"DishBrain": Semi-biologischer Computerchip wird mit umgerechnet 360.000 Euro gefördert

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Die Monash University in Melbourne erhält rund 360.000 Euro Förderung vom australischen Militär, um semi-biologische Computerchips zu erforschen.
Quelle: Monash University

Wissenschaftlern der Monash University in Melbourne ist es gelungen, menschliche Hirnzellen mit siliziumbasierter Hardware zu kombinieren. Die Forschungsarbeiten werden nun von Militär gefördert.

2022 gelang es den Forschern der australischen Monash University in Melbourne, rund 800.000 Gehirnzellen von Menschen und Mäusen in die Elektroden eines Computerchips "hineinwachsen" zu lassen. Der semi-biologische Chip namens "DishBrain" soll dazu dienen, die biologischen Mechanismen besser zu erforschen, die beim lebenslangen Lernen im Menschen vorgehen. Hierfür wird DishBrain mit zielgerichteten Aufgaben gefüttert, die es zu erlernen gilt - im vergangenen Dezember gelang es den Forschern so etwa, dem Chip das altehrwürdige Computerspiel Pong beizubringen.

Hierfür wurden die Zellen mit elektrischen Reizen gefüttert, um darzustellen, auf welcher Seite des "Bildschirms" sich der Ball befindet und wie weit der Schläger davon entfernt war. Zudem wurde mithilfe eines simplen Belohnungs- und Bestrafungssystems ein Anreiz geschaffen, den Ball zu treffen. Hierfür wurde die Eigenschaft von kleinen Gehirnzellen-Gruppen genutzt, wonach diese dazu neigen, unvorhersehbare Umgebungen zu vermeiden. Wurde der Pong-Ball also getroffen, gab es eine vorhersehbare und entsprechend angenehme Belohnung; wurde der virtuelle Ball verfehlt, gab es hingegen eine viersekündige, unvorhersehbare und demzufolge negative Stimulation.

Die Ergebnisse stellen einen Meilenstein in dem Forschungsgebiet dar, schließlich ist das Melbourner Projekt das erste seiner Art, in dem Gehirnzellen nicht nur die Welt "wahrnehmen", sondern auch auf dieser Wahrnehmung basierende Entscheidungen treffen können. Für das "National Intelligence and Security Discovery Research Grants Program" - effektiv die Militär-Stipendien Australiens - sogar so beeindruckend, dass kurzerhand eine Förderung in Höhe von knapp 600.000 Australischen Dollar (umgerechnet etwa 360.000 Euro) gewährt wurde.

Begründet wurde die Förderung damit, dass in naher Zukunft eine "neue Art von maschineller Intelligenz erforderlich sein wird, die in der Lage ist, während ihrer gesamten Lebensdauer zu lernen". Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Entwicklung autonom arbeitender Maschinen sollen diese sich an Veränderungen anpassen können, ohne Erlerntes zu vergessen; dabei sollte im Idealfall auch ressourcenschonend gearbeitet werden.

Quelle: Monash University, NewAtlas

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SFT-GSG BIOS-Overclocker(in)
        Faszinierend was alles möglich ist. Da denk ich gerade an einen T800 mit dem Gerhirnaufbau der "Marsians"...das hat doch was.
      • Von SFT-GSG BIOS-Overclocker(in)
        Faszinierend was alles möglich ist. Da denk ich gerade an einen T800 mit dem Gerhirnaufbau der "Marsians"...das hat doch was.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von RyzA
        Bei uns im Gehirn sind ja Neuronen oder Gruppen mit anderen spezialisierten Neuronen in den unterschiedlichen Hirnbereichen verknüpft. Aber wie genau weiß wohl noch keiner.
        Ja, ist aber wirklich ein hochgradig spannendes Thema. Fand auch die Denkanstöße in The Talos Principle zu dem Thema echt gut.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von empy
        Naja, im Gegensatz zu einem handelsüblichen Soldaten ist nicht wirklich erwiesen, dass ein paar Hirnzellen in der Lage sind, ein Bewusstsein zu entwickeln.
        Ich denke es kommt auf die Anzahl der Neuronen , die Neuronenart und die Konstellation der Verknüpfungen an.

        Bei uns im Gehirn sind ja Neuronen oder Gruppen mit anderen spezialisierten Neuronen in den unterschiedlichen Hirnbereichen verknüpft. Aber wie genau weiß wohl noch keiner.

        Zitat von "Yusuf Hatic"
        Zudem wurde mithilfe eines simplen Belohnungs- und Bestrafungssystems ein Anreiz geschaffen, den Ball zu treffen. Hierfür wurde die Eigenschaft von kleinen Gehirnzellen-Gruppen genutzt, wonach diese dazu neigen, unvorhersehbare Umgebungen zu vermeiden. Wurde der Pong-Ball also getroffen, gab es eine vorhersehbare und entsprechend angenehme Belohnung; wurde der virtuelle Ball verfehlt, gab es hingegen eine viersekündige, unvorhersehbare und demzufolge negative Stimulation.
        Und wie bemerkt das System genau eine Belohnung? Oder kann es auch fühlen?

        Bei uns bekannten biologischen Lebewesen funktioniert das ja dadurch das bestimmte Hormone ausgeschüttet werden. Meistens beim Essen da man Tiere am besten mit Futterbelohnungen trainieren kann.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Misanthrop68
        Das ist doch Horror pur! Die Vorstellung Lebende Zellen die die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis haben, benutzt um; ja wo für nur? Bomben!?
        Naja, im Gegensatz zu einem handelsüblichen Soldaten ist nicht wirklich erwiesen, dass ein paar Hirnzellen in der Lage sind, ein Bewusstsein zu entwickeln. Von daher: Wesen mit Selbsterkenntnis für Blödsinn benutzen haben wir längst gemeistert. Vielleicht ist das eher Grundlagenforschung für Neuralinterfaces?
      • Von Misanthrop68 Volt-Modder(in)
        Das ist doch Horror pur! Die Vorstellung Lebende Zellen die die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis haben, benutzt um; ja wo für nur? Bomben!?
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