Nie mehr beschlagene Brillengläser: Züricher Forscher schaffen Abhilfe mit Goldschicht

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Wissenschaftler aus der Schweiz haben eine dünne Gold-Nanobeschichtung für transparente Oberflächen entwickelt, die Brillengläser von Beschlag bewahrt.
Quelle: Dimitrisvetsikas1969/Pixabay

Wissenschaftler an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben eine dünne Gold-Nanobeschichtung für transparente Oberflächen entwickelt. Diese wandelt Sonnenlicht in Wärme um, sodass etwa Brillengläser bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht mehr beschlagen. Die Erfindung könnte auch für Autoscheiben und andere transparente Oberflächen Schule machen.

Brillenträger kennen das Problem: Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann es passieren, dass Wasser auf den Brillengläsern kondensiert, was darin resultiert, dass man noch weniger sieht als ohne Brille. Diesem unschönen Phänomen haben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) nun den Kampf angesagt, und eine sehr dünne Gold-Nanobeschichtung entwickelt, die nur mithilfe der Sonneneinstrahlung dafür sorgt, dass transparente Oberflächen, wie die von Brillengläsern, aufgeheizt werden und somit nicht mehr beschlagen können.

So klappt es mit Brillengläsern, die nicht mehr beschlagen

Das Forscherteam unter der Leitung der ETH-Professoren Dimos Poulikakos und Thomas Schutzius erklärt, dass es sich bei ihrer Erfindung um eine einfache Beschichtungsmethode handelt, die man so bereits in der Industrie vorfindet. Unterdessen hat die ETHZ ein Patent für die Erfindung angemeldet.

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Die Funktionsweise ist dabei denkbar einfach: Infrarotstrahlung aus dem Sonnenlicht wird von der Gold-Nanoschicht zum großen Teil absorbiert, während das sichtbare Licht hindurchgelassen wird. Somit heize sich die Beschichtung um bis zu 8 Grad Celsius auf, wie der ETH-Doktorand Iwan Hächler erklärt. Genauso sollen auch beheizbare Heckscheiben von Fahrzeugen funktionieren. Allerdings sei das Beheizen mit Strom ineffizient, weshalb man sich kostengünstig an der Energie vom Sonnenlicht bedient.

Gold hingegen ist zwar ebenso kostenintensiv, jedoch nicht in den Mengen, die für die Beschichtung benötigt werden. In Form von kleinen Clustern befindet sich das Gold zwischen zwei Schichten aus Titandioxid. Dieses Material soll elektrisch isolierend wirken und der Wärmegewinnung zuträglich sein, da es gute Lichtbrechungseigenschaften besitze. Zudem soll das Titandioxid auch dem Schutz der Goldschicht vor Abrieb dienen.

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Wie bereits erwähnt, ist diese Goldschicht extrem dünn und soll daher nur eine Dicke von zehn Nanometern aufweisen. Damit wäre sie etwa zwölfmal dünner als Blattgold. Des Weiteren heißt es in der Erklärung zur Erfindung der ETH-Forscher, dass durch das leichte Berühren der Goldcluster untereinander eine elektrische Leitfähigkeit gegeben ist, sodass der Heizvorgang alternativ auch mit Strom bewerkstelligt werden kann,

Die Entwicklung ist damit aber noch lange nicht beendet, denn das Team an der ETHZ möchte weiterforschen, ob sich auch andere Materialen neben Gold ebenso gut für die Beschichtung eignen. Nicht nur Brillen sollen von der "Wunderschicht" profitieren, sondern auch Autoscheiben und andere transparente Flächen wie Spiegel oder optische Sensoren.

Letztlich hat die Erfindung aus Zürich noch einen netten Nebeneffekt, der sich auch im Sommer bemerkbar macht. "Die Scheibenbeschichtung absorbiert Infrarotstrahlen der Sonne, wodurch spezifisch die Scheibe geheizt wird und die Strahlung nicht mehr ins Innere des Autos oder des Gebäudes gelangt. Dadurch heizt sich das Innere sogar weniger auf, als es ohne Beschichtung der Fall wäre", sagt Iwan Hächler.

