Förderband statt Autobahn: Container sollen kein LKW mehr fahren

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Förderband statt Autobahn: Container sollen kein LKW mehr fahren
Quelle: Foto von Jerome Monta auf Unsplash

In Japan plant man, die Logistik mit einem innovativen Ansatz zu revolutionieren: Statt Lastkraftwagen sollen Förderbänder Container transportieren.

Container sind mittlerweile die wichtigste Transportverpackung für allerhand von Gütern, die nicht geschüttet werden oder zu groß sind, um in eine der maximal 40 Fuß langen Stahlkisten zu passen. Einmal vom Schiff über Verladebrücken entladen, landen sie in der Regel auf Lastkraftwagen, die sie im Land verteilen. Ein Teil der Container landet auch auf Zügen, doch die sind in der Regel zu unflexibel, um dem Lastkraftwagen wirklich eine Gefahr zu sein.

Statt Lastkraftwagen will man in Japan nun mit Förderbändern experimentieren. Ein rund 500 Kilometer langes Stück Förderband soll die Container transportieren und dabei 25.000 Lastkraftwagen ersetzen. Die Verbindung soll zwischen Osaka und Tokyo neben bestehenden Infrastrukturprojekten errichtet werden, was die Kosten reduziert. Auf dem Papier verspricht man keine Emissionen, doch logischerweise ist das stets nur die halbe Wahrheit. Die Fertigung des Förderbandes und sein Betrieb werden an irgendeiner Stelle Emissionen erzeugen, aber man könnte das System wohl recht umweltfreundlich betreiben, wenn man es mit den kolportierten 25.000 Lastkraftwagen vergleicht.

Factorio für Fortgeschrittene

Das System hätte zudem nette Nebeneffekte wie zum Beispiel eine durch die Automatisierung höhere Kapazität und frei werdende Kapazitäten auf der Straße, die anders genutzt werden können oder einfach Nerven sparen. Japan will das System auch dafür nutzen, in den Containern Pakete abzuwickeln, da man eine 30-prozentige Fehlquote an Kapazitäten bis 2030 zwischen den beiden Destinationen erwartet.

Eines der Probleme ist: Das Konzept ist in einer sehr frühen Phase. Nimmt man Container? Sind Paletten zwischen Osaka und Tokyo die bessere Wahl? Wie genau sieht die Infrastruktur aus? Es sind Fragen offen. Container dürften am Ende die naheliegendste Lösung sein, denn Paletten sind der Witterung ausgesetzt und ein Tunnel zwischen den beiden Millionenstädten ist zu teuer.

Bis 2034, dem erklärten Ziel für den Start des Projektes, kann man sich noch Gedanken machen. Unabhängig davon könnten Förderbänder weg von Häfen zu Umschlagsorten aber durchaus interessant sein, um der steigenden Fracht Herr zu werden. "Das Projekt wird nicht nur die Logistikkrise angehen, sondern auch dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren", sagte der Minister für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus, Tetsuo Saito. "Wir möchten die Diskussionen zu diesem Thema zügig vorantreiben."

Quelle: The Japan News

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    • Kommentare (46)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von derGronf PC-Selbstbauer(in)
        Mahlzeit,

        so ein Gedankenspiel gab es auch mal vor 20 Jahren oder so für das Ruhrgebiet. Von Dortmund bis Duisburg unterirdische autonome Zugstrecken, um den Güterverkehr von der Straße zu bekommen. Mal sehen, ob die Japaner mehr Ausdauer beweisen.

        derGronf
        macht macht, tut die Bahn
      • Von derGronf PC-Selbstbauer(in)
        Mahlzeit,

        so ein Gedankenspiel gab es auch mal vor 20 Jahren oder so für das Ruhrgebiet. Von Dortmund bis Duisburg unterirdische autonome Zugstrecken, um den Güterverkehr von der Straße zu bekommen. Mal sehen, ob die Japaner mehr Ausdauer beweisen.

        derGronf
        macht macht, tut die Bahn
      • Von leadustin Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von takan
        glaube das war eine extra3 beitrag. war glaube mercedes wo die lkw fahrer vom lager/werk zum binnenhafen gefahren sind fürn export.
        Hier mal der Beitrag von MAN
      • Von sterreich BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        Das stimmt so nicht.

        Die Japaner haben einfach Ansprüche, die aus Sicht der deutschen Bahn einfach nur krank sind. Wenn eine S-Bahn z.B. an zwei Stationen hintereinander mehr als 30 sek Verspätung hatte, dann wird automatisch eine Untersuchung eingeleitet, warum das so war. Da sitzt dann der Lokführer, mit seinem Chef vor den Chefs seiner Chefs und dann versucht man herauszufinden warum war das so? Wer hat Schuld? Braucht der Lokführer eine Nachschulung? Wie läßt sich das in Zukunft verhindern?
        Nochmal: Shinkansen != Restliche Japanischen Eisenbahn.

