ESA: Raumsonde mit Windows 98 erhält nach 20 Jahren Software-Update
Die Raumsonde Mars Express der ESA ist vor knapp 19 Jahren auf ihre Reise zum Roten Planeten aufgebrochen. Der Orbiter hat unter anderem eine große Rolle bei der Entdeckung von Anzeichen für flüssiges Wasser auf dem Mars gespielt. Nun erhält ein Instrument der Sonde ein wichtiges Software-Update, nicht zuletzt, weil ihr Programm noch auf Windows 98 basiert.
In einem neuen Blogbeitrag hat die Europäische Weltraumorganisation ESA darüber berichtet, dass die Raumsonde Mars Express nun ein neues Software-Update erhalten soll. Dies ist eigentlich nichts Neues, wenn der Orbiter Mars Express nicht schon seit knapp 19 Jahren im All wäre und sein wichtiges MARSIS-Instrument noch auf Windows 98 basieren würde. Das MARSIS-Instrument (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionospheric Sounding) war entscheidend für die Entdeckung von Anzeichen für flüssiges Wasser auf dem Mars.
Update verbessert Untersuchungen auf dem Mars
MARSIS wird vom italienischen Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) betrieben. Mit seiner 40 Meter langen Antenne sendet MARSIS niederfrequente Radiowellen auf den Planeten. Die reflektierten Signale nutzen die Wissenschaftler, um die Struktur unter der Oberfläche des Roten Planeten bis in eine Tiefe von einigen Kilometern zu kartieren. Dadurch können verschiedene Eigenschaften wie die Dicke und Zusammensetzung der Polkappen und die Eigenschaften der vulkanischen und sedimentären Gesteinsschichten untersucht werden.
"Nach jahrzehntelanger erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit und einem guten Verständnis des Mars wollten wir die Leistung des Instruments über einige der zu Beginn der Mission geforderten Einschränkungen hinaus steigern", so Andrea Cicchetti, Betriebsleiter von MARSIS beim INAF. "Wir sahen uns mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, um die Leistung von MARSIS zu verbessern", so Carlo Nenna, MARSIS On-Board-Software-Ingenieur bei Enginium, der das Upgrade implementierte. "Nicht zuletzt, weil die MARSIS-Software ursprünglich vor über 20 Jahren mit einer Entwicklungsumgebung auf der Basis von Microsoft Windows 98 entwickelt wurde!"
Für die Untersuchung des Mars und seinem Mond Phobos war das Team bisher auf eine komplexe Technik angewiesen, deren Daten den Bordspeicher des Instruments sehr schnell füllten. Da das neue Software-Update einige alte Daten verwirft, kann das Instrument nun fünfmal so lange eingeschaltet bleiben wie bisher und mit jedem Durchgang ein größeres Gebiet erkunden. Wie die Wissenschaftler angeben, sei es, als hätten sie fast 20 Jahre nach dem Start ein brandneues Instrument an Bord des Mars Express.

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Möglicherweise patchens den Kopierschutz raus.
Denn Windows im Weltraum, naja wie soll mans sagen, klingt irgendwie nach ... Drohung, Weltuntergangs Glücksspiel oder zumindest nach erschreckender Fahrlässigkeit.
Aber toll das noch so lange Sonden aktiv gehalten werden wollen, manche Sonden werden, aufgegeben, deaktiviert oder sogar zerstört - zum Beispiel in einen destruktiven eintritt in einen Planeten geschickt sodass die Sonde vollständig verglüht, um Himmelkörper nicht mit Leben von der erde zu kontaminieren.
Die offiziellen Statements betrifft das doch gar nicht.