Supraleiter: Neues Material könnte Revolution bei Energie und Elektronik bringen

8
News Maximilian Hohm Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Forschung
Quelle: Pixabay

Forscher wollen ein neues Material entdeckt haben, das viel geringe thermische Anforderungen als konventionelle Supraleiter hat. Anstatt im Bereich von mehr als -200 °C genutzt zu werden, soll es unter hohem Druck bei Umgebungstemperatur einsetzbar sein. Lesen Sie daher im Folgenden mehr zu dem Lutetium-Hybrid und den Kontroversen um die Forschung.

Ein Supraleiter ist ein Material mit einem elektrischen Widerstand, der beim Unterschreiten der Sprungtemperatur gegen null geht bzw. in einen unmessbaren Bereich vorstößt. In diesem Quantenzustand tritt der Meißner-Ochsenfeld-Effekt auf, der vereinfacht gesagt das Materialinnere frei von elektrischen und magnetischen Feldern hält, indem auf der Materialoberfläche Abschirmströme eindringende Magnetfelder kompensieren. Die Einsatzzwecke für Supraleiter reichen von beinahe verlustfreiem Energietransport über die Erzeugung starker Magnetfelder bis hin zu hochgenauer Messtechnik oder magnetischen Energiespeichern.

Das Problem der Supraleiter dagegen ist, dass die Sprungtemperatur extrem niedrig sein muss, um die Supraleitung zu erreichen. Zur Kühlung für das Erreichen von deutlich unter -200 °C ist dabei flüssiges Helium nötig, was sie teuer und für viele Anwendungen sehr schwer verwendbar macht. Doch das soll sich nun geändert haben. Ein Team um Professor Ranga Dias soll ein neues Material entdeckt haben, das unter "Reddmatter" als Anspielung auf Star Trek firmiert und wesentlich bessere Voraussetzungen als Supraleiter haben soll.

Dafür haben die Wissenschaftler das Metall Lutetium unter Zugabe von Wasserstoff und Stickstoff bei hohen Temperaturen für mehrere Tage reagieren lassen. Daraus ist ein blauer Stoff entstanden, der dann unter hohem Druck komprimiert wurde. Dadurch wechselt er nicht nur die Farbe von Blau zu Rot, sondern wird außerdem zum Supraleiter. Um zu funktionieren, muss er auf 20,5 °C erhitzt und mit 10.000 bar Druck komprimiert werden. Diese Anforderungen mögen hoch erscheinen, sind es aber im Vergleich zu sonstigen Supraleitern nicht, sodass das Material viel Potenzial hat. Bisher gibt es aber viel Skepsis um die Forschungen. Nachdem Dias das Projekt über den "Nachweis von Supraleitung um die Umgebungstemperatur in einem N-dotierten Lutetiumhydrid" bereits veröffentlicht hatte, wurde das Paper zurückgezogen, da es viele Fragen aufgeworfen hatte und jetzt mit mehr Evidenz erneut veröffentlicht.

Die Entdeckung könnte zu Stromnetzen führen, die in der Lage sind, Energie nahtlos zu übertragen und bis zu 200 Millionen Megawattstunden einzusparen, die derzeit durch Widerstand verloren gehen. Es könnte auch zur Kernfusion beitragen, einem lang erwarteten Prozess, der unbegrenzte Energie erzeugen könnte. Andere Anwendungen umfassen Hochgeschwindigkeitszüge, schwebende Züge und neue Arten von medizinischen Geräten, wie die Forscher vorschlagen.

Quelle: Independent

8
    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Danizo PC-Selbstbauer(in)
        Junge, gibt es humorlose Zeitgenossen
      • Von Danizo PC-Selbstbauer(in)
        Junge, gibt es humorlose Zeitgenossen
      • Von VeriteGolem BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Danizo
        Die Frage ist doch, läuft mit dem Kram die Diablo 4 Beta stabiler und stützt nicht mehr in jedem Dungeon beim Endboss ab. Alles Andere kann warten...
        Es ist ne Beta. Ist dir klar oder?

        Der Artikel ist irrelevant. Lutetium kommt in Verbindungen nur in Malaysia und, Überraschung, China vor. Es löst also keine Probleme. Malaysia gehört den Amis.

        Also weiter mit der Suche. Gewinnung ist auch extrem aufwendig.
      • Von Danizo PC-Selbstbauer(in)
        Die Frage ist doch, läuft mit dem Kram die Diablo 4 Beta stabiler und stützt nicht mehr in jedem Dungeon beim Endboss ab. Alles Andere kann warten...
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von alkaAdeluxx
        Ölkonzerne und Stromlieferanten hassen diesen Tick, kann mir schon gut vorstellen das die das Patent kaufen und alles dafür tun würden es für immer und ewig in der Schublade zu verstecken, solange man die Bevölkerung melken kann
        Patente müssen genutzt werden, sonst verfallen sie ziemlich schnell. Ohne Produkt oder Forschungsperspektive kein Patent.

        Trotzdem behindert natürlich jede Industrie vermeintliche Konkurrenten wo auch immer sie kann.
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        tya liegt auch daran das man als Bürger leider nur sehr wenig Optionen hat.Alles außerhalb des Stromkonzerns und so ist auch sehr kostspielig.Darum werden wir ja auch immer Abhängiger.DIe Staaten wollen das ebenso wenig also gibt es auch keine Rabatte oder Förderung .Also durch das ganze driften wir immer weiter nach unten.Fortschritt ist zwar möglich wird aber leider mit Füßen getreten.Also beutet der Mensch wie er gerne will die Natur und sich selbst aus wie er gerne will.Sie schalten und walten wie es denen beliebt.

        Naja ich werde wohl den richtigen Fortschritt nicht mehr mit erleben,aber vielleicht ja meine Nachfahren.Wobei ne glaube nicht das sich was in den nächsten 60 Jahren so was Verändern wird.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk