine einzige Aufnahme machen können, in der kein Satellit zu sehen war.

        Aber ich befürchte, dass wir keine großartige Regulierung sehen werden, ich kann mir eher vorstellen, dass die Abdunkelungstechnik ausgebaut wird, weil man den Nutzen gegen die optische Beeinträchtigung aufwerten wird.
      • Von VoyagerOne Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich meinte auch nur die "Satellitenzüge", die zum Glück nicht so oft zu sehen sind. Ansonsten stimme ich dir zu, ich habe letztes Jahr keine einzige Aufnahme machen können, in der kein Satellit zu sehen war.

        Aber ich befürchte, dass wir keine großartige Regulierung sehen werden, ich kann mir eher vorstellen, dass die Abdunkelungstechnik ausgebaut wird, weil man den Nutzen gegen die optische Beeinträchtigung aufwerten wird.
      • Von Gast1742598604
        Zitat von VoyagerOne
        Ich konnte mal eine Reihe Starlink Satellieten als sog. "Satellitenzüge" am Nachthimmel beobachten. Das beeinträchtigt den Blick auf den Nachthimmel natürlich stark. Obwohl solche Konstellationen auch nur relativ kurz nach dem Start zu beobachten sind. Hoffen wir mal, dass es in der Entwicklung der Abdunklungstechnik baldige Fortschritt gibt.

        Allerdings denke ich nicht, dass das ELT deshalb in Zukunft unbrauchbar wird. Mitten in der Nacht sind die meisten Satelliten bedingt durch die niedrige Umlaufbahn im Erdschatten. Damit wäre das Problem weitesgehend auf die frühen Morgen- und Abendstunden reduziert.
        Die Starlink Satelliten umrunden die Erde in rund 90-100 Minuten, bei einer Höhe von "nur" 550 KM. Wir sehen die regelmäßig und bei Langzeitbelichtung sieht man oft die verdächtigen Streifen in den Bildern. Das mag nicht jederzeit passieren aber meistens leider im relevanten Beobachtungszeitraum. Aktuell sind auch erst knapp 7.000 Starlink Sats im Orbit...rechne nochmal 35.000 Stück bis 2030 dazu plus 15.000 Leo Sats aus China, dann wird es langsam aber sicher kompliziert.

        Ich denke auch, dass das ELT selbst dann nicht seine Relevanz verlieren wird, jedoch hoffe ich auf eine lange überfällige Regulierung von Satelliten. Klar, Wunschdenken aber träumen darf man ja noch
      • Von VoyagerOne Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von C86
        Anstelle uns über die Größe zu streiten, sollten wir uns lieber fragen, ob das ELT überhaupt eine Zukunft hat.
        Trump hat die Atacama Desert bereits als großen Industriestandort im Auge und bis 2030 ist die Entsendung von bis zu 60.000 Satteliten geplant (bei aktuell knapp 10.000 aktiven Satteliten in diversen Orbits).
        Ich konnte mal eine Reihe Starlink Satellieten als sog. "Satellitenzüge" am Nachthimmel beobachten. Das beeinträchtigt den Blick auf den Nachthimmel natürlich stark. Obwohl solche Konstellationen auch nur relativ kurz nach dem Start zu beobachten sind. Hoffen wir mal, dass es in der Entwicklung der Abdunklungstechnik baldige Fortschritt gibt.

        Allerdings denke ich nicht, dass das ELT deshalb in Zukunft unbrauchbar wird. Mitten in der Nacht sind die meisten Satelliten bedingt durch die niedrige Umlaufbahn im Erdschatten. Damit wäre das Problem weitesgehend auf die frühen Morgen- und Abendstunden reduziert.
      • Von Gast1742598604
        Anstelle uns über die Größe zu streiten, sollten wir uns lieber fragen, ob das ELT überhaupt eine Zukunft hat.
        Trump hat die Atacama Desert bereits als großen Industriestandort im Auge und bis 2030 ist die Entsendung von bis zu 60.000 Satteliten geplant (bei aktuell knapp 10.000 aktiven Satteliten in diversen Orbits).
      • Von VoyagerOne Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von SilentHunter
        Ein massiver Spiegel mit 39m Durchmesser !!!!
        Das "massiv" hast du dir dazu gedichtet.
        Zitat von SilentHunter
        Man unterteilt ihn ihn kleinere Segmente die dann zusammen die insgesamt gewünschte Fläche haben werden.
        Entschuldige bitte, aber deine Aussage zeigt, das du nicht verstanden hast, was man einen Hauptspiegel nennt und jetzt versuchst, mich über deinen Fehler zu belehren.

        Ich habe nicht ohne Grund geschrieben "Hauptspiegel". Das der Hauptspiegel ab einem bestimmten Durchmesser segmentiert wird, ist logisch. Und der Hauptspiegel ist im Aufbau eines Teleskopes nunmal als eine Einheit zu verstehen, egal aus wie vielen Segmenten dieser besteht. Sonst müsste jeder segmentierte Spiegel einen eigenen Namen haben, was völlig unnötig wäre. Was du auch bewiesen hast, indem du den Hauptspiegel des James Webb Weltraumteleskopes, vergleichenden zum ELT, als "gewünschte Fläche" bezeichnet hast.

        Fazit: Im Vergleich zum VLT hat das ELT nunmal einen Hauptspiegel von 39 Metern Durchmesser. Während die Hauptspiegel des VLT jeweils einen Durchmesser von 8 Metern haben.
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