Leichter als eine Erdbeere: Kann das Internet ein Gewicht haben?

31
News Alexander Pensler Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Leichter als eine Erdbeere: Kann das Internet ein Gewicht haben?
Quelle: Foto von Markus Spiske auf Unsplash

Über das Gedankenspiel, wie viel das Internet wiegt, diskutieren Forscher schon lange. Das Gewicht einer Erdbeere, ungefähr 50 Gramm, sollte das World Wide Web haben - doch neue Berechnungen gehen von niedrigeren Werten aus.

Das Internet - unendliche Weiten von Daten, die Milliarden von Menschen verbinden. Wir verlieren uns in digitalen Spielwelten, schreiben Textnachrichten oder lesen News wie diese hier. Aber wie viel wiegt etwas, das ungefähr 175 Zettabyte an Daten beherbergt? Darüber ist sich die Wissenschaft uneinig.

Internet wohl deutlich leichter als 50 Gramm

Die erste Schätzung für das Gewicht des Internets geht auf den Physiker Russel Seitz der Harvard University zurück. Im Jahr 2006 berechnete Seitz die Masse der Daten des Internets bezogen auf dessen Energie auf ca. 50 Gramm, was dem Gewicht von einigen Erdbeeren entspricht. Die Umrechnung von Energie in Masse beruht hierbei auf Albert Einsteins bekannter Gleichung E = mc² aus seinen Arbeiten zur Speziellen Relativitätstheorie.

Doch fast 20 Jahre sind seitdem vergangen und die Datenmengen des World Wide Web haben sich vervielfacht. Jüngere Berechnungen auf Basis von den Gedankengängen von Russel Seitz schätzen das Internet auf das Gewicht einer mittleren Kartoffel. Doch andere Forscher kritisieren diesen Ansatz, der zu einfach sei, wie Physikprofessor Daniel Whiteson anmerkt. Der Präsident von Laboratories America, Christopher White, hält die Schätzung von 50 Gramm sogar für "einfach falsch".

Physikprofessor und Teilchenphysiker White kommt auf ein deutlich niedrigeres Gewicht des Internets, indem er die gesamte Datenmenge des Webs in Energie umrechnet. Dies ergäbe bei 175 Zettabyte an Daten (Stand: 2025) eine unfassbare geringe Menge von 53 Billiardstel Gramm. Bedeutet: Werden sämtliche Daten des Internets bei Raumtemperatur in Form von Energie gewogen, wiegt man praktisch nichts. White erklärt jedoch, das Internet sei "im Prinzip unergründlich".

Wie finden Sie diese Überlegungen zu einem Gewicht des Internets? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quellen: via Techspot, Wired

31
    • Kommentare (31)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Jacco011 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von RyzA
        Es ist schon richtig, dass die transferierten Daten in Energie und Masse umgerechnet werden.
        Aber die benötigte Energie hängt von der Infrastruktur ab und die Energie sinkt (meistens) durch effizientere Hardware/Technologie. Für ein übertragenes Bit und deren Speicherung wird also unterschiedlich viel Energie benötigt.

        Ich denke aber nicht, dass z.B. ein Vergleich mit einem Wasserkocher, der für die Wassermenge X, Y Energie zum Kochen benötigt, auch für Daten gilt.
        Daten brauchen einen Datenspeicher. Der Datenspeicher kann auch ein Buchstabe auf Papier oder binär auf einer Festplatte sein. Oder die DNA im menschlichen Körper sind auch Daten.

        Ich finde das ein sehr interessantes Thema, von dem ich leider zu wenig Ahnung habe.
      • Von Jacco011 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von RyzA
        Es ist schon richtig, dass die transferierten Daten in Energie und Masse umgerechnet werden.
        Aber die benötigte Energie hängt von der Infrastruktur ab und die Energie sinkt (meistens) durch effizientere Hardware/Technologie. Für ein übertragenes Bit und deren Speicherung wird also unterschiedlich viel Energie benötigt.

        Ich denke aber nicht, dass z.B. ein Vergleich mit einem Wasserkocher, der für die Wassermenge X, Y Energie zum Kochen benötigt, auch für Daten gilt.
        Daten brauchen einen Datenspeicher. Der Datenspeicher kann auch ein Buchstabe auf Papier oder binär auf einer Festplatte sein. Oder die DNA im menschlichen Körper sind auch Daten.