Quelle: ETH Zürich

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Simonsworld Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ein interessanter Ansatz. Immer dann wenn bei mir die Brillengläser/das Auto beschlagen sind, fehlt leider das Sonnenlicht.
        Bei FFP2 Masken kann ich die mit einem eisernen Bügel empfehlen. Die kann man in der Regel oben so formen, dass sie recht dicht sind und dann wenig Luft nach oben entweicht.
      • Von Simonsworld Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ein interessanter Ansatz. Immer dann wenn bei mir die Brillengläser/das Auto beschlagen sind, fehlt leider das Sonnenlicht.
        Bei FFP2 Masken kann ich die mit einem eisernen Bügel empfehlen. Die kann man in der Regel oben so formen, dass sie recht dicht sind und dann wenig Luft nach oben entweicht.
      • Von Zanza Software-Overclocker(in)
        Ja beim nächsten Corona Ausbruch auf Markt bringen. Maske Tragen + Brillenträger ist halt so eine Sache. Vor allem, wem man die Maske über die Nase und nicht unter trägt.
      • Von MADman_One Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Aber in letzter Zeit habe ich immer häufiger den Eindruck, dass kleinste Fortschritte in bis auf weiteres nutzlosen Bereichen als weltbewegende Innovation gehuldigt werden und das nicht mehr nur von Technik-Unterhaltungsmedien wie z.B. P.M., sondern auch von den Forschungseinrichtungen selbst, so wie in diesem Fall hier.
        Ja, das ist zugegebenermaßen ein Problem das auch ich sehe. Dennoch erlebe ich auch leider oft, daß Menschen mit ihrem normalen Alltagsverständnis sich anmaßen, Wirkzusammenhänge in ihrer gesamten Komplexität in Sekunden bis ins Kleinste zu durchschauen und dann auch gleich abzuurteilen und damit einen Haufen Arbeit und Forschung abzuwerten und Forscher gleichzeitg als Idioten hinzustellen. Das empfinde ich als respektlos und ich halte die allermeisten für nicht qualifiziert, derartige Aussagen fundiert zu treffen. Darauf wollte ich mit meinem zugegebermaßen sehr sarkastischen Kommentar aufmerksam machen. Ich habe selber oft erlebt, daß Dinge im Endeffekt anders funktioniert haben als ich das eigentlich erwartet hatte und das es oft auf kleine Details ankommt, die Dinge völlig anders ablaufen lassen als gedacht. Daher finde ich vorschnelle Urteile da einfach unfair.

        Aber das hier auch von Forschungsseite oft Erkenntisse vorschnell in die breite Masse getragen werden, davon halte ich auch nicht viel, weil dann eben genau solche Dinge wie ich sie kritisiere passieren oder falsche Hoffnungen geweckt werden. Das mit der Kernfusion ist ein sehr gutes Beispiel, auch ich bin an vielen Stellen noch skeptisch, denn auch wenn wir Deuterium in Massen haben bzw. recht leicht herstellen können, bei Tritium sieht es bedeutend schwieriger aus und genau das wird für diese Fusionstechnik benötigt. Da wird man spezielle Kernreaktoren nur für die Herstellung laufen lassen müssen und ob das in Menge möglich bzw. gewünscht ist ist auch noch nicht klar usw.
        Von daher wäre mir auch sehr recht, man rennt nicht gleich mit der ersten guten Nachricht vor die Tür, nicht umsonst gibt es eigentlich ausgefeilte Reviewprozesse in der Wissenschaft die sicherstellen sollen, das bahnbrechende Erkenntnisse eben auch genau das sind, bahnbrechend, und keine Eintagsfliegen die schnell Ernüchterung hinterlassen.
      • Von Mydgard Freizeitschrauber(in)
        Klingt prinzipiell toll für mich als Brillenträger, allerdings: Funktioniert das dann nur am Tag wenn die Sonne scheint? Ich habe auch Nachts beschlagene Brillen oder bei Regen ...
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von MADman_One
        Wozu brauchen wir eigentlich noch Wissenschaftler und wozu diese ganze Rumforscherei, zu jedem Thema gibt es doch immer einen oder mehrere User in diversen Foren die ja eh schon immer vorher gewußt haben daß alles Unfug ist und so ja gar nicht funktionieren kann, daß diese ganzen Doktoren und Professoren ja eh keinen Plan von dem haben was sie da tun und das man darauf ja gleich kommen kann wenn 0815 User nur einfach mal 3 Sekunden nachdenkt.
        Warum verteilen wir die Nobelpreise nicht einfach gleich an all die Foren-Schlaufüchse, bestimmt hat einer hier in seinem Keller schon die Kernfusion ausgetüftelt, Krebs besiegt und den Warp Antrieb fertig.
        Ich habe nichts gegen Grundlagenforschung. Ich würde gerne welche machen, würde sie mir wer bezahlen, anstatt mich mit nicht eintreffenden Testmuster kurz vor Abgabeterminen rumzuärgern.

        Aber in letzter Zeit habe ich immer häufiger den Eindruck, dass kleinste Fortschritte in bis auf weiteres nutzlosen Bereichen als weltbewegende Innovation gehuldigt werden und das nicht mehr nur von Technik-Unterhaltungsmedien wie z.B. P.M., sondern auch von den Forschungseinrichtungen selbst, so wie in diesem Fall hier. Eine in meinen Augen bedenkliche Vorstellung, denn nicht jeder Laie durchschaut dies und wendet sich dann enttäuscht von der Wissenschaft allgemein ab, wenn daraus abgeleitete Aussagen sich als falsch herausstellen.

        Gestern musste ich zum Beispiel in den Nachrichten mit anhören, wie unsere Wissenschaftsministerin die ersten Fusionskraftwerke für ein 10 Jahren (!) ankündigte, nachdem es US-Forschern gelungen ist, 400 MJ Strom für Laser in 3 MJ Energie Wärme aus D-T-Fusion zu verwandeln. In einer Anlage, die schon vom Grundkonzept er als ungeeignete für kontinierliche Energieproduktion gilt. Mal ganz ehrlich: Wenn das als "wissenschaftlicher Erfolg" so groß verbreitet wird, muss sich dann wundern, wenn sich die Leute z.B. bei der nächsten "wissenschaftlichen Warnung" vor einer Pandemie lachend umdrehen und erstmal Fasching feiern?
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