"Wetware-as-a-Service": Erster kommerzieller Bio-Computer mit menschlichen Gehirnzellen vorgestellt

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"Wetware-as-a-Service": Erster kommerzieller Bio-Computer mit menschlichen Gehirnzellen vorgestellt
Quelle: New Atlas

Auf der MWC 2025 wurde mit dem CL1 der "erste kommerzielle biologische Computer" präsentiert. Das System der australischen Cortical Labs soll im Juni in den Handel gehen und orientiert sich zur Informationsverarbeitung am Lernprozess des menschlichen Hirns.

Auf dem kürzlich erfolgten Mobile World Congress (MWC) 2025 hat das australische Unternehmen Cortical Labs den "ersten biologischen Computer" vorgestellt. Das CL1 genannte System nutzt im Labor gezüchtete menschliche Hirnzellen, die wiederum auf Silizium-Chips kultiviert werden, um eine neue Form der Informationsverarbeitung zu ermöglichen.

Die auch als "Synthetic Biological Intelligence" (SBI) bezeichnete Technologie grenzt sich durch ihre biologische Funktionsweise und ihren geringen Energieverbrauch explizit von herkömmlichen KI-Systemen ab. Nach Angaben von Cortical Labs soll ein Serverrack mit CL1-Einheiten lediglich 850 bis 1.000 Watt an Leistung benötigen - ein Bruchteil von den Leistungsaufnahmen klassischer KI-Server.

Das Einsatzgebiet orientiert sich indes primär in der medizinischen Forschung, etwa zur Untersuchung neurodegenerativer Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson. So können Forscher etwa zur Entwicklung von Medikamenten in Echtzeit testen, wie Neuronen auf verschiedene Substanzen reagieren. Cortical Labs nennt auch Anwendungsmöglichkeiten in der Robotik: Der CL1 eigne sich potenziell auch zur Steuerung von Robotern oder der Verarbeitung von Sensordaten in autonomen Systemen.

Wie Cortical Labs ausführt, verarbeitet der CL1 gegebene Informationen durch biologische Prozesse, in denen Neuronen auf elektrische Signale reagieren und die Verbindungen wahlweise verstärken oder abschwächen. Hierfür liegt eine Architektur aus Elektrodenarrays zugrunde, auf denen die jeweiligen Neuronen platziert sind. So wird eine bidirektionale Kommunikation ermöglicht: Elektrische Impulse stimulieren die Neuronen, deren Reaktionen wiederum erfasst und analysiert werden - der Ansatz orientiert sich also an den natürlichen Lernprozessen im menschlichen Gehirn.

Um die Funktionsfähigkeit des CL1 zu erhalten, ist zudem ein spezialisiertes Lebenserhaltungssystem erforderlich, mit dem die notwendigen Umgebungsbedingungen für die Neuronen sichergestellt werden. Dieses System ist Herstellerangaben zufolge für die Regulierung von verschiedenen Parametern wie Temperatur oder Nährstoffversorgung zuständig, mit denen die Lebensdauer von bis zu sechs Monaten gewährleistet wird; im Anschluss müssen die Neuronen ausgetauscht werden.

Cortical Labs bietet den CL1 sowohl als Hardware-Produkt als auch über eine Cloud-Plattform an. Dieses als "Wetware-as-a-Service" (WaaS) bezeichnete Modell ermöglicht es Forschern, per Fernzugriff auf die SBI-Technologie zuzugreifen. Ab Juni 2025 soll der CL1 für rund 35.000 US-Dollar erhältlich sein.

Quelle: Techspot, New Atlas

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