        Ich finde das ein sehr interessantes Thema, von dem ich leider zu wenig Ahnung habe.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Sorry, eine Umrechnung von Erdbeeren in Fußballstadien ist nicht möglich. Deswegen:
        Banana for scale!
        Da gibt 's dann bestimmt auch irgendwo einen Umrechenfaktor in Saarländer.
      • Von Thobidor Kabelverknoter(in)
        Zitat von PCGH-Redaktion
        Das Gewicht einer Erdbeere, ungefähr 50 Gramm, sollte das World Wide Web haben
        Vielleicht bin ich zu kleinlich, aber ich finde, dass Erdbeeren mit 50g Gewicht schon seeeeeehr riesig wären und in meinem Garten nie vorkommen. Meine Erdbeeren haben so zwischen 5-8g (klein, wenig Regen) bis 20g (sehr groß) an Gewicht. Ich finde, dass es in diesem Maßstab schon nen bissel auf Genauigkeit ankommt, wenn man schon in so kleinen Dimensionen rechnet, oder? Also mit 2 Erdbeeren Gewicht für das Internet würde ich ja noch halbwegs klarkommen, wenn es denn 50g sein sollen. Schade, dass man das Gewicht nicht in Fußballstadien als gängige Flächenvergleichsgröße heranziehen kann. Wie viele Erdbeeren mit dem Gewicht des Internets passen in ein Fußballstadion? Oder man fragt nach der Größe des Internets, dann können wir die Fußballstadien wieder ranziehen. Also ist die Fragestellung schon mal grundfalsch: es muss nach der Länge des Internets gefragt werden!
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Vorsicht Falle: Technische versus physikalische Stromrichtung! Tatsächlich müsste man das Smartphone höher legen, um schneller zu laden.

        Ausnahme: das Akkupack ist relativ leer oder allgemein klein. Dann ist es wichtiger, dessen potenzielle Energie durch die Lageänderung zu erhöhen, weil nicht der Stromfluss, sondern die Akkuleistung limitiert.

        Wired hat wohl nicht die Menge der zu einem bestimmten Zeitpunkt übertragenen Bits herangezogen, sondern die insgesamt gespeicherten. Aber genau wie der "in flight"-Ansatz ruft das in meinen Augen mehr Fragen denn Antworten hervor – welche Bits zählen wirklich dazu, welche nicht mehr? Woher weiß man, in welcher Technik sie sich gerade befinden und durch welche Art und Anzahl von Teilchen sie somit repräsentiert werden? Je nachdem, was man diesbezüglich willkürlich zusammenphilosophiert, wird man sehr unterschiedliche Ergebnisse erhalten.

        Ich für meinen Teil würde ganz radikal behaupten: Das Internet besteht überhaupt nicht aus Daten. Die liegen lokal rum, Internet hin, Internet her. Die Besonderheit von letzterem besteht in der Möglichkeit, erstere auszutauschen. Man kann alle bestehenden Daten wegnehmen und hat weiterhin ein Internet – so begann schließlich alles, auch wenn die damals kleinere Infrastruktur noch nicht "Inter-" hieß. Nimmt man umgekehrt alle Leitungen und Server weg, lässt aber die Daten da, hat man definitiv kein "Internet" mehr. Und als ich das letzte mal geguckt habe, wurden Seekabel nicht aus Erdbeerkörbchen, sondern aus Schiffen von mehreren 1.000 t Kapazität verlegt. Auch das Gewicht von Servern/Switches/Routern richtet sich nicht nach Erdbeeren. (Sondern nach Himbeeren!)
        Zitat von Grubby87
        Das Internet wäre ohne die gesamte Infrastrutur (Server, Kommikationsleitungen etc.) nichts. Man müsste also alles miteinbeziehen.
        Ja ok. Stimmt auch wieder!
        Zitat von Herr_M
        Also wenn ich grad im Netz bin und etwas mehr als 20k Himbeeren wiege, während ich eine Banane (nur zur Veranschaulichung) esse, habe ich die Banane dann hochgeladen?
        Nur wenn du das Bild von der Banane verschickst.
      • Von Herr_M Software-Overclocker(in)
        Also wenn ich grad im Netz bin und etwas mehr als 20k Himbeeren wiege, während ich eine Banane (nur zur Veranschaulichung) esse, habe ich die Banane dann hochgeladen?
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk