Oortsche Wolke: Nicht kugelförmig, sondern eine Spirale? [Forschung]
Die Existenz der Oortschen Wolke ist noch immer nicht vollständig nachgewiesen, gilt aber als äußerst wahrscheinlich. Eine neue Forschung gibt nun Aufschlüsse über die Struktur der Kometenansammlung, die anders als bisher gedacht sein soll.
Die Oortsche Wolke, eine hypothetische Ansammlung von eisigen Objekten am Rand unseres Sonnensystems, könnte laut einer noch vor dem Peer-Review stehenden Studie eine spiralförmige Struktur aufweisen. Diese Entdeckung wurde durch Simulationen mit einem der weltweit leistungsstärksten Supercomputer gemacht, wie Forscher des Southwest Forschungsinstituts und des Naturkundemuseums American Museum of National History erklären.
Bei der Oortschen Wolke handelt es sich um eine theoretische, bislang als kugelförmig verstandene Hülle aus Milliarden von Kometen und anderen eisigen Objekten, die das Sonnensystem umgeben. Sie befindet sich in einer Entfernung von etwa 2.000 bis 100.000 astronomischen Einheiten (1 AE = der mittlere Abstand zwischen Erde und Sonne) von der Sonne - weit jenseits der Umlaufbahnen von Pluto und den anderen bekannten Planeten. Astronomen vermuten, dass diese Region als Reservoir für langperiodische Kometen dient, die gelegentlich ins innere Sonnensystem wandern. Da die Oortsche Wolke bisher nicht direkt beobachtet werden konnte, basiert unser Wissen über sie hauptsächlich auf theoretischen Modellen und indirekten Hinweisen, wie etwa der Herkunft von Kometen. Grundsätzlich gilt die Existenz der Oortschen Wolke aber als nahezu gesichert.
In der neuen Studie hat der NASA-Supercomputer "Pleaides" komplexe Simulationen durchgeführt, um die Dynamik und Verteilung der Objekte in der Oortschen Wolke besser zu verstehen. Hierfür wurden unter anderem Gravitationseinflüsse innerhalb des Sonnensystems sowie externe Kräfte berücksichtigt. Pleiades selbst besteht aus 152 Server-Racks, die ihrerseits auf 228.572 CPU-Kerne sowie 921 TiB Speicher zurückgreifen und so eine Rechenleistung von bis zu 7,09 PetaFLOPS erreichen können.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der innere Teil der Oortschen Wolke nicht gleichmäßig kugelförmig ist, wie bisher angenommen, sondern möglicherweise eine spiralförmige Struktur aufweist. Diese Form könnte durch gravitative Wechselwirkungen mit anderen Sternen entstanden sein. Die Wechselwirkungen unseres eigenen Sonnensystems sollen hingegen nur geringfügig Einfluss nehmen. Die Simulationen zeigen auch, dass diese spiralförmige Struktur dynamisch ist und sich im Laufe der Zeit verändert. Solche Erkenntnisse könnten erklären, warum manche Kometenbahnen ungewöhnliche Muster aufweisen oder warum bestimmte Regionen der Oortschen Wolke dichter besiedelt sind als andere.

Und ist auch logisch, das die "Wolke" keine Kugel ist, jedenfalls nicht nachdem unser Sonnensystem 4,5 Milliarden Jahre um die Galaxie gewandert ist und dabei unzählige Male anderen Sternen sehr nahe gekommen ist, die die "Wolke" gravimetrisch beeinflusst hat.
Es wird sogar angenommen, dass wir dabei "Material" in Form von Asterioden und Kometen mit anderen Sonnensystemen ausgetauscht haben.
Wenn also Asterioden oder Kometen aus der "Wolke" ins Sonnensystem eintreten, könnten sie sogar von weit weit her stammen.
welches Teleskop steht dir denn zur Verfügung ?