        Solche Strengen Vorgaben gibt es nur beim Shinkansen. Bei den Reional- und Schnellzügen können es schon mal ein paar Minuten sein. Soweit ich Statistiken dazu finden kann hat sich die Verspätung bei den verschiedenen Shinkansen von 20-30 Sekunden vor ca. 10 Jahren auf 1 Minute heute erhöht. Fairerweise kommen da auch Ursachen wie Naturkatastrophen und dergleichen hinzu.

        Geil finde ich auch Entschuldigungen für zu frühe Abfahrt. Erinnert mich aus irgendeinem Grund an das eine mal, wo ich sogar 25 Minuten zu früh mit der DB/DSB (ich weiß unglaublich) in Hamburg war. Mussten dann auf ein freies Gleis warten und kamen unterm Strich 35 Minuten zu spät an

        Was am Erstaunlichsten bei der Japanischen Bahn ist, das die ähnlich privatisiert ist wie in GB (mit mehreren verschiedenen Anbietern) und trotzdem so gut funktionieren. Ist wohl das einzige Land, wo private Unternehmen nicht komplett auf Gewinnoptimierung aus sind.
        Die Briten sind ja gerade im Prozess der Rückabwicklung, was Thatcher da damals verbrochen hat. Bin gespannt ob es den Deutschen Steuerzahlern und damit der Regierung auch irgendwann mal reicht. Das Einzige, was seit der "Privatisierung" ja nennenswert besser wurde sind die Vorstandsgehälter...
      • Von Kuhprah Software-Overclocker(in)
        Sowas wird Beinen auch geplant… und wird scheitern weil sich mehr und mehr Geldgeber zurück ziehen. Strassenverkehr ist nach wie vor einfach viel zu günstig. Das muss teurer werden. Und zwar massiv.
        Ok, wir haben keine Dieselsubvention, Diesel kostet in der Regel 10cent mehr als Benzin, aber wenn man allein die Subvention in D dafür streichen würde und Kerosin auf Inlandsflügen voll besteuern käme schon was zusammen.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Im Prinzip ist eine Variante dessen, was man bis vor gut 60 Jahren mit der Rohrpost hatte, bzw. planen wollte.

        Das ganze wird daran scheitern, woran auch die Rohrpost gescheitert ist: Auto, LKW, Züge. Da ist dann nur wenig platz für eine weitere Lösung. Im Gegenteil, sollten selbstfahrende Autos kommen, dann dürfte die Luft für solche Lösungen noch dünner werden.

        Zitat von Eckism
        Klar, wenn das Schiff kommt stellst du beim Förderband den Container aufs Band(Abladen,weitertransport), beim Zug stellste den Container auf die Gleise, weil der Zug/die Züge gerade unterwegs sind(Abladen, zwischenparken/warten, weitertransport).
        Da stellt sich halt eben das gleiche Problem, wie beim Hyperloop für Container: wenn so ein Container Tage oder Wochen auf See verbracht hat, warum sollte man dann eine stinketeure Lösung bauen, damit man da dann noch ein paar Stunden einsparen kann?

        Es ist wesentlich sinnvoller den schneller benötigten Krempel entweder per Eisenbahn oder Flugzeug anzuliefern. Temu usw. machen letzteres und sparen damit so richtig viel Zeit, da stink dann auch der Hyperloop ab.

        Zitat von sterreich
        Der restliche Zugverkehr ist eher vergleichbar mit Europa. Jetzt nicht Deutschland-Level schlecht, aber auch nicht überpünktlich.
        Das stimmt so nicht.

        Die Japaner haben einfach Ansprüche, die aus Sicht der deutschen Bahn einfach nur krank sind. Wenn eine S-Bahn z.B. an zwei Stationen hintereinander mehr als 30 sek Verspätung hatte, dann wird automatisch eine Untersuchung eingeleitet, warum das so war. Da sitzt dann der Lokführer, mit seinem Chef vor den Chefs seiner Chefs und dann versucht man herauszufinden warum war das so? Wer hat Schuld? Braucht der Lokführer eine Nachschulung? Wie läßt sich das in Zukunft verhindern?

        Wenn man so heran geht und nicht so, wie in Deutschland, wo jeder Zug unterhalb von 5:59min Verspätung als pünktlich gilt, dann kommt da auch etwas anderes heraus.

        Zitat von FKY2000
        Förderband (für 40" Container zu je max 26,5to!!) ans Schiff stellen und "Container auf die Gleise" setzen

        Alles klar, keine weiteren Fragen mehr Herr Logistik-Experte

        Man stelle sich die Dimensionen eines Förderbandes für zig tonnenschwere 20" oder 40" Container vor.
        Samt Abzweigungen, Bypass & Co..
        Wenn man sich die Quelle durchliest, dann kommt heraus, dass da keine Container verfrachtet werden sollen, sondern nur Paletten.
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