Größte Digitalkamera der Welt: Rekordteleskop im Rubin-Observatorium liefert erste Bilder
Das Vera C. Rubin Observatorium hat seine ersten Bilder veröffentlicht und dabei beeindruckende Werte aufgestellt: In nur zehn Stunden erfasste die größte Digitalkamera der Welt Millionen von Galaxien und über 2.000 Asteroiden.
Das Vera C. Rubin Observatorium hat am 23. Juni 2025 seine ersten wissenschaftlichen Aufnahmen der Öffentlichkeit präsentiert. Laut der offiziellen Mitteilung konnten mit der weltweit größten Digitalkamera, die eine Auflösung von 3.200 Megapixeln besitzt, in nur etwas über zehn Stunden Beobachtungszeit spektakuläre Aufnahmen entstehen.
Weltrekord-Kamera zeigt ihr Potenzial
Das Observatorium selbst befindet sich auf dem Cerro Pachón in Chile in über 2.600 Metern Höhe, wo trockene Luft und dunkler Himmel optimale Beobachtungsbedingungen bieten. Auch Forschende aus dem Zentrum für Astronomie in Heidelberg sowie aus dem Max-Planck-Institut für Astronomie sind an der Entwicklung beteiligt - genauer gesagt, an der Softwareentwicklung (via SWR).
Die genutzte LSST-Kamera (Legacy Survey of Space and Time) ist so groß wie ein Kleinwagen und wiegt 2.800 Kilogramm; das 8,4 Meter lange zugehörige Teleskop wiederum nutzt ein Drei-Spiegel-Design, das ein außergewöhnlich weites Sichtfeld bei kompakten Abmessungen ermöglicht.
Jedes einzelne Bild erfasst eine Himmelsfläche, die so groß wie 45 Vollmonde ist. Um ein komplettes Bild in voller Auflösung zu betrachten, wären 400 Ultra-HD-Fernseher nötig, wie die Forscher gegenüber der BBC News erklärten.
- Die ersten Aufnahmen konzentrierten sich auf das südliche Gebiet des Virgo-Galaxienhaufens und erfassten dabei Millionen von Galaxien, von denen viele zuvor noch nie beobachtet wurden.
- Gleichzeitig identifizierte das System bereits 2.104 bisher unbekannte Asteroiden in unserem Sonnensystem - alle bisherigen Teleskope der Welt kommen auf jährlich 20.000 Asteroiden. Unter den identifizierten Asteroiden befinden sich auch sieben erdnahe Objekte, die alle als ungefährlich eingestuft wurden.
Vera Rubin und die Dunkle Materie
Das Rubin-Observatorium wurde nach der Astronomin Vera Cooper Rubin benannt, die als erste Wissenschaftlerin überzeugende Beweise für die Existenz Dunkler Materie lieferte. Deren Erforschung zusammen mit Dunkler Energie, die zusammen 95 Prozent des Universums ausmachen, steht wiederum im Zentrum der zehnjährigen Mission des Observatoriums.
- Hierfür wird das Observatorium in den kommenden Jahren den südlichen Himmel mithilfe von tausend Aufnahmen pro Nacht systematisch kartografieren; somit kommt etwa alle drei bis vier Nächte eine vollständige Aufnahme heraus.
- Mit dieser kontinuierlichen Überwachung sollen Veränderungen im Universum in Echtzeit dokumentiert werden - von Supernovae über veränderliche Sterne hin zu neu entdeckten Himmelsobjekten.
Ein weiterer Nebenaspekt der Mission ist die planetare Verteidigung: Das Rubin-Observatorium wird zur effizientesten Maschine zur Entdeckung von Objekten im Sonnensystem, die jemals gebaut wurde. Mit der erwähnten Fähigkeit, jede Nacht etwa 1.000 Bilder aufzunehmen, kann das System potenziell gefährliche Asteroiden frühzeitig identifizieren.
Neue Dimensionen der Datenverarbeitung
Die Datenmengen, die das Observatorium produziert, sind beispiellos in der Astronomiegeschichte. Bereits im ersten Jahr wird mehr Datenmaterial gesammelt, als alle bisherigen optischen Teleskope zusammen in ihrer gesamten Geschichte erfasst haben. Jede Nacht entstehen etwa 20 Terabyte an Rohdaten, die in Echtzeit verarbeitet werden müssen.
Zusätzlich hierzu kommt eine 15 Petabyte schwere Datenbank. Das komplette Datenpaket dieser Mission soll über die zehn Jahre verteilt bei 500 Petabyte liegen. Wir überlassen Ihnen an dieser Stelle Ihre Wunschumrechnung, die Cambridge-Universität etwa nennt "eine halbe Million 4K-Filme". Alternativ reicht die Datenmenge für rund 4,76 Millionen Steam-Installationen von Grand Theft Auto 5 oder 20,8 Milliarden DOOM (1993)-Installationen.

Duck und wech.....
Duck und wech.....
PS: Bezogen auf die "normale", meist baryonische, Materie.