Datenübertragung per Vogel: Star lernt, PNG-Datei als Gesang zu reproduzieren
Ein Musik- und Wissenschaftsenthusiast hat demonstriert, dass Singvögel digitale Daten speichern und abrufen können, indem er einem jungen Star beibrachte, eine Bilddatei als Tonfolge zu reproduzieren - mit theoretischen Übertragungsraten von bis zu 2 MB/s.
Benn Jordan, ein Musik- und Wissenschaftsenthusiast, führte ein interessantes Experiment durch, bei dem er eine PNG-Skizze eines Vogels in eine Audiowellenform umwandelte. Mithilfe eines spektralen Synthesizers konvertierte er die Bildform in eine hörbare Tonfolge, die er anschließend einem jungen Star vorspielte.
Erfolgreiche Datenrückgewinnung
Das Ergebnis zeigte sich allerdings erst bei der späteren Analyse der Aufnahmen. Jordan verbrachte die Aufnahmesitzung damit, dem Star die Tonfolge vorzuspielen, ohne zunächst zu bemerken, dass er sein Ziel bereits erreicht hatte. Erst zu Hause, beim Durchsuchen von "vielen Gigabytes an Audiomaterial", entdeckte er eine kleine Wellenform, die seine Aufmerksamkeit erregte.
Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um das Vogelbild handelte - allerdings zu einem viel späteren Zeitpunkt der Aufnahmesitzung reproduziert, als Jordan die Spektrogramm-Probe von seinem Smartphone abgespielt hatte. Dies konnte nur bedeuten, dass der Vogel selbst das gespeicherte Bild als Tonfolge wiedergegeben hatte.
Quelle: Benn Jordan via YouTube
Oben das originale Bild, unten die Reproduktion des Singvogels.
Der buchstäbliche Star des Experiments hatte übrigens eine besondere Geschichte: Als Küken hatte er das Nest früh verlassen und wurde als Baby am Straßenrand gefunden. Diese Trennung von seinen Artgenossen wurde vermutlich durch den Stress verursacht, der durch die Nähe seines Heims zu einer stark befahrenen Bahnstrecke entstanden war.
Durch die folgende menschliche Aufzucht zeigte sich dieser Star besonders empfänglich für die Reproduktion "fremder" Audiowellenformen wie Kameraverschlüsse - entsprechend war der Vogel wie prädestiniert für dieses Experiment.
Theoretische Datenübertragungsraten von 2 MB/s
Die technische Auswertung des Experiments lieferte zudem interessante Zahlen. Jordan berechnete, dass der Star erfolgreich etwa 176 Kilobyte unkomprimierter Informationen gelernt und nachgeahmt hatte, und zwar im exakt gleichen Frequenzbereich, in dem er sie gehört hatte.
Unter hypothetischen Bedingungen, bei denen ein hörbares Dateiübertragungsprotokoll mit einem Kompressionsverhältnis von 10:1 verwendet würde, würde dies theoretische Übertragungsraten von fast 2 Megabyte pro Sekunde ermöglichen. Jordan betont allerdings, dass diese Berechnung mit zahlreichen Einschränkungen verbunden ist.


Brauchst keinen Zettel dranhängen. Musst einfach nur deinen Brief in Audiowellen konvertieren
Da kann man ner Taube auch ne SD-Karte ans Bein binden und hat ein Vielfaches an Speicherkapazität.
Ich finds ne tolle Sache. Ein Bild in Töne umzuwandeln und dann aufzuzeigen, dass ein Tier, welches mit Technik nichts am Hut hat, dieses Bild widergeben kann, ist schon krass. Wird man niemals brauchen. Aber das sowas geht ist genial.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Ich würde aber Übersprechen zwischen den Speichereinheiten befürchten.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Ich würde aber Übersprechen zwischen den Speichereinheiten befürchten.