Mond-Erforschung: Atomuhren ticken zu schnell - neuer Standard in Arbeit
Der Mond soll einen eigenen Zeitstandard erhalten, da zur Erdzeit eine kleine, aber relevante Abweichung herrscht. Ein "hochpräzises Netz an Uhren" soll genaue Messungen liefern.
Die Atomuhren auf dem Mond ticken etwas schneller als auf der Erde: Alle 24 Erdstunden gewinnen diese etwa 56 Mikrosekunden hinzu. Diese Diskrepanz stellt für die Erforschung des Trabanten ein potenzielles Problem dar, schließlich ist Präzision ein wichtiges Element für Weltraumexpeditionen - unter anderem für die Navigation auf der Oberfläche oder die Netzwerkkommunikation. Nachdem die US-Regierung die Raumfahrtbehörde NASA im vergangenen April angewiesen hatte, einen einheitlichen Zeitstandard für Himmelskörper außerhalb der Erde festzulegen, scheint nun Bewegung in die Lösungssuche zu kommen.
Das NIST ("National Institute of Standards and Technology") hat nun eine "Blaupause für eine Mondzeit" vorgestellt, die es richten soll. Diese soll als einzige, synchronisierte Zeitzone für den Mond fungieren, die an die geringere Gravitationskraft des Mondes (1,62 m/s² gegenüber 9,81 m/s² auf der Erde) angepasst ist; dieser Unterschied ist bisher auch für die Diskrepanz in der Zeitmessung verantwortlich.
Mit der Blaupause soll laut dem NIST ein "hochpräzisen Netz an Uhren" an bestimmten Orten auf der Mondoberfläche sowie der Umlaufbahn platziert werden. Damit arbeite das Netzwerk analog zu einem GPS-Navigationssystem und könne die erhofften präzisen Messungen für Landungsversuche oder zur allgemeinen Erkundung des Mondes liefern. NIST-Physiker Bijunath Patla gibt hierfür als Ziel aus, dass "Raumfahrzeuge bis auf wenige Meter an ihren Zielort herankommen" können.
Allgemein ist diese "lunare Zeitzone" ein Teil der Bemühungen rund um das ins Leben gerufene Artemis-Programm, in dem die NASA auf eine dauerhafte Besiedlung des Mondes abzielt. Zudem soll die Entwicklung eines solchen Zeitstandards auch über diesen Zeitraum hinaus behilflich sein: Genannt wird etwa die weitere Erforschung des Mars, auf dem derzeit der Curiosity-Rover umherfährt und kürzlich einen unerwarteten Fund machte.
Die Menschheit dauerhaft auf dem Mond - was halten Sie von diesem Plan? Über die Kommentarfunktion können Sie uns Ihre Meinung mitteilen. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine kostenlose Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln.

Wenn meine Uhr 17 Minuten falsch eingestellt ist und ich das umrechnen kann, komme ich ja auch nicht zu spät.
Bist du Physiker [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] ?
Denn was Vielen nicht bewusst ist: Gerade weil wir Zeit so unglaublich gut messen können, sind eine ganze Menge andere Messgrößen letztlich Zeitmessungen. Das gängige Beispiel ist die Distanz, die über die Zeit und die Lichtgeschwindigkeit vermessen wird (dank günstiger Laserrangefinder mittlerweile selbst beim Hobbybau).
Ein weniger bekanntes Beispiel ist z.B. die elektrische Spannung. In den meisten Voltmetern wird die nämlich nicht "direkt", sondern über die Zeit, die es braucht einen Kondensator umzuladen gemessen. Umgekehrt sind Präzisionsspannungsquellen in der Regel keine Linearschaltungen, sondern PWM-basiert mit entwprechender Glättung dahinter. Denn SchaltZEITEN hat man im Mikrovoltbereich besser im Griff als Widerstände.
schließlich ist Präzision ein wichtiges Element für Weltraumexpeditionen - unter anderem für die Navigation auf der Oberfläche
Wenn meine Uhr 17 Minuten falsch eingestellt ist und ich das umrechnen kann, komme ich ja auch nicht zu spät.
Nunja, so lange Ryanair keine Mondflüge anbietet, ist mir das eh zu teuer.