Darf ein Start-up den Mond als Bestattungsort nutzen? Gescheiterte Mission entfacht Diskussion
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Die gescheiterte Peregrine-Mondmission, bei der ein Start-up die Asche von 70 Personen auf den Mond bringen wollte, löst Diskussionen über die Nutzung des Mondes aus. Dabei geht es nicht nur um rechtliche, sondern auch moralische Fragen.
Anfang des Jahres startete das kommerzielle Raumfahrtunternehmen Astrobotic die Mondmission "Peregrine". Im Zuge dieser Mission wollten die beiden Weltraumbestatter Celestis und Elysium Space die Asche von 70 Menschen und einem Hund zum Mond bringen und auf dem Himmelskörper zu hinterlassen. Darunter befanden sich auch die Überreste prominenter Schauspieler, etwa die der Star-Trek-Schauspieler James Doohan (Scotty) und Nichelle Nichols (Lieutenant Uhura).
Nach gescheiterter Mondlandung: Asche von Star-Trek-Legenden verglüht beim Wiedereintritt in die ErdatmosphäreDas Vorhaben stieß insbesondere beim Volk der Navajo auf Kritik, da in dieser und weiteren Kulturen der Mond als heilig gilt. Angesichts dessen entfachte in den vergangenen Monaten seit der fehlgeschlagenen Peregrine-Mission eine Diskussion, ob der Erdtrabant überhaupt als Bestattungsort genutzt werden darf. Das zuständige Start-up Celestis sieht das logischerweise als wenig problematisch an, verlangt man doch rund 12.000 Euro für eine solche Weltraumbestattung. Wie Celestis-CEO Charles Chafer kurz vor dem Start der Mondmission gegenüber der NPR erklärte, respektiere man "ehrlich gesagt zwar jedermanns Überzeugungen, aber wir halten die Bedenken [der Navajo] nicht für zwingend".
Dem gegenüber steht der US-Wissenschaftsautor Christopher Cokinos, der sich in einem Beitrag auf dem Portal Spacenews zur Thematik äußert. So verbiete der Weltraumvertrag nicht explizit, dass auf dem Himmelskörper Bestattungen durchgeführt werden können. Allerdings sei spätestens seit der Entdeckung von Wassereis auf dem Mond ein Gespräch über den Umgang mit dem Trabanten zu führen, der grundsätzlich "allen Erdenbürgern gehöre"; entsprechend können Dienstleister wie Celestis sich nicht darauf berufen, die Überführung einer Leiche als Privatangelegenheit zu sehen.
Auch kritisiert Cokinos die Aussagen des Celestis-CEOs: "Eine ablehnende Haltung gegenüber den Bedenken einer Kultur - oder einer Nation - ist kein gutes Zeichen für eine sorgfältige und rücksichtsvolle Präsenz auf dem Mond"; immerhin müssen aus der Bestattungsaktion folgend auch weitere Fragen zur Nutzung des Mondes gestellt werden. Insbesondere fehlen Cokinos zufolge Grenzen, die diese Nutzung sowohl aus rechtlicher als auch moralischer Sicht definieren. Beispielhaft wird die Nutzung der Mondoberfläche als digitale Werbetafel genannt, denn zum jetzigen Stand gebe es niemanden, der Unternehmen daran hindern könnte.
