Antarktis erreicht minus 84,1 Grad Celsius: Kältester Messwert seit 2012
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An der Forschungsstation Concordia wurden am 18. Juli minus 84,1 Grad Celsius gemeldet. Es wäre die niedrigste Lufttemperatur auf der Erde seit 2012 - ein historischer Weltrekord ist der Wert jedoch nicht.
Während Teile Europas und Nordamerikas mit hohen Sommertemperaturen kämpfen, wurde am anderen Ende der Erde ein außergewöhnlicher Kältewert gemeldet. An der Forschungsstation Concordia in der Antarktis soll die Temperatur am 18. Juli 2026 auf minus 84,1 Grad Celsius gefallen sein. Nach Angaben des Wetterdienstes Ventusky handelt es sich um die niedrigste auf der Erde gemessene Lufttemperatur seit 2012. Eine offizielle Bestätigung durch die Weltorganisation für Meteorologie steht bislang allerdings aus.
Ein neuer absoluter Kälterekord ist der Wert ohnehin nicht. Den von der WMO anerkannten Weltrekord hält weiterhin die russische Wostok-Station: Dort wurden am 21. Juli 1983 minus 89,2 Grad Celsius registriert. Die aktuelle Messung an der Concordia-Station liegt damit mehr als fünf Grad Celsius über der historischen Bestmarke.
Warum es an der Concordia-Station so kalt wird
Die französisch-italienische Forschungsstation befindet sich am Dome C im Inneren des antarktischen Kontinents, mehr als 3.200 Meter über dem Meeresspiegel. Die große Höhe, die extrem trockene Luft und die monatelange Polarnacht schaffen ideale Bedingungen dafür, dass der Boden und die darüberliegende Luft immer weiter auskühlen. Wärmespeichernder Wasserdampf ist dort nur in sehr geringen Mengen vorhanden.
Temperaturen unter minus 80 Grad Celsius sind an diesem Standort deshalb zwar außergewöhnlich, aber nicht beispiellos. Als bisheriges Stationsminimum werden rund minus 84,6 Grad Celsius genannt, die im August 2010 erreicht wurden. Der aktuelle Wert würde nur etwa ein halbes Grad Celsius darüber liegen.
Die Messung darf zudem nicht mit den noch niedrigeren Temperaturen verwechselt werden, die Satelliten über dem ostantarktischen Hochplateau entdeckt haben. Dort wurden an der Eisoberfläche örtlich Werte von rund minus 98 Grad Celsius ermittelt. Oberflächentemperaturen aus Satellitendaten und standardisierte Lufttemperaturen von Wetterstationen sind jedoch nicht direkt vergleichbar. Für offizielle Wetterrekorde werden normalerweise Messungen der Luft in festgelegter Höhe über dem Boden herangezogen.
Extremes Wetter widerspricht der Erderwärmung nicht
Ein einzelner extrem kalter Tag erlaubt zudem keine Aussage über die langfristige Entwicklung des globalen Klimas. Auch in einer sich erwärmenden Welt bleiben lokale und regionale Kälterekorde möglich - insbesondere während des antarktischen Winters. Aussagekräftig sind langfristige Temperaturreihen und großräumige Mittelwerte, nicht eine einzelne Station an einem einzelnen Tag.
Sollte der Wert von minus 84,1 Grad Celsius durch die zuständigen Forschungs- oder Wetterorganisationen bestätigt werden, wäre er dennoch bemerkenswert: nicht als neuer Weltrekord, sondern als niedrigste gemeldete Lufttemperatur seit mehr als einem Jahrzehnt. Da der antarktische Winter noch andauert und die tiefsten Temperaturen häufig erst im August auftreten, sind in den kommenden Wochen weitere extreme Messwerte möglich.
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Quelle: Deseret News, World Meteorological Organization, Wikipedia
