Cray T3D "Typhoon": Europas schnellster Supercomputer von 1996 steht für 69.500 Euro zum Verkauf
Der erste jemals gebaute Cray T3D - 1996 Europas schnellster Supercomputer - wird bei einem Startgebot von rund 69.500 Euro versteigert. Interessierte sollten aber viel Platz einplanen.
Ein historisch bedeutsames Stück Computergeschichte steht zum Verkauf: Der allererste Cray T3D wird derzeit beim Auktionshaus The Saleroom mit einem Mindestgebot von umgerechnet rund 69.500 Euro angeboten. Zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung liegt kein einziges Gebot vor; lediglich zehn Interessenten haben das Angebot vorgemerkt (via Tom's Hardware). Die Auktion selbst läuft bis zum 31. Mai 2026.
Der Rechner mit dem Spitznamen "Typhoon" diente der Auktionsbeschreibung zufolge zunächst als Crays internes Entwicklungsgerät, bevor er an der Universität Edinburgh installiert wurde. Im TOP500-Ranking führte der Typhoon im Juni 1996 die europäischen Systeme an.
Cray T3D-MC512: Was steckt drin?
Der T3D markierte einen Paradigmenwechsel in Crays Geschichte. Frühere Modelle wie der Y-MP setzten auf vektorbasierte Architektur - also auf einzelne, sehr breite Datenpipelines.
Der verbaute T3D-MC512 hingegen verteilte die Rechenlast auf 512 eigenständige DEC Alpha 21064-Prozessoren, die parallel arbeiteten und mit jeweils 150 MHz takteten. Das alles steckt in einem auffällig roten Einzelschrank mit einer Tiefe und Höhe von 193 cm sowie einer Breite von 117 cm.
Die Kühlung übernimmt Fluorinert - dabei handelt es sich um eine elektrisch isolierende Kühlflüssigkeit, die Cray und andere Hersteller in dieser Ära für Hochleistungsrechner einsetzten. Zum Auktionspaket gehört neben dem Hauptschrank auch das HEU-Kühlsystem, das 0,85 Tonnen schwer ausfällt.
Bildergalerie
Die Auktionsbeschreibung suggeriert im Kontext des Startgebots ein Schnäppchen: Systeme dieser Klasse hätten zum damaligen Zeitpunkt demnach rund 15 Millionen US-Dollar gekostet. Allerdings dürften Abmessungen, Gewicht und Betriebskosten den potenziellen Käuferkreis erheblich einschränken.
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Fände ich zumindest amüsant.
Oder die landen einfach in Museen, was realistischer ist.
Praktisch einsetzen lassen sich die Maschinen kaum mehr, oder?
Wo es eingeschränkt einen Oldtimermarkt gibt (oder zumindest gab, vor 10 Jahren, siehe Video), zu meiner Überraschung, ist eine Stückchen (und wirklich nur ein Stückchen) darunter, bei den Mainframes. Da die, im Gegensatz zu Supercomputern, für laufende, produktive Aufgaben gedacht sind, gibt es einen fortdauernden Anwendungszweck nebst passender Software, den ein entsprechender Rechner auch im Rentenalter noch erfüllen kann. Dann wirkt die komplexe Architektur in Gegenrichtung: Weil die vorhandene Software für so ein Monstrum geschrieben wurde und für den Umzug auf modernere Standard-Hardware neu entwickelt werden müsste, bleibt der Betrieb langfristig attraktiv.
Ich verweise auf den ultimativen Maßstab für alle, die sich anmaßen, ein "Hardware Nerd" zu sein:
(Und ja, das Video ist seine Länge wert.)
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Kann natürlich auch sein, dass dann jemand eine Linuxversion dafür entwickelt hat. Aber das vermute ich nicht.
Aber angenommen man bekäme es zum laufen, die Skalierung wäre perfekt, es gäbe keine Emlualtionsverluste, und rein extrapoliert auf vorhandene Rechenleistung ohne Bandbreitenprobleme usw., also der theoretische Bestcase,dann käme das Ding im CB23 auf ganz grob 4000 Punkte (da die Roh-rechenleistung etwa einem Sandy Bridge entspricht). Unter realen Verhältnissen wäre es wohl höchstens dreistellig, eher zweistellig.